Oktoberfest 200 Jahre Partylaune und Bierseligkeit

Es ist das größte Volksfest der Welt. Eine Mischung aus modernem Exzess, Massenspektakel und bierseliger Tradition. Dieses Jahr wird das Münchner Oktoberfest 200. Eine Ausstellung im Münchner Stadtmuseum beleuchtet die Geschichte des Fests.

Festzelt (Foto)
Beim Münchner Oktoberfest geht es auch bei Promis wie der Sängerin Vicky Leandros (Mitte) mitunter etwas deftiger zu. Bild: dpa

Seinen Anfang nahm das Oktoberfestest 1810, als der bayerische Kronprinz Ludwig am 12. Oktober Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen heiratete. Fünf Tage nach der Vermählung organisierte das Bürgermilitär ein Pferderennen vor den Toren der Stadt, das dank der Anwesenheit des Königs zum Großereignis mit 50.000 Besuchern aus ganz Bayern wurde. Die Wiese wurde nach der Braut benannt und das Fest Jahr für Jahr wiederholt - auch weil das noch relativ neue Königreich Bayern dieses einende Nationalfest gut gebrauchen konnte.

Betrachtet man in der aktuellen Sonderschau des Münchner Stadtmuseums Bilder des allerersten Oktoberfestes, so sieht man kaum mehr als eine große Wiese, das königliche Zelt und Zuschauer, die um die Rennbahn stehen. Erst in den folgenden Jahren entwickelte sich der Bierausschank auf der Theresienwiese. Auf einem Bild aus dem Jahre 1824 finden sich schon zahlreiche Bretterbuden rund um das königliche Zelt.

Säufer-Jubiläum: Verbietet das Oktoberfest!
Video: news.de

Doch von den großen Festhallen mit Tausenden Plätzen, die heute das Bild des Oktoberfests bestimmen, war damals nichts zu sehen. Sie fanden erst um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ihren Platz.

Hinaus aufs Fest mitten in der Stadt

Bis 1913 blieb das Pferderennen die Hauptveranstaltung des Oktoberfests. Heute zeugt davon nur noch die ovale Form der Theresienwiese, die nicht mehr vor der Stadt liegt, sondern längst von der Bebauung umwuchert ist. In der Sprache der Münchner hat sich allerdings ein Relikt gehalten: Viele sagen bis heute, sie gingen auf die Wiesn hinaus, selbst wenn sie von ihrem Wohnort aus eigentlich stadteinwärts zum Fest müssen, wie Florian Dering vom Stadtmuseum erklärt.

Es ist nicht die einzige Seltsamkeit im Zusammenhang mit dem Oktoberfest. Schon der Name verwirrt - findet doch der Großteil im September statt, seit das Fest 1905 des besseren Wetters wegen vorverlegt wurde. Am ersten Oktobersonntag ist heute im Normalfall bereits Schluss mit dem zweiwöchigen Exzess. Und so soll es immer wieder vorkommen, dass ferngereiste aber schlecht informierte Besucher Mitte Oktober enttäuscht zwischen Zelten stehen, die bereits abgebaut werden.

Doch die allermeisten Besucher - 2009 waren es 5,7 Millionen - kommen zur richtigen Zeit. Manchmal auch geballt, wie das Wochenende in der Mitte des Fests jedes Jahr wieder eindrücklich beweist. Es trägt seinen Namen «Italiener-Wochenende» durchaus zu Recht.

Wegen Überfüllung geschlossen

Im Verlauf eines solchen Wochenendes kann die Zahl der Besucher durchaus auf insgesamt eine Million steigen. Dann heißt es an den Zelteingängen schnell «Wegen Überfüllung geschlossen», denn trotz ihrer gigantischen Ausmaße bieten die Festzelte inklusive Biergärten nur rund 100.000 Sitzplätze.

Vorschläge, weitere Zelte zu genehmigen, sind dennoch bislang stets abgelehnt worden. Geradezu eifersüchtig achten die Wiesnwirte darauf, dass ihnen keine zusätzliche Konkurrenz erwächst. Nur der eine oder andere Extratag darf es natürlich immer wieder gerne sein. So auch in diesem Jahr: Zum Geburtstag darf die Wiesn bis zum Montag, 4. Oktober, geöffnet bleiben - einen Tag länger als normal.

Das traditionelle «O'zapft is», wird der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude dieses Jahr am 18. September, kurz nach 12.00 Uhr mittags, rufen und damit die Jubiläumswiesn eröffnen. Schon einen Tag früher eröffnet am Südost-Ende des Festgeländes ein historisches Oktoberfest. Und wer nicht so lange warten will, kann sich im Münchner Stadtmuseum ab Freitag die Ausstellung «Das Oktoberfest 1810 - 2010» ansehen.

sck/ivb/news.de/ap

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig