Fr., 10.02.12

Dirndl-Trends 2010 Kniebedeckt und gut bestrumpft

Von news.de-Redakteurin Melanie Sohn

Artikel vom 07.09.2010

Welches Dirndl passt zu mir? Welche Farben kann ich kombinieren und was geht auf der Wiesn 2010 gar nicht? News.de hat Tipps zum richtigen Outfit auf der Münchner Theresienwiese.

Pralle Dekolletés, schöne Beine und zünftige Waden gehören zur Wiesn wie das Brathendl, die Weißwurst oder ein anständige Maß frisches Wiesn-Bier. Trotzdem wird es zum 200-jährigen Jubiläum des Münchner Oktoberfestes einige Neuerungen geben. Denn wer auf der Wiesn auffallen will, trägt nicht irgendetwas, sondern Dirndl und Tracht. Doch wie genau sehen die Trends 2010 aus? Und was sollte lieber nicht getragen werden?

Eine, die es wissen muss, ist Designerin Lola Paltinger. Die 38-Jährige entwirft seit 1999 im eigenen Maßatelier zeitgemäße Dirndl und setzt damit immer neue Trends. Paltinger lernte bei Modequeen Vivienne Westwood. In diesem Jahr sieht die gebürtige Mannheimerin zwei Trends, die sich besonders hervortun. «Auf der einen Seite frisch, frech, fröhlich – gerne farbenfroh, aber nicht kunterbunt. Und die Rocklänge knieumspielend. Auf der anderen Seite geht der Trend zum traditionellen Dirndl.» Das bedeutet für die Trägerin «gedeckte Farben, festlich und gut kniebedeckt bis wadenlang», so die Expertin.

Der Stoff, aus dem die Dirndl-Träume sind

Neben den Formen und Längen eines Dirndl ist den Farben und deren Zusammenspiel besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Denn die Kombination aus Bluse, Mieder und Accessoires sollte nicht zu überladen sein. Die Modeschöpferin empfiehlt: «Blusen gerne weiß, aber auch farbige Varianten können ein Dirndl besonders eindrucksvoll machen.» Die Dirndl selbst kommen idealerweise in Unifarben daher. Doch auch zu in sich gemustertem Seidengewebe oder Leinen sowie Baumwolle kann Paltinger raten. Bei den Stoffen bieten sich außerdem edle Organzaseide und Spitze an. Als «teils duftig, leicht frisch, prunkvoll bestickt und glitzernd», beschreibt Paltinger die perfekte Dirndl-Schürze 2010.

Wer seine Tracht mit einer guten Portion Bodenständigkeit unterstreichen möchte, greift bei der Schürze zu edlem Samt. Generell gilt: Je festlicher und aufwendiger ein Dirndl ist, desto dezenter sollte Schmuck eingesetzt werden. Moderne, modische Schuhe und vielleicht sogar trachtige Strümpfe können stets problemlos kombiniert und getragen werden.

Trend versus Tradition

Die Wahl des Dirndl ist keine leichte. Trotzdem gibt es für jede Frau, egal ob groß, klein, griffig oder schlank die perfekte Tracht. Denn im richtigen Dirndl sieht jede Frau einfach toll aus. Entscheidende Kriterien für das perfekte Dirndl sieht Lola Paltinger in der Passform: «Das Wichtigste ist bei einem Dirndl – egal welcher Preisklasse – die Passform. Das Mieder muss perfekt und eng sitzen. Träger dürfen nicht abstehen. Der Rock sollte weit sein und beim Gehen eine schwungvolle Eleganz vermitteln.» Immerhin sei das Dirndl noch immer eine traditionelle Tracht.

Und diese Tradition muss und soll trotz aller Innovationen bewahrt werden. So sieht es auch die Designerin und berücksichtigt diesen Umstand in ihren Kollektionen. «Den Trends sollten aufgrund des Respektes vor Traditionen Grenzen gesetzt sein, die aber aufgrund unterschiedlichster Geschmäcker und Auslegungen fließend sind. Die Oktoberfesttracht hat in den vergangenen Jahren ganz eigene Trends gesetzt, die oft wenig mit Traditionen zu tun haben», weiß die Dirndl-Expertin. Als Faustregel aber gilt: «In jedem Fall sollten keine zu kurzen Röcke und extrem tiefe Ausschnitte getragen werden.»

Wer Wert auf die obligatorische Schleife beim Dirndl legt, sollte auch hier eine kleine Besonderheit beachten. Traditionell wird die Schleife rechts gebunden, wenn man bereits im heiligen Stand der Ehe ist. Wir die Schleife links gebunden, ist dies ein Zeichen dafür, ledig und «noch zu haben» zu sein.

ham/ivb/news.de
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Leserkommentare (1)
  • Kommentar: 1
  • 07.09.2010 15:49
von
Babs

wenn ich diese Bilder sehe, dann denke ich immer: das sind die bayrischen Hausfrauen in ihrer ganzen konservativen Rolle. naja die Kinder, Küche, Herd und dem Mann das Bier, dafür steht ja die Bayrische Wiesn. da wird gefressen und gesoffen und die " Prominenz " mitten drin. zu hause gibts dann wieder was Gesundes, gelle ? ist das wirklich Deutschlands größtes "Volksfest" ? dann lieber Goethes Gedichte und selber was Aufregendes gestalten. aber der Mensch ist ja ein Herdentier und die Fresser und Säufer sind nicht kreativ !

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