Der bulgarische Ballermann
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Von Elena Lalow
Artikel vom 01.09.2010
Sonne, Strand und Alkohol - und das zu Minipreisen: Bulgariens Urlaubsregion am Schwarzen Meer boomt. Doch die ausufernden Trinkgelage von Touristen sind schlecht für das Image. Die Branche schwankt zwischen Profitdenken und Sorge um das Ansehen des Landes.
Es sind immer die gleichen Szenen im bulgarischen Slantschew Brjag, dem international bekannten «Sonnenstrand» am Schwarzen Meer. «Sex on the Beach!», grölen junge Urlauber bei nächtlichen Saufgelagen. «Billige Girls, billige Drinks», freuen sich Teenager. Ein Glas Whisky von fragwürdiger Qualität für nur einen Euro. Oft kommt dazu ein Tabletten- und Drogenmix, ebenfalls zu Niedrigpreisen. Am nächsten Morgen liegt immer mal wieder ein ausländischer Tourist in der Klinik.
Der acht Kilometer lange «Sonnenstrand» ist zum Ort des Sauf-Tourismus geworden. Die Hotelburgen sind auch in diesem Sommer proppevoll. Das Personal duldet die betrunkenen Ausländer zähneknirschend. Es sind schließlich zahlungskräftige Kunden. Ausgebucht waren im August praktisch alle großen Badeorte wie Slatni Pjassazi oder Albena weiter im Norden. «Auch im romantischen Sosopol platzten Hotels, Cafés und Gaststätten aus allen Nähten», sagt ein einheimischer Gast.
«Die Preise fallen!», lautete das Motto zu Saisonbeginn. Ein Urlauber kann im Drei-Sterne-Hotel schon für 15 Euro übernachten und frühstücken. Das Bier im 0,3-Liter-Glas kostet weniger als einen Euro. Die Zwischenbilanz: Mit wahrscheinlich fünf Millionen ausländischen Urlaubern wird 2010 ein Rekordjahr. Das wären zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Buchungen aus Deutschland stiegen sogar um ein Fünftel. Traditionell stellen die Deutschen etwa die Hälfte aller Urlauber aus der EU.
Pilger sollen Sauf-Touristen ablösen
Der Zustrom von Touristen erfreut zu Krisenzeiten auch die Regierung in Sofia. Die Branche steuert immerhin mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei. Dieser Sommer werde Einnahmen über rund 3,5 Milliarden Euro bringen, fünf Prozent mehr als im Vorjahr, erläutert Zwetan Tontschew, der die bulgarische Tourismus-Kammer leitet.
Tausende Russen dehnten im August ihren Bulgarien-Urlaub wegen der Waldbrände zu Hause aus. Auch die Nahost-Krise hilft. Nach dem türkisch-israelischen Streit um die Gaza-Flotte meiden viele Urlauber aus Israel die Türkei. Sie reisen jetzt lieber nach Bulgarien.
Doch das Balkanland könne langfristig nicht auf den Massenurlaub im Beton-Dschungel und allerlei Krisen setzen, warnen Experten. Billige Drinks, Drogen und Sex dürften das Image der Urlaubsregion nicht länger prägen. «Mit vielen Heilquellen und antiken Kulturstätten bietet Bulgarien auch Wellness oder Bildungsurlaub», betont Iwo Marinow, als Vize-Wirtschaftsminister in der Regierung für den Fremdenverkehr zuständig. Ein aktueller Fund von Reliquien Johannes des Täufers könnte nun auch Pilger anziehen und das antike Sosopol zum «neuen Jerusalem» machen, schwärmen Tourismus-Strategen.
iwi/news.de/dpa
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Als gebürtige bulgarin,finde ich eine Schande, dass von Sauf- Tourismus der Bulgarische Ballermann die Rede ist. Ist leider aber Tatsache. Nachdem, die deutsche Sauf-Touristen von Mallorka verbannt wurden, weill das Land nicht mehr diese Zustand dulden wollte, ist die Plage jezt nach Bulgarien gekommen. Schon wieder mall wird Bulgarien in schlechte Image gebracht. Das ist das wenigstens, was diese Land zur Zeit braucht. Jeder Gast ist in Bulgarien herzlich Willkommen, wenn er sich an der Sitten dieses Land hält und nicht die Sau raus lässt.
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