Pure Schnitzelerotik
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 29.06.2010
Sex nur im Dunkeln und nicht länger als zwei Sekunden küssen. Das erste, was einem da in den Sinn kommt, ist das Wort «prüde». Allerdings sollte vor allem im Urlaub auch mal der Blick über den Tellerrand gehen.
Im Stress des grauen Alltags kommt das Vergnügen meist zu kurz. Kein Wunder, dass man im Urlaub seinem Körper und dem seines Partners mehr Aufmerksamkeit schenkt. Leidenschaftliche Küsse in der Öffentlichkeit, Händchen halten - das zeigt nicht nur die partnerschaftliche Bindung. Dahinter steckt auch der Kick, Intimität nach außen zu tragen.
In unserer emanzipierten Gesellschaft ist das kein Problem. Auch wenn die Intensität, mit der wir der Öffentlichkeit einen Teil der Intimität präsentieren, in den unterschiedlichen Generationen durchaus stark variiert. Was dem einen normal erscheint, ist für den anderen anstößig. Das gilt selbst für einen vermeintlich harmlosen Kuss.
Doch Land ist nicht gleich Land und Kultur nicht gleich Kultur. Letzten Endes ist der Grad an Sexualität, der öffentlich ertragen wird, eine Frage der gesellschaftlichen Entwicklung. Und das spiegelt sich in den Gesetzen wider.
Dass sich damit niemand in seinem Urlaub befassen will, ist freilich klar. Ein guter Reiseveranstalter wird auf solche diffizilen Angelegenheiten auch immer hinweisen. Ein Grund, das heimisch-aufgeklärte Grundverständnis bedenkenlos in anderen Ländern auszuleben, ist das allerdings noch lange nicht. Immerhin ist man Gast, aber noch lange nicht König.
Das wäre ein wenig, als ob man an exotische Orte reist, um dort nur nach Schnitzel mit Bratkartoffeln zu verlangen.
kas/reu/news.de
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