24.08.2018, 15.52 Uhr

Jan Ullrich: Nach 2 Wochen Entzug! So geht es ihm heute

Nach seinem Alkohol- und Drogenabsturz kämpft sich Jan Ullrich derzeit in einer Entzugsklinik zurück ins Leben. In einem Interview verrät er, wie es ihm geht und was ihm eine besonders große Hilfe in dieser schweren Zeit ist.

Jan Ullrich ist auf Entzug. Bild: dpa

Der Alkohol- und Drogenabsturz von Ex-Radrennprofi Jan Ullrich hat nicht nur ehemalige Weggefährten schockiert. Doch nun kämpft sich der 44-Jährige in einer Betty-Ford-Klinik zurück ins Leben.

Jan Ullrich in der Entzugsklinik: So geht es ihm jetzt

Im Interview mit der "Bild"-Zeitung verrät der ehemalige Profisportler, dass es ihm nach zwei Wochen Entzug bereits viel besser gehe. "Ich fühle mich hier sehr sicher, kann mich ganz auf mich selbst konzentrieren", zitiert das Blatt Ullrich. Während des Entzugs darf Ullrich weder Alkohol, noch Drogen konsumieren. Täglich werde er getestet, muss Blut und Urin abgeben. "Ich habe trotzdem keine Entzugserscheinungen, muss auch keine Medikamente nehmen", sagt Ullrich gegenüber der "Bild".

Allein muss er durch diese schwere Zeit aber nicht gehen. Jan Ullrich hat nämlich Unterstützung von seinem früheren Rivalen Lance Armstrong (46) bekommen.

Der US-Amerikaner postete am Samstag ein Foto bei Instagram, das ihn zusammen mit Ullrich zeigt. "So großartig, den Tag mit diesem Mann zu verbringen", schrieb Armstrong. Sein Freund mache gerade eine schwere Zeit durch. "Ich konnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, nach Deutschland zu kommen und ein paar Tage mit ihm zu verbringen. Bitte behaltet Jan in all euren Gedanken und Gebeten. Er braucht jetzt eure Hilfe."

Lance Armstrong unterstützt Jan Ullrich

Armstrong verlor wegen Dopings alle sieben Tour-Siege und wurde lebenslang gesperrt. Ullrich wurde aufgrund seiner Verbindungen zum spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes zeitweise gesperrt. Bei der Tour de France lieferten sich Ullrich und Armstrong jahrelang packende Duelle.

Doch nun hilft Armstrong seinem ehemaligen Rivalen. "Im Anschluss an meine Therapie hier in Deutschland fliege ich zu ihm in die USA nach Colorado. Er hat mir eine Klinik vorgeschlagen, wo ich weiter aufgebaut werde und die letzten Giftstoffe aus dem Körper geholt werden", verrät Ullrich im Interview mit der "Bild" weiter.

Auch Ex-Radprofi Rolf Aldag hat den Absturz seines ehemaligen Teamkollegen mit großem Bedauern aufgenommen. "Natürlich berührt das einen. Jedes persönliche Schicksal, wenn es irgendwann bekannt wird, berührt einen", sagte Aldag am Donnerstag bei der Deutschland Tour in Bonn.

Aldag fuhr lange Zeit mit Ullrich beim Team Telekom (später T-Mobile) und war auch 1997 beim Tour-Sieg Ullrichs als Teamgefährte dabei. "Wir sind viele Jahre zusammen gefahren und haben großartige Zeiten zusammen erlebt. Das würde ich niemandem meiner ehemaligen Teamkollegen, Konkurrenten oder irgendjemand anderem wünschen", ergänzte der 49-jährige Westfale, der heute als Sportlicher Leiter beim südafrikanischen Team Dimension Data tätig ist.

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Seine Kinder sind seine größte Stütze

Ein spezifisches Phänomen des Radsports sieht Aldag jedoch nicht. "Damals mit Marco Pantani war es ja auch sehr dramatisch, ebenso mit Frank Vandenbroucke. Aber es gibt ja auch ähnliche Fälle von Sportlern aus anderen Sportarten."

Unterstützung bekommt der Ex-Radprofi aber nicht nur von ehemaligen Weggefährten. Auch seine Familie hat ihren Anteil. Laut eigenen Aussagen fällt Ullrich der Verzicht auf Drogen so leicht, weil er jeden Tag mit seinen Kindern telefonieren dürfe. "Die Kinder sind meine Medizin", zitiert die "Bild" den 44-Jährigen.

FOTOS: Nach Affleck-Outing Diese Stars schafften den Entzug
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bua/kns/news.de/dpa

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