Philip Roth tot: Literaturwelt trauert! US-Schriftsteller mit 85 gestorben

Sarkastisch, humorvoll, voller Melancholie: Mit diesem Stil und Romanen wie "Verschwörung gegen Amerika" oder "Der menschliche Makel" schrieb sich Philip Roth in den Literatur-Olymp. Sein Rückzug 2012 schockte die Literaturwelt. Jetzt ist Roth mit 85 gestorben.

Philip Roth während einer Lesung im Jahr 2006. Bild: imago/ZUMA Press/spot on news

Der US-amerikanische Schauspieler Philip Roth ist im Alter von 85 Jahren an Herzversagen verstorben. Das berichtete zunächst die "New York Times" unter Berufung auf einen engen Freund des ewigen Anwärters auf einen Literaturnobelpreis. Mittlerweile bestätigte auch sein Biograf Blake Bailey die Meldung via Twitter. Dort heißt es, Roth sei im Kreise von seinen engsten Freunden gestorben.

Philip Roth schrieb 27 Bücher, darunter "Der menschliche Makel" und "Amerikanisches Idyll"

Seit 2012 zog sich Roth vom Schreiben zurück und veröffentlichte keine Werke mehr. Er galt dennoch bis zu seinem Tode als einer der berühmtesten Gegenwartsautoren und wurde jährlich als einer der Top-Favoriten auf den Nobelpreis für Literatur gehandelt. Dennoch blieb ihm diese Auszeichnung verwehrt. Zu seinen größten Werken zählt unter anderem der Roman "Amerikanisches Idyll". Für seine Novelle "American Pastoral" wurde er im Jahr 1998 mit dem Pulitzer-Preis für erzählende Literatur bedacht.

Geboren wurde der Schriftsteller 1933 in Newark - auf der anderen Seite des Hudson River von New York aus gesehen. Aufgezogen wurde er von jüdischen Immigranten unter einfachsten Verhältnissen im Arbeiterviertel Weequahic. 27 Romane veröffentlichte er, zeitweise einen pro Jahr, dazu Sachbücher, dutzende Novellen, Kurzgeschichten, Essays und Interviews. Sarkastisch, humorvoll, voller Melancholie. Viele davon spielen im Newark seiner Jugend. Der 2010 in den USA erschienene Roman "Nemesis" blieb sein letzter, aber schon lang vorher ließ sich das literarische Kaliber Roths bemessen: Als die "New York Times" ihre Leser 2006 nach den besten amerikanischen Romanen der vergangenen 25 Jahre fragte, schafften es sechs von Roths Titeln auf die Liste - aus insgesamt 29.

Ruhestand von Philip Roth schockierte: "Ich hatte einfach nicht mehr die geistige Lebhaftigkeit"

Mit der Ankündigung seines Ruhestands hatte der US-Schriftsteller 2012 den Literaturbetrieb geschockt. "Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei", hatte er sich damals auf einen gelben Zettel geschrieben und auf seinen Computer geklebt. "Jeden Morgen schaue ich auf diesen Zettel, und das gibt mir sehr viel Kraft."

Zu seinem 85. Geburtstag in diesem März sagte Roth, er bereue seinen Ruhestand nicht: "Die Bedingungen, die mich dazu gebracht haben, mit dem literarischen Schreiben aufzuhören, haben sich ja nicht verändert." Schon 2010 habe er das Gefühl gehabt, dass seine beste Arbeit hinter ihm liege. "Ich hatte einfach nicht mehr die geistige Lebhaftigkeit oder die verbale Energie oder die physische Fitness um einen großen kreativen Angriff auf eine komplexe Struktur wie einen Roman zu starten. Jedes Talent hat seine Bedingungen, seine Beschaffenheit, sein Ausmaß, seine Kraft - nicht jeder kann für immer ergiebig sein."

Hier gibt es das Werk "Empörung" von Philip Roth.

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kad/news.de/spot on news/dpa

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