Mo., 13.02.12

Kommentar zu einem Mythos Kaufe niemals Chanel, wenn kein Chanel drin ist

Von news.de-Mitarbeiterin Sarah Lemp

Artikel vom 12.08.2009

Sie wurde im Februar 1955 geboren und erlangte Kultstatus. Die Rede ist aber nicht von einer Person. Gemeint ist die wohl am meisten kopierte Tasche der Welt. Die 2.55 von Coco Chanel.

Es vergeht kein Tag, an dem man nicht Models oder It-Girls mit der Kulttasche in den Klatschspalten entdeckt. Zugegeben, an ihnen sehen die Taschen wahnsinnig gut aus. Zerrissene Röhrenjeans, stinkende Chucks (Turnschuhe der Marke Converse) und ursprünglich weißes T-Shirt wären ohne Stepptasche an Kettenhenkeln wirklich fade. Dank Chanel lässt das gute Stücke Frauen aber auch im Gammellook noch glamourös aussehen.

Liegt es daran, dass man sich mit der Tasche in der Hand selbst wie Coco fühlt? Stark, unabhängig und mit dem Gefühl, erfolgreich mit dem Kopf durch die Wand rennen zu können? Oder liegt es daran, dass wir Opfer der Mode sind und alles, was wir an Lindsay Lohan, Nicole Richie und Co. sehen, zwanghaft kopieren müssen? Wer jetzt mit dem Kopf nickt und die nächste Chanel-Boutique ansteuert, sei gewarnt. Ein Stück von dem Luxuskuchen schlägt mit mindestens 1700 Euro zu Buche.

Aber bitte, meine Damen! Das ist kein Grund, sich das gute Stück schlecht kopiert und aus knirschendem Kunstleder vom Wühltisch auf dem Markt zu kaufen. Dieser Kauf lohnt sich nie, auch wenn die Händler mit verführerischen Preisen locken. Als Kopie erkennt man die Tasche schon auf 100 Meter Entfernung. Von Modeexperten wird der Fake belächelt, von Unwissenden ohnehin nicht beachtet. Also sparen Sie sich das Geld.

Seit die It-Girls und Fashionistas dieser Welt den Klassiker an ihren dünnen Ärmchen baumeln lassen, sind auch Modeketten wie Zara, H&M und C&A auf den Trendzug aufgesprungen und liefern jede Saison Taschen mit Steppnähten nach dem Chanelvorbild. Aber auch davon sollte man die Finger lassen. Außer, die Kopie ist dem Original so fern, dass sie schon wieder individuell ist.

Und so bleibt nur der Kauf einer schlichten, hochwertigen Tasche, die nicht nach Kopie eines Klassikers aussieht. Oder man spart tatsächlich auf das teure Original. Darüber ist aber schon manche Frau ergraut. Kein Wunder also, dass die Chanel 2.55 auch als Oma-Tasche bezeichnet wird.


Weiterführende Links:

«Coco Chanel» im Kino: Ein Appell an den Ehrgeiz
Escada vor der Insolvenz: Siechtum de luxe

kas/news.de

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