Jedem Menschenschlag seine Tasche
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Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Artikel vom 24.08.2010
Ganz ohne geht gar nicht. Und weil jeder sie trägt, sagen Taschen über ihre Träger einiges aus. Jetzt werden die Trends für den kommenden Frühling bekannt. News.de stellt vor, welche Menschen sich was für Taschen aussuchen.
Das winzige Clutch-Bag am Handgelenk, der geräumige Trekking-Rucksack auf dem Rücken, ein sündhaft teurer Beutel für den Unterarm, die Retro-Sporttasche oder das Umhänge-Modell aus Lkw-Plane: Ohne Tasche kommen höchstens Männer mit Baggy-Pants aus. Für Handy, Portemonnaie und Schlüssel braucht einfach jeder einen Aufbewahrungsort, und mancher führt noch ganz andere Utensilien bei sich. Doch welches Drumrum wir für welche Unentbehrlichkeiten auswählen, das ist eine Philosophie für sich - die manche sehr bewusst und andere ganz automatisch betreiben.
Wenn jetzt die Taschen-Trends für den kommenden Frühling und Sommer vorgestellt werden, interessiert das nur die wenigsten. Doch auch modefremde Träger werden letztlich mitgerissen. Jeder hat irgendwie seinen eigenen Taschenstil. Ganz grob lassen sich die Beutel-Träger in fünf Schubladen schieben: Die Praktiker, die Klassiker, die Extravaganten, die Modischen und die Lässigen.
Die Praktischen
Ihre optimale Tasche ist und bleibt der Rucksack, eine gültige Variation ist nur die bequeme, quer zu tragende Schultertasche mit breitem Riemen. Drin steckt alles, was man die nächsten Tage über so braucht oder mal gebrauchen könnte. Zeitungen, Bücher, Wasserflaschen, Taschentücher, Tampons, Aspirin, Schokolade, Messer und Löffel, Flickzeug fürs Fahrrad, Kugelschreiber, Pflaster, Nagelfeile. Man weiß nie. Doch selbst hier gilt: Kaum jemand trägt irgendeinen Rucksack. Der Schriftzug einer angesagten Outdoor-Marke soll schon gut zu lesen sein.
Hier sind übrigens Männer genauso dem modischen Diktat unterworfen wie Frauen. Doch damit hat sich das Taschen-Thema für die meisten von ihnen auch erledigt. Bei den weiteren Typ-Varianten kann also getrost die weibliche Form verwendet werden.
Die Klassikerin
Wer sich unauffällig, aber teuer kleidet, zu Empfängen noch immer das kleine Schwarze bevorzugt und im Alltag am schnellsten zur teuren Zigarettenhose mit weißer Hemdbluse greift, setzt gern mit Accessoires Akzente. Die dürfen natürlich nicht weniger edel sein - und von guter Qualität. Schließlich kommt das teure Stück nicht so schnell aus der Mode. Die Kelly-BagDie Kelly-Bag wurde von der französischen Luxusmarke Hermès für Grace Kelly entworfen. ist immer eine sichere Wahl, nicht anders als Louis Vuittons Alma, die 2.55 von Chanel oder die Lady Dior. Wer weniger elegant, sondern eher klassisch-sportlich auftritt, liegt mit der Hanna von Bree oder der Bric's Tasche immer richtig.
Die Extravagante
Sie respektiert den Stil ihrer klassischen Freundin - aber da hört es auch schon auf. Niemals würde eine Klamotten-Queen sich mit einer beigen Quilt-Tasche im Landhaus-Stil sehen lassen. Hier muss es knallen. Bei diesem Taschen-Typ gibt es kein Vertun, denn der Beutel ist einfach nur die Verlängerung des ausgefallenen Outfits. Deshalb ist ihr Arsenal beachtlich. Erlaubt ist alles, was nicht Standard ist. Was sie ausgräbt oder sogar selbst näht, wird vielleicht im nächsten Jahr für die Modische interessant, erntet aber vorerst vor allem Blicke zwischen abschätzig und bewundernd (für den Mut). Aber genau darauf ist sie ja auch aus.
Die Modische
Tja, die Modische trägt, was gerade angesagt ist. Hauptsache, immer mal was anderes. Die Modefreundin mit dem kleineren Geldbeutel greift gerne auch zur Billigkopie, zum Beispiel der Sienna-Miller-TascheDas australische Trend-Label Kooba benannte eine Tasche nach Schauspielerin und It-Girl Sienna Miller. . Auch sie hat ein ansehnliches Reservoir zu Hause, weil jeder neue Trend natürlich einen neuen Taschen-Kauf erfordert. Im kommenden Frühling kann sie ihre voluminösen, ausgefallenen Exemplare gegen etwas kleinere mit weniger Schnickschnack tauschen. Oder auf den Leinenbeutel-Trend aufspringen. Bis dahin lässt sich derzeit mit einem schwebenden Clutch-BagDie Clutch-Bag ist die topmoderne Lösung für schicke Gelegenheiten. Von der Größe mit einem Kellnerportemonnaie zu verwechseln, passt das rechteckige Täschchen im Idealfall perfekt zur Garderobe. Getragen wird es entweder in der Hand oder am schmalen Band über der Schulter. Furore machen. Wer hätte gedacht, dass Angela Merkel Trends setzt.
Die Lässige
Sie unterwirft sich nicht dem Diktat der Mode, der Charme der Klassiker bleibt ihr allerdings auch verborgen. Die lässige Taschenträgerin kombiniert wild und bricht Stile, ohne dabei so aufzutrumpfen wie die Extravagante. An ihrer Garderobe findet sich vielleicht die bunteste Mischung. Von der Lkw-Plane über den Hippie-Beutel und die voluminöse Ellbogen-Tasche bis zur gediegenen Leder-Umhängetasche ist alles vertreten. Hauptsache farbenfroh und nicht langweilig. Gern trägt sie ihr Beutelchen auch mal um die Hüfte.
jag/reu/news.de
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