Ende eines Bilderbuchs
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Von Hans-Werner Rodrian
Bilder sagen mehr als tausend Worte. Genau auf dieses Motto vertraute auch der HB-Bildatlas. Im Dezember kam die letzte Ausgabe des geliebten Reisebegleiters heraus. Aber der Nachfolger ähnelt ihm verdächtig.
Es gilt, Abschied zu nehmen von einem lieben Reisebegleiter. Zugegeben, der HB-Bildatlas war nie das, was in schicken Lifestyle-Geschäften hochglänzend ausgelegt wird. Und der tollen Texte wegen habe ich ihn auch nie gekauft. Unter uns gesagt: Die meisten habe ich gar nicht gelesen.
Die schnörkellosen Hefte waren nach einem simplen Motto gestrickt: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Und genau das machte sie so praktisch: Bevor man irgendwo in Europa hinfuhr, kaufte man schnell ein Heft und blätterte es unterwegs durch. Schon kannte man das Wichtigste: was einen am Ziel erwartet und was man nicht verpassen darf.
Für die Details gab es dann einen stichwortartigen Infoteil zum Nachschlagen.
Doch das war einmal. Das HB-Männchen geht nicht mehr in die Luft. Mit Nummer 334 wurde die Reihe nach 30 Jahren eingestellt. Aus, verblichen, vorbei.
Der Titel Madeira im Dezember war der letzte. Bevor es jetzt aber allzu sentimental wird, nehmen wir immerhin zur Kenntnis, dass gleichzeitig ein neues Magazin das Licht der Welt erblickt. Der monatliche Dumont Bildatlas startete im Januar mit einem Heft über Paris. Der Verlag (übrigens derselbe) bezeichnet ihn als «völlig neu», vor allem wegen der «spektakulären Fotos».
Aber als ich den Neuling durchblätterte, kam mir hinter der lifestyligen Fassade doch manches bekannt vor. Gott sei Dank. Die Reportagen und Specials sind jetzt allerdings angeblich ganz anders. Aber wie gesagt: Die habe ich eh nie gelesen.
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