29.08.2019, 10.31 Uhr

Niederländisches Königshaus: DAS sind ihre größten Skandale 

Die niederländischen Royals gelten für viele Menschen als Vorbilder. Aber auch bei den Oranjes gab es in den vergangenen Jahren heftige Skandale, die für jede Menge Aufsehen sorgten - sehen Sie selbst.

Das sind die größten Skandale des niederländischen Königshauses. Bild: picture alliance/Dietmar Stiplovsek/APA/dpa

Die niederländische Königsfamilie tritt immer sehr sympathisch und volksnah auf. Das die Royals aber auch dunkle Schatten auf ihrer Familiengeschichte haben, kann man eigentlich nicht glauben. Doch die Oranjes haben die Weltöffentlichkeit in den letzten Jahren mit einigen Enthüllungen geschockt.

Hörte Prinzessin Beatrix heimlich ihre Nichte ab?

2003 erschütterte der als „Margarita-Gate" bekannt gewordene Skandal das Königshaus. Prinzessin Margarita warf Königin Beatrix vor, sie bespitzeln zu lassen. Die Tochter von Prinzessin Ingrid hatte erklärt, sie habe bei einem Treffen mit ihrer Tante aus deren Augenzwinkern und Gemurmel in einem angrenzenden Zimmer abgeleitet, dass das Gespräch abgehört werde. Außerdem war sie der Königin und der Regierung vor, die Vergangenheit ihres Mannes Edwin de Roy van Zuydewijn auf illegale Weise durchleuchtet zu haben. Angeblich habe er sogar Abhörwanzen in seiner Wohnung entdeckt. Die Affäre schlug immer höhere Wellen. Edwin de Roy van Zuydewijn wollte die Königsfamilie sogar verklagen.

Später stellte sich heraus, dass der niederländische Geheimdienst Prinzessin Margarita und ihren Mann tatsächlich auf Anweisung von Königin Beatrix heimlich überprüft hatte. Allerdings handelte es sich dabei um eine zulässige Sicherheitsmaßnahme.

Ein Jahr später ließ sich Prinzessin Margarita scheiden und entschuldigte sich für den Skandal. Prinzessin Beatrix verzieh ihrer Patentochter. "Das Vertrauen war sehr beschädigt worden. Ich habe es wirklich zurückgewinnen müssen. Dass sie mir eine neue Chance gegeben hat, finde ich großartig, um nicht zu sagen ... ergreifend", erklärte Prinzessin Margarita 2016.

Die Vergangenheit von Maximas Vater

Die Hochzeit von Kronprinz Willem-Alexander mit der argentinischen Investment-Bankerin Maxima Zorreguieta sorgte 2002 für ein gewaltiges Medienecho. Doch es war nicht die Braut, die beim niederländischen Volk auf Ablehnung stieß – sondern ihr Vater Jorge Zorreguieta hatte unter der Regierung von Diktator Jorge Rafael Videla den Posten des Landwirtschaftsministers bekleidet. Insgesamt fielen 30.000 Menschen der argentinischen Militärdiktatur zum Opfer. Zorreguieta bestritt jedoch, von den Verbrechen des Regimes gewusst zu haben. Dennoch durfte der Argentinier weder bei der Hochzeit seiner Tochter noch bei der Krönung seines Schwiegersohnes dabei sein. Königin Maxima hielt dennoch weiter zu ihrem inzwischen verstorbenen Vater Kontakt.

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Friso und Mabel sorgen für Zündstoff

Als sich Prinz Friso und Mabel Wisse Smit am 30. Juni 2003 verlobten, hing der Himmel nur kurz voller Geigen. Denn die Bankierstochter wurde schnell von ihrer Vergangenheit eingeholt. Als Studentin soll Mabel nämlich mit dem Drogenbaron Klaas Bruinsma liiert gewesen sein. Doch damit nicht genug: Zu ihren früheren Liebschaften soll außerdem der umstrittene bosnische Minister und Botschafter Muhamed Sacirbey gehört haben. Weil Mabel versuchte ihre Affären zu vertuschen, verweigerte das Parlament seine Zustimmung zur Ehe. Friso heiratete seine große Liebe trotzdem und gab für sie sogar seinen Titel auf.

Prinz Bernhard kassierte Schmiergeld

Prinz Bernhard sorgte selbst aber auch für einen großen Skandal. 1976 wurden Anschuldigungen laut, dass er in seiner Funktion als Generalinspekteur der niederländischen Armee von dem US-Flugzeugbauer Lockheed Bestechungsgelder angenommen haben soll.

Angeblich bekam er 1,1 Millionen US-Dollar, weil er für den Kauf der Lockheed F-104 für die Königliche Luftstreitkräfte sorgte. Der Vater von Prinzessin Beatrix stritt alle Vorwürfe ab. Ministerpräsident Joop den Uyl ließ gebürtigen Deutschen die Wahl: Entweder sollte er alle öffentlichen Ämter aufgeben oder sich einem Gerichtsprozess stellen. Der Mann von Königin Juliana trat schließlich von all seinen Posten zurück. Nach dem Tod von Prinz Bernhard wurde seine Schuld zweifelsfrei belegt.

Königin Maxima sorgt für Steuer-Skandal

Anfang 2019 geriet auch Royal-Liebling Königin Maxima ins Kreuzfeuer. Der Vorwurf: Die gebürtige Argentinierin soll in ihrem Heimatland Steuern hinterzogen haben. Wie die Webseite "El Cohete a la Luna" behauptet, hatte die Ehefrau von König Willem-Alexander dem Finanzamt angeblich nicht den korrekten Wert ihrer Ländereien mitgeteilt. Vor zehn Jahren hatte Königin Maxima an der Grenze zu Chile etwa 3000 Hektar Land gekauft. Der Wert ist inzwischen gestiegen, weil weitere Häuser auf dem Grundstück gebaut wurden. Doch angeblich hatte sie vergessen, dies auch den Behörden mitzuteilen. Dadurch soll sich die dreifache Mutter steuerliche Vorteile erschlichen haben.

Das niederländische Königshaus wies die Vorwürfe entschieden zurück: "Königin Maxima respektiert die Steuergesetze und -bestimmungen in Argentinien. Dies wird auch von den zuständigen Behörden in Argentinien bestätigt." Inzwischen ist längst Gras über die Sache gewachsen.

Prinz Bernhard und seine wilden Affären

Kurz vor seinem Tod offenbarte Prinz Bernhard zwei uneheliche Kinder gezeugt zu haben. Das Zeitungsinterview durfte aber erst zwei Wochen nach seinem Ableben veröffentlicht werden. Schließlich kam heraus, dass der Vater von Prinzessin Beatrix noch zwei weitere Töchter hatte. Alexia Grinda-Lejeune (*1967) ist die Tochter seiner Geliebten Hélène Grinda, Alicia de Bielefeld (*1952) stammt aus einem Verhältnis mit einer Amerikanerin.

Königin Juliana soll von ihrer Existenz gewusst haben. „Meine Frau sagte, dass es besonders liebe Kinder waren", sagte er der Tageszeitung "Volkskrant" vor seinem Tod. Wie das momentane Verhältnis von Prinzessin Beatrix zu ihren Halbschwestern aussieht, ist nicht bekannt.

Lesen Sie hier: Warum ist das niederländische Königshaus Orange?

ah/add/news.de

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