Brillen-Trends Durchblick mit Chic

Jede fünfte Frau kauft sich regelmäßig Brillen. Auch dann, wenn sie eigentlich gar keine neue braucht, belegt eine Umfrage. Doch kann sich die deutsche Durchschnittsfrau das wirklich leisten? Und worauf sollte man beim Brillenkauf achten?

Brille (Foto)
Eine Brille ist nicht mehr nur Sehhilfe. Als Modeaccessoire schmückt sie immer mehr Menschen. Bild: Framers

Insgesamt hat die Apotheken-Umschau 581 Frauen ab vierzehn Jahren befragt, die eine Brille, Kontaktlinsen oder aber andere Sehhilfen tragen. Der Grundtenor ließ keine Fragen offen: Die Brille ist zu einem wichtigen Modeaccessoire avanciert und wird gern getragen. Jede fünfte Brillenträgerin kauft sich alle ein bis zwei Jahre eine neue Brillenfassung. Ob sich ihre Sehstärke geändert hat oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Trotzdem gaben drei Viertel der Befragten an, eine Brille nur neu zu kaufen, wenn sich die Stärke verändert hat.

Dies kann Horst Dauter, Augenoptiker und Geschäftsführer vom Bundesverband Deutscher Augenoptiker, bestätigen. Obwohl Brillen ein wichtiges Modeaccessoire geworden sind, sei die Zahl derer, die sich regelmäßig neue Brillen zulegen eher gering: «Vor allem wenn sich die Glasstärke ändert, müssen vielleicht drei Brillen geändert werden. Das bezahlt kein Mensch. Das geht gar nicht», weiß Dauter.

Brillentrends: So sehen Sie mit Brille gut aus

Trends sieht der Fachmann pragmatisch. Wichtig sei, dass die Brille gut sitzt und optimale Sehhilfe bietet. «Die Kernkompetenz das Augenoptikers ist festzustellen, ob sich die Augenstärke, also der Korrektionsbedarf, geändert hat oder nicht. Der Rest sind Nebenkriegsschauplätze.» Der Rest, das sind Formen, Farben und Brillentrends. Sie sind zwar für den Träger wichtig, doch die Kernfunktion einer Brille sollte der schönen Optik nicht nachgeordnet sein.

Ästhetik versus Mode

Trotzdem gibt es Tendenzen, die Dauter aus seiner täglichen Praxis kennt. Der Augenoptiker berät seine Kunden und sagt ihnen auch, wenn eine Brille gar nicht passt. «Der Trend ist erstmal randlos. Wenn eine Fassung eine Umrandung hat, also kräftig ist, dann sind diese neuerdings ziemlich geradlinig. Was ästhetisch eine Katastrophe ist. In der Natur gibt es nichts Gerades. Nicht mal der Horizont ist gerade, selbst er ist gebogen. Wenn Sie eine Gerade und Rundungen zusammen bringen, gibt das immer geschnittene Linien. Und die sehen vor allem im Gesicht immer disharmonisch aus. Die Grundregel in der Ästhetik lautet: Geschnittene Linien sind nie gut.»

Gut dagegen ist es, wenn sich Brillenträger an einen Augenoptiker oder Optometristen wenden, der sein Handwerk versteht. Der Gang zum Augenarzt, viele kennen das noch von früher, ist nicht notwendig. Damals schrieb der Augenheilkundler nach einem Sehtest die Brille als Rezept aus. Die Krankenkasse übernahm dann die Kosten. Heute gibt es das nicht mehr, die Optiker können den Sehtest ebenso gut vornehmen, weswegen viele Brillenträger direkt dorthin gehen. Doch woran erkennt der Verbraucher einen fähigen Optiker?

«Ein guter Augenoptiker fragt Sie nach Kopfschmerzen oder Migräne. Auch ob Sie lichtempfindlich sind, oder gar Nacken- oder Rückenbeschwerden haben», erläutert Dauter. Die Liste der Beschwerden, die mit einer Sehschwäche einhergehen können, ist lang. Schwindelgefühl, Magenbeschwerden, brennende, tränende oder juckende Augen sowie Bindehautentzündungen und schnelles Ermüden beim Lesen gehören dazu. Für den Horst Dauter steht fest: «Hat der Augenoptiker, bei dem Sie gewesen sind, nie danach gefragt, waren Sie bei keinem guten Augenoptiker.»

Ist teuer gleich gut?

Ein qualifizierten Augenoptiker vermisst zunächst die Augen. Danach wird gemeinsam eine passende Brillenfassung aussuchen. Denn nicht jedes Glas kann ausnahmslos in alle Fassungen eingepasst werden. Welches Modell gewählt wird, entscheidet der Träger. Doch der Fachmann kann wertvolle Hinweise zu Passform, Qualität und Aussehen geben.

In der Regel ist der Kauf einer Brille für den Verbraucher eher unproblematisch. Laut Dauter muss der im Prinzip auf nichts achten. Der Preis entscheidet oft über die Qualität, jedoch nicht ausschließlich. Es gibt teure Fassungen, die theoretisch ein Leben lang halten würden. Doch der Experte gibt zu bedenken: «Die Qualität von Markenbrillen ist exzellent, keine Frage. Wenn ein Markenname dran steht, müssen Sie damit rechnen, erheblich mehr zu bezahlen als bei gleicher Qualität ohne Markennamen. So eine Brille kann bis zu zwanzig Jahre halten. Aber will man zwanzig Jahre mit einer Brillenfassung herumlaufen?»

Deshalb empfiehlt Dauter sich vom Augenoptiker beraten zu lassen. Er kann qualitativ hochwertige Fassungen zu bezahlbaren Preisen anbieten, die trotzdem gut aussehen und entsprechend langlebig sind, ohne gleich ein Vermögen zu kosten. Bezahlbare Qualität gibt es zwischen 50 und 100 Euro. Wer sich trotzdem für ein teureres Markenmodell entscheiden möchte, sollte bedenken, dass er in ein oder zwei Jahren vielleicht wieder etwas Neues auf der Nase haben möchte. Ob sich diese Investition dann lohnt, ist vom Geldbeutel abhängig.

ham/news.de

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