10.03.2019, 18.36 Uhr

Barbie feiert 60. Geburtstag: Was Sie über die Kult-Puppe wissen müssen

Mit Barbie feiert heuer eine echte Ikone ihren 60. Geburtstag. Eine Ikone, die es über die Jahre verstand, sich immer wieder zu wandeln. Wir werfen einen Blick auf ein bewegtes Leben, in dem auch die Liebe eine große Rolle spielte.

Man sieht ihr das hohe Alter nicht an! Barbie wird 60. Bild: Ole Spata/dpa

Am heutigen Samstag feiert eine echte Ikone ihren 60. Geburtstag. Das würde man gar nicht vermuten, wenn man das frische Antlitz der Seniorin in Augenschein nimmt. Da hat wohl jemand mit viel Plastik nachgeholfen... Und das ist nicht einem despektierlich gemeint. Immerhin handelt es sich bei der Jubilarin um Barbie. Wir stellen ihnen das Geburtstagskind näher vor, beleuchten ihre bewegte Geschichte und werfen natürlich auch ein Schlaglicht auf Barbies Liebesleben.

Ruth und Elliot Handler erfanden Barbie für ihre Firma Mattel

Am 9. März 1959 trat Barbie, die mit vollem Namen Barbara Millicent Roberts heißt, erstmals in das Licht der Öffentlichkeit. Auf der Spielwarenmesse in New York wurde sie von ihren Schöpfern Ruth und Elliot Handler vorgestellt. Die hatten 1945 mit Harold Matson in Kalifornien den kleinen Betrieb "Mattel" gegründet und setzten zunächst auf Bilderrahmen, Modeschmuck und Puppenmöbel, bevor sie ins Spielzeuggeschäft einstiegen. Um das zu forcieren, hatte Ruth Handler um 1950 die Idee, nach dem Vorbild der Puppen, mit denen ihre Tochter so gerne spielte, eine eigene Ankleidepuppe herzustellen.

FOTOS: 60 Jahre Barbie Diese Stars gibt es auch als Plastikpuppe
zurück Weiter 60 Jahre Barbie: Diese Stars gibt es auch als Puppe (Foto) Foto: Landmark Media/ImageCollect/spot on news Kamera

Eine Puppe wider die Rollenklischees wird als sexistisch verschrien

Diese Ankleidepuppe sollte entgegen den damals den Markt beherrschenden Baby-Puppen einem Mannequin gleichen. Ziel war es, dem Klischee entgegenzuwirken, dass Puppen dazu da seien, Mädchen spielerisch an die Mutterrolle heranzuführen. Was gut gemeint war, endete für die Schöpferin in diversen Sexismusdebatten...

Die vielen Gesichter einer Puppe - Barbie im Wandel der Zeit

Daraufhin legte Barbie einen beeindruckenden Wandel hin. Vom Haarzopf á la Audrey Hepburn in den 1950er Jahren ging es über die sonnengebräunte "Malibu Barbie" der 70er zur emanzipierten Barbie der 80er und 90er, die als Ärztin, Astronautin, Feuerwehrfrau oder Managerin arbeitete. 1992 kam die Barbie-Präsidentschaftskandidatin auf den Markt - es sollte noch 24 Jahre dauern, bis Hillary Clinton in den USA gegen Donald Trump antrat.

Barbie mit Kopftuch. Barbie mit Afro. Barbie im Rollstuhl. Dazu Barbie als kurvige oder kleinere Frau und Barbie als Asiatin, Afrikanerin oder Lateinamerikanerin: Von ihrem sehr negativ aufgenommenen, als sexistisch verschrienen Image als westliche Blondine mit ausschließlich langen Beinen, Wespentaille und prallem Busen hat sich die wohl berühmteste Puppe der Welt längst verabschiedet. Aktuell feilt Barbie mit ihrem Team von Mattel weiter an ihrem Image. Etwa mit den "Career Dolls" (Karriere-Puppen), die Heldinnen wie Säbelfechterin Ibtihaj Muhammad mit muslimischem Hidschab, Filmemacherin Patty Jenkins oder Flugpionierin Amelia Earhart ein Denkmal setzen.

Bei der feministischen Ikone Frida Kahlo ging der Schuss allerdings nach hinten los: Mattel hielt zu sehr an klassischen Schönheitsidealen fest. Die Kahlo-Puppe ähnelte der mexikanischen Malerin - Markenzeichen waren ihr Damenbart und ihre zusammengewachsenen Augenbrauen - nur entfernt. Auch andere Anpassungen Barbies an die reale Welt, etwa eine Freundin Barbies im Rollstuhl, endeten als Flop. Heute fehlen zudem aus Sicht von Kritikern etwa eine Transgender-Barbie und ein schwules Paar. Es gibt also noch viel zu tun für die Ikone und ihre Schöpfer!

Barbie und Ken - Ein Traumpaar mit Aufs und Abs

Mit dem wachsenden Interesse für Klatsch-Nachrichten wurde nach der Jahrtausendwende auch Barbies Liebesleben ein Thema. Die war seit 1961 mit Plastik-Boy Ken liiert. Doch nach über 40 gemeinsamen Jahres kriselte es zwischen beiden. 2004 gab Mattel die Trennung der beiden bekannt. Barbie vergnügte sich daraufhin mit dem australischen Surfer-Boy Blaine. Doch Ken gab seine große Liebe niemals auf und kämpfte um sie. Unter anderem mit einer Plakat-Kampagne in New York! Nach sieben Jahren Trennung konnten alle Romantiker aufatmen: Das Traumpaar hatte wieder zusammengefunden! Seitdem ist nichts über Misstöne aus dem Hause Barbie und Ken verlautbart wurden.

Barbie und ihre weiteren Karriere-Standbeine

Von ihrem Job als Puppe, die rund um die Welt verehrt wird, hätte Barbie sicherlich gut leben können, doch die Karriere-Puppe baute sich weitere Standbeine auf. Schon in den 1960er Jahren wurde sie Heldin verschiedener Bücher. Zudem durften Fans sie durch Videospiele steuern. Ab 2011 spielte sie in diversen Animationsfilmen mit: "Barbie als Rapunzel", "Barbie und die drei Musketiere" und "Barbie und die geheime Tür" seien stellvertretend genannt. Apropos Filme: Als es hieß, es werde einen Realfilm über Barbie geben, rissen sich die Stars um die Rolle. Margot Robbie ("Suicide Squad") erhielt nach letzten Informationen den Zuschlag und freute sich sehr über ihre neue Rolle: "Das Spielen mit Barbie fördert Selbstvertrauen, Neugierde und Kommunikation während der ganzen Reise eines Kindes zur Selbstfindung."

Kurioses und Wissenswertes rund um Barbie

In Buenos Aireswurde das weltweit erste Barbie-Hotel eröffnet. Alles ist pink und auf dem Fernseher laufen die ganze Zeit Barbie-Filme. Umgerechnet etwa 142 Euro kostet die Nacht in der etwas anderen Unterkunft.

Die Körpermaße einer Standard-Barbie entsprächen in der Realität den Maßen99-46-84. Der Sexismus-Vorwurf kam also nicht von ungefähr. Mehr noch: Wissenschaftler zweifelten an, dass ein Mensch mit diesen Maßen überhaupt lebensfähig sei.

In Deutschland besitzt im Schnitt jedes Mädchen sieben Barbies.

Barbie hat einen eigenen Lebenslauf. Demnach heißen ihre ElternMargaret und George Roberts. Nach ihrem High-School-Abschluss erwarb Barbie verschiedene Doktortitel und kandidierte in den 1990ern mehrmals als US-Präsidentin.

Es gibt Menschen, die wollen wie Barbie aussehen:

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pap/news.de/dpa

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