Software X-pire Der Radiergummi fürs Netz

«Digitaler Radiergummi» soll Verbraucher schützen (Foto)
Mit der Software X-pire kann man Bilder mit einem Verfallsdatum versehen. Vor Ablauf dieses Datums wird es im Firefox-Browser normal angezeigt. Bild: dpa

Das Verbraucherschutzministerium will Fotos in sozialen Netzwerken wie Facebook mit einem Verfallsdatum versehen. Ein Saarbrücker Informatiker stellte dazu jetzt die passende Software vor.

Fotos mit Verfallsdatum - viele Nutzer sozialer Netzwerke würde das ruhiger schlafen lassen. Schließlich könnten sie dann selbst bestimmen, ab wann Bilder, die sie zum Beispiel bei Facebook zeigen, nicht mehr zu sehen sind. Ein Wissenschaftler der Universität Saarbrücken hat nun einen «digitalen Radiergummi» entwickelt, der genau dafür gedacht ist: Der Informatiker Michael Backes stellte am Dienstag (11. Januar) eine Software-Lösung vor, die es möglich macht, Fotos vor dem Hochladen ins Netz mit einem Verfallsdatum zu versehen. Dieses Zusatzprogramm für den Internet-Browser Firefox werde voraussichtlich in der nächsten Woche fertiggestellt, sagte Backes.

Die Betaversion der Radiergummi-Software namens X-pire - nach dem englischen Verb «to expire» für erlöschen - kann schon jetzt ausprobiert werden. Das Plugin ist schnell installiert und einfach zu bedienen. Erst wählt man in dem Dialog eine Foto-Datei im jpg-Format aus - maximal ist die Größe in der Betaversion auf 50 KB begrenzt. Dann wird ein Ablaufdatum eingestellt, nach dem das Foto nicht mehr sichtbar sein soll - hier kann man pauschal einen Monat oder auch eine ganz individuelle Frist einstellen. Schließlich wird noch angegeben, ob man den Radiergummi für eine eigene Website oder für Facebook oder das Fotoportal Flickr nutzen will.

Danach wird das Foto so verschlüsselt, dass es mit üblichen Bildbetrachtern nicht mehr angezeigt werden kann - zu sehen ist dann lediglich eine schwarze Fläche mit einem Hinweis auf X-peria. Der um das X-peria-Plugin erweiterte Firefox zeigt das Bild jedoch an - theoretisch so lange, bis das Ablaufdatum überschritten ist. Danach soll es nicht mehr angezeigt werden. Backes räumte allerdings ein, dass während der Zeit der Sichtbarkeit auch ScreenshotsEnglischer Begriff für Bildschirmfotos. möglich sind - diese lassen sich dann beliebig kopieren und für unbestimmte Zeit aufbewahren.

Das Programm X-pire ist nach der endgültigen Fertigstellung nicht mehr kostenlos. Es werde ein Flatrate-Modell für rund zehn Euro im Monat geben oder einen Preis nach Anzahl der mit einem Verfallsdatum versehenen Bilder - hier sollen 20 bis 30 Bilder zehn Euro kosten. Mehr Information zur Software findet sich unter x-pire.de.

Quelle: dpa/tmn/bok/reu/news.de

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