Grüne wollen nicht noch höher hinaus
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Wintersport und Klimaschutz passen nicht wirklich zusammen. Daher fordern die Grünen nun, die Erschließung neuer Skigebiete zu stoppen.
«Wir müssen nicht auf das Skifahren, sollten aber dringend auf die Erschließung neuer Skigebiete verzichten», schrieb die Grünen-Politikerin Undine Kurth am Samstag in der taz. Wegen des Klimawandels weiche der Wintersport in immer höhere und ökologisch sensiblere Lagen aus.
Hintergrund ist, dass wegen der globalen Erwärmung immer mehr Skigebiete nicht mehr schneesicher sind. Nach einer Analyse des Deutschen Skiverbands könnten womöglich künftig erst Regionen oberhalb von 1200 bis 1500 Metern ausreichende Schneehöhen bieten. In der Schweiz, wo heute noch etwa 85 Prozent der Skigebiete als schneesicher gelten, könnten es künftig nur noch 63 Prozent sein, erklärt der Skiverband auf seiner Internetseite.
Kurth kritisierte die Umweltbelastung durch den Wintersport. «Wenn für das Geschäft mit dem Wintersport Wälder fallen, Wasser für Kunstschnee verpulvert wird und Skilifte bis mitten in die Nacht arbeiten, dann greifen wir rabiat in den Naturhaushalt ein», erklärte die parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag.
Energiefresser für die Piste
Auch der Naturschutzbund Deutschland prangerte Schneekanonen an, die pro Hektar etwa drei Mal soviel Energie wie ein Vier-Personen-Haushalt verbrauchten. «Der intensive Wintersport riskiert sein wertvollstes Gut zu zerstören: sein Naturkapital und die atemberaubende Schönheit der Alpenlandschaft», schrieb Nabu-Naturschutzexperte Julian Heiermann in der taz. «Der Alpenraum ist bereits stark gebeutelt.»
Wegen des Klimawandels werde die Wintersaison immer kürzer und Skigebiete wanderten in höhere Lagen. «Die Folge: Noch mehr Lebensraumzerstörung, Zerschneidung der Landschaft durch Pisten und Lifte, Abholzung der wertvollen Bergwälder, Bodenverdichtung, Erosion, alles auf Kosten der Tier- und Pflanzenwelt», schrieb Heiermann.
Der Deutsche Skiverband setzt dagegen auf «technische Beschneiung» als «integralen Teil eines erfolgreichen Konzepts im Skitourismus». Allerdings müsse von Fall zu Fall entschieden werden, ob Beschneiungsanlagen ökologisch und ökonomisch sinnvoll eingesetzt werden könnten, erklärt der DSV-Umweltbeirat auf der Internetseite des Verbands. Im übrigen seien im Umgang mit dem Klimawandel «Innovationen im Schneesporttourismus» nötig, so zum Beispiel «schneeunabhängige Erlebnisformen».
bla/news.de/ap
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