Vertrauen ist gut, vorab informieren besser
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Auf die Rettung verloren geglaubter digitaler Dokumente hat sich eine ganze Branche spezialisert. Ihr Ruf ist nicht der beste, nur den Versuch lassen sich viele Datenretter teuer bezahlen. Tipps, wie man seriöse Datenretter erkennt.
(PR-Meldung) Missgeschicke im Ungang mit Rechnern sind häufige Ursache für den Verlust von Daten. Der Kaffee ergießt sich auf den Laptop, das Kleinkind zieht am Kabel ... Wer nun seinen defekten Computer zur Datenrettung in fremde Hände geben muss, der braucht Vertrauen. Vertrauen in den Dienstleister, denn immerhin hat der uneingeschränkten Zugriff auf alle privaten und geschäftlichen Daten, die auf dem Rechner gespeichert sind. Wem man vertrauen kann und wem nicht, dafür gibt es keine festen Kriterien – nur Anhaltspunkte. Hier die wichtigsten:
Testberichte und Internetforen
Fachzeitschriften nehmen immer wieder Datenrettungsunternehmen unter die Lupe. Hier lohnt also ein Blick ins Archiv, um sich zu orientieren. Internetforen bieten Beiträge und Erfahrungsberichte von betroffenen Personen, die eine Datenrettung in Anspruch genommen haben. Sollte ein Datenrettungsunternehmen mehrfach negativ auffallen, dann ist dies ein erstes Alarmsignal. Umgekehrt sind Empfehlungen aus der Praxis ein positiver Indikator für ein seriöses Unternehmen.
Festpreise oder Individualpreise
Jeder Datenrettungsfall ist einzigartig. Genau aus diesem Grund sollte es skeptisch machen, wenn die Datenrettung zu einem Fixbetrag angeboten wird. Denn aus einem Fixpreis ergeben sich für Verbraucher zwei mögliche Szenarien, die beide kein wünschenswertes Ergebnis bringen: Entweder der Preis ist im Vergleich zum Aufwand zu hoch – Verraucher zahlen zu viel. Oder aber: der Preis ist zu niedrig - ab einem bestimmten Punkt wird die Datenrettung mit der Begründung, dass eine Wiederherstellung der Daten angeblich unmöglich ist, nicht weiter durchgeführt.
Der wahre Grund ist jedoch oft, dass die Kosten der Datenrettung den Festpreis übersteigen und der Datenretter Verlust machen würde. Deshalb sollte man von Datenrettern stets einen individuellen Kostenvoranschlag verlangen. Zudem ist Kommunikation alles. Ein Unternehmen sollte den Kunden laufend über den Status der Wartung informieren und offen über eventuelle Zusatzkosten sprechen. Ein guter Anbieter gibt auch Preisspannen an, in welchen sich ein Fall bewegen kann, sie nennen meist ein Best- und Worst-Case Szenario.
Preiskalkulation
Kalkuliert wird meist pauschal nach Datenvolumen. Der tatsächliche Auf wand für eine Datenrettung setzt sich aus drei Punkten zusammen: erstens aus dem zeitlichen Aufwand der Techniker zur Reparatur der Festplatte und eventuell Reparatur der Dateisysteme bzw. Rekonstruktion von RAID-Systemen. Zweitens aus den Kosten für die bei der Reparatur benötigten Ersatzeile (baugleiche Festplatten) und drittens aus der Dringlichkeit für den Kunden, die benötigten Daten wiederzuerhalten (Arbeit am Wochenende, nachts).
Wenn der Schaden behoben ist und die Rohdaten ausgelesen werden können, dann ist das Auslesen der Daten ein Vorgang, der passiv im Hintergrund abläuft. Nach Datenvolumen, also nach Gigabyte abzurechnen, ist daher keine seriöse Kennzahl für die Preisgestaltung. Ein einfaches Beispiel: Egal, ob bei einer Festplatte mit einem beliebigen Schaden X der Kunde alle Daten benötigt oder nur eine Datei, die Reparatur ist meistens gleich aufwendig.
Kostenlose oder kostenpflichtige Diagnose
Einige Datenretter bieten eine kostenlose Analyse an. Verbraucher sollten in diesem Fall genau die Leistung besprechen, die in diesem Rahmen erbracht werden soll. In der Regel werden die Kosten der Datenrettung nach Begutachtung des Datenträgers durch die Techniker und Ingenieure geschätzt und dem Kunden ein Angebot unterbreitet. Allerdings hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Datenrettung stattgefunden. Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen: Wann muss ich verbindlich was bezahlen? Was muss ich bezahlen, wenn meine Daten nicht gerettet werden können?
Nach Abschluss einer kostenpflichtigen Diagnose sollten Sie als Kunde einen Diagnosebericht erhalten. In diesem sollten physikalische und logische Schäden beschrieben werden. Sollten einige Dateien defekt sein, sollte der Kunde darüber ebenfalls eine Liste erhalten. Klären Sie daher vor Auftragserteilung, ob Ihr Datenretter diese Diagnoseberichte anbietet.
Firmensitz und Gerichtsstand des Datenretters
Der Gerichtsstand sollte im Inland und nicht im Ausland sein. Rechtsgrundlagen können in anderen Ländern - auch in europäischen - mitunter völlig unterschiedlich sein. Außerdem sollten Sie sicher gehen, dass der Datenretter tatsächlich die Dienstleistung zu 100 Prozent selbst erbringt und nicht an einen anderen (ev. ausländischen) Subunternehmer weitergibt. Lassen Sie sich diese Zusicherung und auch den Schutz Ihrer Daten durch AGBs schriftlich vom Datenretter geben.
Seriöse Datenretter haben inländische Bankverbindungen. Es ist zudem sehr bedenklich, wenn der Name des Rechnungsempfängers vom dem des Datenrettungsunternehmens abweicht, welches beauftragt wurde. Wenn kein korrektes Impressum vorhanden ist (vollständige Adresse, Handelsregisternummer, Geschäftsführer/Inhaber, Kontakt und Bankverbindungen), dann sollten Geschäftsbeziehungen unterbleiben.
Eigenwerbung
Angaben auf der Dienstleister-Homepage über Größe des Unternehmens, Anzahl der Standorte, Reinraumlabore, 24-Stunden-Service, Datenschutzversprechen oder Erfahrung im Markt - dies alles sind zwar wichtige und notwendige Punkte, im Zweifel sind diese allerdings für einen Außenstehenden nur schwer nachvollziehbar. Wer es einrichten kann, sich vor Ort ein eigenes Bild vom Unternehmen machen zu können, sollte das tun.
Fazit: Datenrettung ist und bleibt also Vertrauenssache. Da man als Kunde in der Regel die internen Abläufe des Unternehmens nicht kennt, kann schnell ein Gefühl des Ausgeliefertseins entstehen – ähnlich wie bei einer Auto-Werkstatt. Dem können Verbraucher vorbeugen, indem sie sich systematisch ein Bild über Datenrettungsunternehmen machen und in der Folge den Datenretter auswählen, der am vertrauenswürdigsten erscheint.
Quelle: pte/bok/reu/news.de