Von news.de-Chefredakteur - 22.03.2019, 13.31 Uhr

William Shatner wird 88: Happy Birthday, Captain Kirk! Konflikte waren sein Karrieresprungbrett

Am 22. März feiert William Shatner seinen 88 Geburtstag. Sein Leben war sehr durchwachsen von Skandalen und geprägt durch seine Rollen. Besonders natürlich durch die Figur des rebellischen Schönlings, dem damals schwierigsten Kontrastprogramm einer gängigen Führungsfigur.

William Shatner wird 88. Bild: dpa

Seine Jugend verbrachte William Shatner mit der zunächst floppenden und umstrittenen Serie als Captain des Raumschiffes Enterprise und belebte damit die humanistische Vision von Gene Roddenberrys Zukunftstraum. Eine Rolle, die nicht nur sein Leben prägte, sondern einen enormen Beitrag zur Gesellschaft leistete, war sie doch ein echtes Statement gegen Rollenbilder, Herkunft und Religion. Das eine einzelne Sendung das in nur 79 Episoden schaffte, ist nicht nur dem Grundkonzept einer besseren Welt zu verdanken, sondern auch den starken Charakteren der Schauspieler, die bald zum Inbegriff gegen Intoleranz, Rassismus und Regelwert wurden. Es folgten sechs Kinofilme. Eine bis dahin ungeahnte Hysterie brach aus.

Spock und Kirk: Eine Hassliebe, die zum Kult wurde

Bis zu dieser Rolle war der Schauspieler selber eher nicht erfolgreich oder besonders gefragt. Erst die ungewöhnliche Konkurrenz mit dem erfolgreicheren Nebendarsteller Nimoy, die hartnäckigen Gerüchte über Affären, Allüren, Mobbing und der Kult um die auch politisch brisante Rolle selber machten aus Shatner was er bis heute ist: Captain James Tiberius Kirk.

Legendäre Feindschaft oder hervorragende PR-Strategie?

Das Leben von Shatner war geprägt durch die immer wieder belegte Hassliebe zu Leonard Nimoy, deren Konkurrenz letztendlich auch zu Vertragsunstimmigkeiten und zur wirklichen letzten Mission der originalen Mannschaft führte. Obwohl diese Hassliebe nur einander ausschloss, nicht jedoch das restliche Set, standen beide nach Abschluss der Dreharbeiten nie wieder zusammen vor der Kamera. Das Team zerbrach, die Ideale nicht. Als Shatners Frau im heimischen Swimmingpool ertrank, fanden die Kollegen freundschaftlich zueinander und trauerten zusammen. Die Eskapaden der Vergangenheit waren vergessen und die beiden bis zum Tod Nimoys brüderlich verbunden. Dennoch traten sie nie wieder zusammen auf die Brücke und die Rolle seines Lebens endete mehr oder weniger mit den unvergessenen Worten „Das wird sicher ein Spaß".

Auch wenn Nimoy Spock noch einige mal mehr verkörpern konnte, ist es Shatners Geschichte, die bis heute Kinder und Erwachsene von den Sternen träumen lässt und Regelbrecher aufregend und sexy hat werden lassen.

Vom Regelbrecher zum Sexisten

Deutlich mehr Episoden gab es in der zweiten "echten" Karriere von William Shatner. Natürlich gab es noch andere Rollen, die er verkörperte, aber wirklich symptomatisch für seinen Charakter oder das, was er als solchen verkörpern wollte, waren nur Kirk und die Rolle des Denny Crane in "Boston Legal".

William Shatner: Sexistische Sprüche von "Boston Legal"

Mit Sprüchen wie "Ich hab´ne Erektion... der Prozess kann beginnen.",

"Da waren 200 Frauen, das sind 400 Brüste und Du hast mir keine einzige davon gegönnt!",

"Moral... Eine Erfindung von den Mächtigen, damit das niedere Volk nicht so viel Spass haben kann."und

"Ich verstehe sowieso nicht, warum die Leute nicht öfter Gewalt einsetzen um ihre Probleme zu lösen, funktioniert jedes Mal."

gewann er unter anderem einen Golden Globe und einen Emmy.

Erfolg durch Konfrontation, durch Frechheit und ein Stück weit Respektlosigkeit. Und dabei das Herz eines Kämpfers.

William Shatner provoziert gerne. Er spielt die Rollen an denen Obrigkeiten sich stoßen und gewinnt gerade dadurch Sympathien. Nach 88 Jahren voller Rückschläge aber auch wirklich überirdischer Höhepunkte kann der Schauspieler auf eine beispiellose Karriere und Fangemeinde zurückblicken. Trotz voreiliger Todesmeldungen in den letzten Jahren erscheint ein nächstes Abenteuer nicht unwahrscheinlich.

Happy Birthday, Captain Kirk!

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nbl/fka/news.de

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