Geburtstag Promi: Dave Grohl: Der netteste Rockstar der Welt wird 50 Jahre alt

Dave Grohl, der Mr. Nice Guy des Rocks, feiert seinen 50. Geburtstag. Obwohl er eigentlich alles erreicht hat, hat er noch lange nicht genug.

Hat immer ein Lächeln im Gesicht: Dave Grohl Bild: shutterstock.com/ Featureflash Photo Agency/spot on news

Lange Zottel-Haare, Rausche-Bart, meist im Flanell-Hemd unterwegs und immer ein Lächeln im Gesicht: So kennen wir Dave Grohl, Frontmann der Foo Fighters und ehemaliger Drummer der Grunge-Legende Nirvana. Am 14. Januar feiert der "netteste Rockstar der Welt" seinen 50. Geburtstag. Ein Image, mit dem er selbst aber nicht so viel anfangen kann.

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"Das einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich mich bemühe, jedem Menschen mit Anstand und Respekt zu begegnen. Einfach, weil ich so erzogen wurde", sagte Grohl einst dem Fach-Magazin "Gitarre & Bass" über sein Image. Dennoch: Kaum ein anderer Musiker gibt sich so nahbar, ist so beliebt und versteht sich so gut mit offenbar jedem, wie Grohl. Dass der 50-Jährige in Anbetracht seiner äußerst erfolgreichen Karriere bis heute so geerdet geblieben ist, ist jedoch nicht selbstverständlich...

Der Sound einer ganzen Generation

Der in Springfield, Virginia, in der Nähe von Washington, D.C., geborene Grohl spielt schon als Jugendlicher in diversen Punkbands Schlagzeug. Sein erstes größeres Projekt ist die Band Scream. Mit ihr nimmt er zwei Alben auf und geht sogar in Europa auf Tour. Dann der große Coup: Nach der Auflösung von Scream steigt bei der Grunge-Band Nirvana ein. 1991 nimmt er mit Kurt Cobain (1967-1994) und Krist Novoselic (53) das legendäre und wegweisende Album "Nevermind" auf. Der Schlagzeug-Auftakt in "Smells Like Teen Spirit" ist bis heute unvergessen.

Mit Nirvana steigt Grohl in den Rock-Olymp auf und liefert den Soundtrack für eine ganze Generation. "Nevermind" hat sich bis heute über 30 Millionen Mal verkauft und zählt als eines der wichtigsten Alben der Musikgeschichte. Nach "In Utero" 1993 wird im November das MTV-Unplugged-Album in New York aufgezeichnet. Am 5. April 1994 nimmt sich Cobain das Leben. Das Unplugged-Album erscheint sieben Monate später. Das Musikmagazin Rolling Stone wählte es 2012 auf Platz 313 der 500 besten Alben aller Zeiten.

Vom Schlagzeuger zum Frontmann

Schon während seiner Zeit bei Nirvana will Grohl seine eigenen Songs schreiben. Unter dem Pseudonym "Late!" nimmt er die Kassette "Pocketwatch" auf, auf der er alle Instrumente selbst eingespielt hat. Nach dem Tod von Cobain beschließt Grohl, eigene Songs aufzunehmen. Als alles fertig ist, will er aber doch lieber eine Band gründen - die Geburtsstunde der Foo Fighters. Im Juli 1995 erscheint ihr selbstbetiteltes Debüt.

Doch der nette, sympathische Grohl kann auch anders. Das muss William Goldsmith (46), erster Drummer der Foo Fighters, am eignen Leib erfahren. Nachdem Goldsmith seine Drum-Parts für das zweite Album "The Colour and the Shape" eingespielt hat, schickt ihn Grohl nach Hause. In Goldsmiths Abwesenheit nimmt Grohl alle Parts komplett neu auf - ohne ihm ein Wort zu sagen. Bis heute kommt Goldsmith darüber nicht hinweg. In einem Interview mit der britischen Boulevard-Zeitung "Daily Mail" geht er sogar so weit, Grohl mit einem "Schulhof-Tyrannen" zu vergleichen.

Den Ruf eines - zumindest musikalischen - Despoten ist er bis heute nicht so richtig losgeworden. Doch Grohl scheint mit dem Alter etwas entspannter geworden zu sein und wird nicht müde zu betonen, dass die Foo Fighters eine demokratische Band ist und jeder seinen Beitrag leistet. Das meiste Material schreibt er aber weiterhin im Alleingang.

Keine Grenzen

Der kreative Output von Dave Grohl ist auch abseits der Foo Fighters beachtlich. Immer wieder ist er auf Alben befreundeter Bands zu hören. Vorrübergehend ist er auch Mitglied von Queens of the Stone Age, mit denen er "Songs for the Deaf" aufnimmt. Mit seinem Probot-Projekt versammelt er kurz mal die gesamte Metal- und Rock-Prominenz um sich und auch für die Nine Inch Nails ist er kurz im Einsatz.

Als Schlagzeuger ist Grohl zusammen mit Josh Homme (45) von Queens of the Stone Age und John Paul Jones (73) von Led Zeppelin in dem Nebenprojekt Them Crooked Vultures tätig. Für Hollywood-Schauspielerin Juliette Lewis (45) spielt er auf dem Album "Four on the Floor" von Juliette and the Licks zudem auf einigen Songs Schlagzeug. Und das ist nur ein kleiner Auszug aus dem Schaffen des Dave Grohl. Wegen seines markanten Spiels wird er 2016 vom Rolling Stone auf Rang 27 der 100 besten Schlagzeuger aller Zeiten gelistet.

Weiter, immer weiter

Grohl hat im Grunde alles erreicht. Er hat mit Nirvana Musik-Geschichte geschrieben. Mit den Foo Fighters ganze zwölf Grammys gewonnen, im Jahr 2008 vor 86.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion gespielt, Millionen von Platten verkauft und die Headliner-Slots auf den Festivals weltweit sind ihnen sicher.

Dennoch: Grohl, der seit 2003 verheiratet ist und drei Kinder hat, macht weiter. Und ein Ende ist nicht in Sicht, wie er "Gitarre & Bass" verraten hat: "Ich hatte immer das Gefühl, dass noch Leben in dieser Band steckt, sie immer noch tolle Songs hervorbringt und live eine echte Macht ist. Insofern: Warum sollten wir aufhören und uns von etwas so Wunderbarem trennen?"

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