21.06.2019, 08.51 Uhr

Madonna: Die Queen of Pop - Madonna goes strange

Madonnas Auftritt beim ESC erntete heftigste Kritik (nicht aufgrund ihrer Augenklappe!) - jetzt setzt sie noch eins drauf: "Madame X" - das neue Album ist da!!!

Madonna und Madame X Bild: Universal Music International/dpa

Über ein Jahr mussten Madonna-Fans auf das neue Album warten - nachdem sie die erste Single-Auskoppelung bei einem Gala-Abend in New York zum Besten gab. Nun ist es endlich da - das 14. Werk! Und es ist sehr anspruchsvoll, meinen nicht nur die Kritiker. Madonna ist bekannt als Soundbastlerin. Keine andere Solointerpretin machte im Laufe ihrer Karriere dermaßen viele musikalische Wandlungen durch wie die Queen of Pop. Im Jahr 1983 stieg Madonna mit "Holiday" in die Charts ein und sollte ab sofort ihren Kolleg(en)-innen das Fürchten lehren. Seither erfand sie sich musikalisch mehrfach neu. So näherte sie sich mit dem Song "I'm breathless" aus dem Soundtrack zum Film "Dick Tracy" dem Jazz. Parallel dazu zeigte sie, daß sie mit "Vogue" auch durchaus im House mitmischen kann. Es folgten Produktionen mit HipHop- und R'n'B-Einflüssen, bis sie 1995 nach dreimonatigem Gesangsunterricht in Andrew Lloyd Webbers Musical "Evita" brillierte. Trance, Ambient und Modern House - ja sogar Country: Madonna versuchte sich in nahezu allen Stilrichtungen. Und nun "Madame X" mit satten Latino-Klängen und dem "Tanz der Rohrflöten" aus Tschaikowskis "Nussknacker"!!!

Madonna als sexuelle Erlöserin

Die fünfte Auskoppelung "Dark Ballet" ist ebenso gewöhnungsbedürftig wie das dazu aufgezeichnete Video, in dem Madonna den LGBTI-Aktivisten Mykki Blancos als männliche Jeanne d'Arc zeigt und verbrennen lässt. V.a. in der Kirche war ein erneutes Aufschreien zu vernehmen. Zeigt sie doch die Inquisition, Kirchenvertreter und jede Menge sakraler Symbole. Die in Bay City/Michigan geborene Madonna Louise Veronica Ciccone wuchs in einem streng gläubigen römisch-katholischen Elternhaus auf. Als Teenager jedoch brach sie mit ihrem bisherigen Glauben. Seither greift sie immer wieder auf die katholische Symbolik zurück, um damit zu provozieren und wieder in die Schlagzeilen zu kommen, wie zumindest ihre Kritiker behaupten.

Keine Rede von Rente

Nun ist Madonna 60 Jahre alt - viele denken da bereits an den Ruhestand. Vor allem auch, da die Konkurrenz der Jüngeren immer grösser wird. Mit ihrem aktuellen Album möchte sie v.a. Erzrivalin Beyoncé gegenüber zeigen, dass sie ihren Thron noch lange nicht verlassen will (die letzte Einstellung im Dark Ballet-Video zeigt den Protagonisten mit Krone vor dem Kirchenaltar). Ob ihr das gelingt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

US/add/news.de

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