Modedesigner Muse wechsel dich!

Die Ära der Musen ist vorbei, sagen Dolce & Gabbana. Ihre Kollegen interessiert das herzlich wenig, und so üben sie sich weiterhin im Massenverschleiß der Inspirationsquellen.

Wechselt seine Musen wie seine Unterwäsche: Karl Lagerfeld.  (Foto)
Wechselt seine Musen wie seine Unterwäsche: Karl Lagerfeld. Bild: dpa

Beth Ditto, Sängerin der Band Gossip, scheint dank ihrer Körperfülle das bisherige Bild der Designermuse zu revolutionieren. Sie misst knappe 1,60 Meter und soll dabei stattliche 100 Kilogramm wiegen. Sie ist eine angenehme Abwechslung für das Auge, wenn Designer sonst nur Hungerhaken im Arm halten. Das Label «normal» steht ihr dennoch nicht.

Ausgefallene Outfits mit wenig Stoff und viel Make-up lassen sie zur neuen Muse von Karl Lagerfeld werden. Dick befreundet mit Kate Moss, wird Ditto auf jede Fashionshow eingeladen und darf in der ersten Reihe Platz nehmen. «Die schmiss sich auf die Leute, das Mädchen ist toll. Sie hat Mut, sich so gehen zu lassen und das zu zeigen», sagte Lagerfeld in einem Interview mit Johannes B. Kerner.

Trotzdem hat sich Kollegin Lily Allen bei ihm durchsetzen können und wirbt zukünftig für die neue Handtaschenkollektion Chanel Coco Cocoon. Aber das überrascht weniger; Meister Karl wechselt seine Musen wie die Unterwäsche. Claudia Schiffer, Amy Winehouse, Kurt Cobain-Tochter Frances Bean und das neue deutsche Topmodel Toni Garrn stehen auf seiner Liste der Inspiration. Und da Lagerfeld gern mal aus der Reihe tanzt, zählt er auch zu den wenigen Modeschöpfern, die sich einen Jüngling an die Seite stellen. Der Amerikaner Brad Kroenig hat es ihm schon vor fünf Jahren angetan.

«Er braucht keine Stimme. Sein Gesicht und sein Körper genügen und erlauben alle Wechsel», sagte er der Welt am Sonntag. Er sterbe, sobald das Licht der Scheinwerfer erlösche und «was bleibt, ist der normalste All American Boy, den man sich vorstellen kann und von dem man nie all diese Transformationen erwarten würde.»

Auch Designer Marc Jacobs hat einen hohen Musen-Verschleiß, sowohl für seine eigenen Labels als auch für das Traditionshaus Louis Vuitton, für das er seit 1997 arbeitet. Ob Madonna, Sofia Coppola oder Scarlett Johansson, jede durfte sich Muse von Marc Jacobs nennen. Manche von ihnen inspirieren den Designer so sehr, dass er Accessoires nach ihnen benennt: die Stam-Bag nach Model Jessica Stam oder die BB-Bag nach dem philippinischen Blogger Bryanboy.

Accessoires oder Kleidungsstücke nach der Inspirationsquelle zu benennen, ist aber kein neuer Trend. Die berühmtesten Taschen der Geschichte, die Kelly-Bag und die Birkin-Bag vom Luxuslabel Hermès, wurden bereits in den 50er Jahren nach Grace Kelly benannt beziehungsweise 1984 für Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin entworfen. Bis heute haben beide Taschen Kultstatus und kosten bis zu 90.000 Euro.


Weiterführende Links:

Hype um Beth Ditto: Muse au Chocolate
Modekonzern: Escada ist pleite
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nak/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • FIDEL
  • Kommentar 1
  • 06.08.2010 20:09

ich würde sagen:LAGERFELD WECHSELT IHN OPAS UND 100 KG FASHION IST NICHT DRINNE!

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