Fettsuchtforschung Ach, du dickes Ei

Dicken Schwangeren droht Übergewicht (Foto)
Saure Gurken, Nutella, Eisbein - Trotz Appetitschüben sollten auch Schwangere aufs Gewicht achten. Bild: dpa

Dicken Schwangeren droht später Übergewicht.

(PR-Meldung) Frauen, die in der Schwangerschaft exzessiv viel Gewicht zulegen, sind Jahrzehnte nach der Geburt häufig übergewichtig. Das berichten Forscher der University of Queensland im American Journal of Clinical Nutrition. «Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft kann unabhängig von anderen Faktoren vorhersagen, ob Frauen langfristig Übergewicht entwickeln», berichtet Studienleiter Abdullah Mamun. Schon früher hatte der Forscher gezeigt, dass auch die Kinder dieser Mütter im Erwachsenenalter eher fettleibig werden. Für die Erforschung des Langzeiteffekts nahmen die Forscher nun Daten von 2000 Frauen unter die Lupe, die zwischen 1981 und 1983 ein Kind in einem bestimmten Spital in der Stadt Brisbane geboren hatten. Deren Zunahme während der Schwangerschaft betrug durchschnittlich 14,7 Kilo - oder 400 Gramm pro Woche. War bei vier von zehn Frauen die Zunahme normal, geschah sie bei einem Drittel exzessiv und bei 26 Prozent in sehr geringem Ausmaß.

21 Jahre nach der Entbindung stellten sich die Frauen erneut auf die Waage. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang des aktuellen Gewichts mit der Zunahme in der Schwangerschaft. «Die Frauen, die als Schwangere übermäßig stark zugenommen hatten, waren 21 Jahre später 4,5 mal eher übergewichtig. Im Schnitt wogen diese Gruppe 20,4 Kilo mehr als zwei Jahrzehnte zuvor», berichtet Mamun. Alter und Bildungsniveau der Mutter, Body-Mass-Index, Rauchen, Fernsehen, Blutdruck, Diabetes, Entbindungsform, Stilldauer und Eintritt der Menopause wurden ebenfalls berücksichtigt, zeigten jedoch keine Auswirkungen.

Die normale Zunahme während einer Schwangerschaft beträgt rund zwölf Kilo. «Ein Kilo davon macht der Anstieg des Blutvolumens aus, bis zu dreieinhalb Kilo jeweils das Kind und das Fruchtwasser, in dem es schwimmt. Der Rest geht auf das Konto des vermehrten Gewebswassers», erklärt Alexander Teichmann, Chefarzt der Frauenklinik und Hebammenschule Aschaffenburg . Schwangeren empfiehlt er, nicht nur auf Rauchen und Alkohol zu verzichten, sondern auch auf die Vermeidung von Übergewicht zu achten. «Kurz vor der Geburt und im Wochenbett entwickeln Frauen einen außerordentlichen Hunger. Durch unkontrolliertes Essen verursachte Kilos müssen aber wieder mühsam abgebaut werden.»

Quelle: American Journal of Clinical Nutrition/pte/bok/reu/news.de

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