Eine Lanze für die Stange brechen
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Von news.de-Mitarbeiterin Corina Broßmann
Artikel vom 19.04.2010
Bitte keine hochgezogenen Augenbrauen und pubertäres Gekicher mehr: Pole Dance muss nichts Anrüchiges sein. Ganz im Gegenteil. Dahinter steckt knochenharter Sport bei dem sich Neulinge schnell mal blaue Flecken holen.
Pole Dance scheint sich tatsächlich als neuer Fitnesstrend durchzusetzen und zunehmender Beliebtheit zu erfreuen. Frauen - und neuerdings auch Männer - jeder Alters- und Gewichtsklasse hoffen beim Stangentanzkurs das Praktische mit dem Schönen verbinden zu können und Sexappeal zu gewinnen, während sie Fettpölsterchen verlieren.
Kein Wunder: Innovativer Funsport ist nichts Neues und einen hohen Spaßfaktor bieten sicher auch andere Sportarten, aber Pole Dance hat zusätzlich den einmaligen Reiz des Verruchten. Die meisten kennen das Tanzen an der Stange eben nur aus nicht jugendfreien Filmen, Stripclubs oder provokanten Hip-Hop-Musikclips. Da wird lassziv geschaut, die Mähne geschüttelt, mit dem Arsch gewackelt. Nicht unattraktiv vielleicht, aber die sportliche Leistung tritt dabei aber ganz weit in den Hintergrund. Die Stange ist hier nur Requisit zum Softpornoräkeln. Eine Assoziation des Pole Dances mit Topless-Bars und gar Prostitution ist so verständlich, wenn auch nicht in sich begründet.
Pole Dance, wie er als Fitnesstraining bereits in unzähligen deutschen Studios angeboten wird, ist dagegen harter Sport. Nichts anderes. Die Kursleiterinnen tragen kein dickes Makeup, knappe Höschen und offene Haare. Sie sind auch keine ehemaligen Stripperinnen, die brave Hausfrauen in ihr schmutziges Geschäft ziehen wollen. Es sind Fitnesstrainer wie alle anderen Studiomitarbeiter auch. Nur haben sie mit mehr Vorurteilen zu kämpfen. Sie müssen sich und ihren Sport immer wieder aufs Neue erklären, rechtfertigen, vom Rotlichtdenken abgrenzen.
Dabei muss man sich nur eine erste Pole-Dance-Unterrichtsstunde anschauen, um von diesen Phantasien geheilt zu werden: Da schwitzen Muttis von nebenan und pummelige Teenager um die Wette, während sie unbeholfen an der Metallstange klammern und sich beim Versuch sich mit den Oberschenkeln zu halten zahllose blaue Flecke holen. Schmerzverzerrte Gesichter, verstauchte Knöchel, steife Verrenkungen. Sexy ist anders.
Wer Pole Dance aber später ein Mal richtig beherrscht, ist sexy: Der muss nämlich seinen Körper perfekt unter Kontrolle haben. Kraft, Spannung, Eleganz. Das macht den Sport Pole Dance aus. Nichts für verweichlichte Selbstdarsteller. Und nichts für Spanner. Sorry.
naf/news.de
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