Von A wie Apartheid bis Z wie Zuma
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Von news.de-Mitarbeiter Peter Neitzsch
Artikel vom 10.06.2010
Was ist eigentlich ein Braai und wie antwortet man auf Howzit? Wie gut kennen Sie den WM‑Gastgeber? Das Südafrika-Lexikon vermittelt unverzichtbares Wissen rund um Land, Leute und Fußballkultur in Südafrika.
Apartheid – Während der A., was wörtlich «Getrennt-sein» bedeutet, wurde von 1948 bis 1994 die farbige Bevölkerung Südafrikas in einem rassistischen System unterdrückt, in Townships und so genannte Homelands gesperrt. Der Widerstand gegen die Apartheid wurde von Nelson Mandelas ANC angeführt, der größten Partei Südafrikas.
Airtime – A. wird in Südafrika immer gebraucht und deshalb überall verkauft: an Tankstellen, in Kinos, am Straßenrand und in den Wellblechhütten der Armensiedlungen. Gemeint ist Handyguthaben, das meist in kleinen Einheiten an den Mann gebracht wird: zwischen 15 und 60 Rand, also in etwa ein bis fünf Euro.
Bafana Bafana – Spitzname der südafrikanischen Nationalelf, bedeutet in etwa: «die Jungs». Nachdem B. B. lange Zeit glücklos agierten, beim Afrika-Cup im Januar scheiterte das Team bereits an der Qualifikation, hat sich das Blatt rechtzeitig zur WM gewendet: Eine Siegesserie lässt die Südafrikaner hoffen auf die Jungs in Gelb und Grün.
Biltong – Früher aßen die Vortrekker der Buren den beliebten Trockenfleisch-Snack aus Rinder-, Kudu- oder Straußenfleisch im Planwagen. Heute gibt es B. an jeder Tankstelle: in handliche Scheibchen geschnitten oder als großer Schwarten. Letzteres sei nur Menschen mit guten Zähnen und viel Geduld empfohlen.
Braai – Südafrikanische Variante des BBQ, bei Südafrikanern - egal welcher Hautfarbe - gleichermaßen beliebtes Freizeitspektakel. Gegrillt wird eigentlich immer, meist Steaks, Hähnchenschlegel und Boerewors – eine lecker gewürzte Bratwurstrolle. Dazu gibt’s die Chilli-Soße Chakalaka. Eine Einladung zum B. sollte man auf keinen Fall ausschlagen!
Coloureds – Keineswegs abwertend gemeint ist der Ausdruck «Farbige» in Südafrika. Die C. bilden neben Weißen, Schwarzen und Indern beziehungsweise Asiaten eine vierte Volksgruppe in Südafrika. Wie die Buren sprechen die meisten C.'s Afrikaans, eine dem Niederländischen verwandte Sprache.
Highjacking – Das bewaffnete Entwenden von Fahrzeugen. Jeder Südafrikaner, der ein Auto besitzt, wird Touristen vor dieser Art des Raubüberfalls warnen. Passiert in Wirklichkeit jedoch viel seltener als es aufgeregte Zeitungsschlagzeilen vermuten ließen.
Howzit – Standardgruß in Südafrika und Kurzform des längeren «How is it?» Auch wenn das «Wie geht’s?» bedeutet, erwartet man keine lange Erläuterung der eigenen Befindlichkeit. Es reicht als Antwort «fine» zu sagen oder einfach ein gut gelauntes H. zurück zu schmettern.
Jabulani – Der offizielle Ball der Fußball-WM mit einem Design aus elf Farben, das die elf offiziellen Sprachen und Bevölkerungsgruppen der Regenbogennation repräsentiert. Der Name des Fußballs stammt vom Zulu-Wort für «feiern» und dazu ist man hier fest entschlossen.
Kwaito – Die Musik der urbanen, schwarzen Jugend: eine Mischung aus Disko, Hiphop, R&B und Dancehall vermischt mit einem ordentlichen Schuss House-Beats. Außer in einigen liberalen Vierteln der Großstädte – wie Meville in Johannesburg oder Observatory in Kapstadt – ist das Nachtleben noch immer durch unsichtbare Rassenschranken getrennt.
Laduma – Mit diesem begeisterten Ausruf jubeln die Südafrikaner, wenn das eigene Fußballteam das Leder versenkt hat. Eigentlich bedeutet der Zulu-Ausdruck «Es donnert!» Kurz vor der WM hofft das ganze Land, dass Bafana Bafana es in der Vorrunde gegen Mexiko, Uruguay und Frankreich ordentlich donnern lassen.
Madam and Eve – Niemand kommentiert so spitz und lebensnah das moderne Südafrika wie M. & E., der beliebteste Comic-Strip des Landes über eine südafrikanische M. und ihre schwarze Haushälterin E. Seit über zehn Jahren freuen sich Millionen Leser über die tägliche Dosis Respektlosigkeit. Ein Muss für Comic-Fans!
Madiba – M. nennen die Südafrikaner ihren Volkshelden Nelson Mandela, nach dessen Klan-Namen. Der Freiheitskämpfer vom Volk der Xhosa verbrachte 27 Jahre im Gefängnis als politischer Gefangener des Apartheid-Regimes, bevor er 1994 erster schwarzer Präsident des Landes wurde und den Friedensnobelpreis erhielt.
Makarapa – Kult-Kopfbedeckung eines sendungsbewussten, südafrikanischen Fußballfans. Das Fan-Utensil wird aus einem Bauhelm gebastelt, der mit einem Geweih oder Hörnern versehen, bemalt, beklebt und beschriftet wird. Für die weniger Kreativen gibt es fertige M. zu kaufen – mittlerweile in jedem Supermarkt.
Minibusse – Verkehrsmittel Nummer eins auf dem afrikanischen Kontinent. Die Fahrer der stets überfüllten Busse sind für ihre rabiate Fahrweise bekannt; überholt wird auf allen Spuren und ohne zu blinken. Wohin welche Busse fahren, ist für Außenstehende nur schwer zu durchschauen und wird per Handzeichen signalisiert.
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