Spanische Fluglotsen machen blau
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Dass so viele spanische Lotsen zugleich krank sind, glaubt kein Mensch. Als verdeckten Streik bezeichnet die staatliche Flughafenverwaltung die Ausfälle. Flüge nach Mallorca, Ibiza und Menorca verspäteten sich. Nun sollen Militärlotsen die Kränkelnden ersetzen.
Allein im Kontrollzentrum in Barcelona fielen am Dienstag 13 der 53 Mitarbeiter der Frühschicht aus, wie die staatliche Flughafenverwaltung Aena mitteilte. Verspätungen im Reiseverkehr seien unvermeidbar. Aena wirft den Lotsen vor, mit ihren Krankmeldungen die stockenden Tarifverhandlungen beeinflussen zu wollen. Die Lotsengewerkschaft Usca bestreitet das.
Die Regierung will die massiven Ausfälle nicht länger dulden. Verkehrsminister José Blanco kündigte an, künftig auf Lotsen des Militärs zurückgreifen zu wollen. Diese könnten vorübergehend die krankgemeldeten Mitarbeiter der Flugsicherung ersetzen. Dazu bedarf es allerdings einer Genehmigung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero.
Allein auf den Ferieninseln Mallorca, Ibiza und Menorca waren am Montag wegen der Lotsenausfälle rund 120 Maschinen mit Verspätung gestartet oder gelandet. Allerdings seien nur 20 Flüge länger als eine Stunde verspätet gewesen, teilte Aena mit. Von Barcelona aus wird auch der Luftverkehr auf den Balearen-Inseln kontrolliert. Spanische Reiseveranstalter warnten vor einem schweren Image-Schaden für den Tourismus.
Lotsen beklagen längere Arbeitszeiten und weniger Pausen
Die Lotsengewerkschaft Usca macht die Regierung für den gestiegenen Krankenstand verantwortlich. Im April war eine Gesetzesreform in Kraft getreten. Die rund 2400 Beschäftigten der Flugsicherung haben seither längere Arbeitszeiten und weniger Ruhezeit. Zudem wurden ihre hoch bezahlten Überstunden gekürzt. Der zusätzliche Stress mache die Mitarbeiter krank, heißt es bei Usca.
Verkehrsministerium und Fluglotsen streiten sich schon seit dem Auslaufen des Tarifvertrages im Jahr 2004. Seither hat es in den Verhandlungen kaum Fortschritte gegeben. Spaniens Lotsen gehören zu den Bestbezahlten weltweit: Ihr Durchschnittsverdienst liegt bei rund 200.000 Euro im Jahr.
iwi/ivb/news.de/dpa
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