Speckkäfer Haarige Hauptstädter 

Speckkäfer (Foto)
Oft werden Löcher in Kleidungsstücken der Kleidermotte zugeschrieben, doch nicht selten sind die Larven des Berlinkäfers für den Schaden verantwortlich. Bild: naturspaziergang.de

Heimliche Mitbewohner im Haus: Erst sitzen die kleinen Käferchen auf der Fensterbank dann liegen in der  Küchenschublade braune haarige Larven mit langen Schwanzborsten. Was tun bei einer Invasion von Berlinkäfern?

Im Sommer finden Sie auf der Fensterbank manchmal kleine, nur wenige Millimeter große, dunkle Käfer, die anscheinend nach draußen wollen. Freundlich öffnen Sie das Fenster und befördern die Krabbeltiere hinaus. Ein wenig stutzig werden Sie dann aber doch, als Sie in der Küchenschublade braune haarige Larven mit langen Schwanzborsten finden. Dahinter steckt  ein Vertreter der Familie der Speckkäfer (Dermestidae), und zwar sehr wahrscheinlich der sogenannten Berlinkäfer (Trogoderma angustum), der im vergangenen Jahrhundert aus Südamerika eingeschleppt und anfangs vor allem in Berlin beobachtet wurde.

Mittlerweile ist er deutschlandweit verbreitet. Man kann den Käfer gut an der schmutzig-stumpf erscheinenden, mit hellen Querbinden versehenen dunklen Oberseite erkennen. Die Larven ernähren sich von einer Vielzahl trockener organischer Substanzen sowohl tierischer wie pflanzlicher Herkunft. Man findet Berlinkäfer wie andere Speckkäfer auch an Wollteppichen, Fellen, Federn, getrocknetem Fleisch, toten Insekten, Tiertrockenfutter, Nüssen und Getreideprodukten, von denen sich immer auch mal ein paar Krümel hinter dem Kühlschrank oder unter dem Schrankpapier finden.

«Löcher in Kleidungsstücken werden oft für Fraßbilder der Kleidermotte gehalten, doch nicht selten sind die Larven dieser Käfer für den Schaden verantwortlich», erklärt Insektenkundler Andreas Haselböck aus Hattersheim. Speckkäfer sind Materialschädlinge, die beispielsweise zoologische Sammlungen zerstören können. Aber auch im Haushalt sind sie nicht gern gesehen, da es zur Verunreinigung von Vorräten und zu Beschädigungen an Naturmaterialien durch die Larven kommen. Zudem besitzen Speckkäferlarven zur Feindabwehr aufstellbare Haare, die leicht abbrechen und mit dem Hausstaub eingeatmet werden können. Bei empfindlichen Menschen können sie Allergien auslösen.

Untersuchen Sie daher alle in Frage kommenden Materialien auf Befall hin. Die Befallsquelle muss gefunden und beseitigt werden. Dabei können auch - vor allem in Altbauten - in Dielenspalten und anderen Hohlräumen angesammelte Tierhaare, Insekten oder mumifizierte kleine Kadaver als Befallsherd in Frage kommen. Saugen Sie Spalten und Ritzen aus. «Befallene Materialien können Sie für drei Tage in die Tiefkühltruhe legen, um Eier und Larven abzutöten», so Haselböck. Mehr Informationen findet man unter naturspaziergang.de.

Quelle: Deutsches Günes Kreuz/bok/news.de

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