John Cleese: "Monty Python"-Legende spricht offen über den Tod

Der durch "Monty Python" bekannt gewordene Komiker John Cleese geht im Alter von 78 Jahren erneut auf Tour. Möglicherweise könnte es seine letzte sein. Jetzt spricht er offen über seinen Tod.

Sein Herz schlägt auch mit 78 Jahren in erster Linie für die Komik. Bild: vallter / Shutterstock.com/spot on news

Das "Monty Python"-Urgestein John Cleese (78, "James Bond: Die Welt ist nicht genug") hat eine besondere Einstellung zum Thema Tod. Das bewies er auf der Trauerrede seines 1989 verstorbenen Comedy-Kollegen Graham Chapman, als er die Anwesenden einerseits zu Tränen rührte und sie zeitgleich Tränen lachen ließ. Und das beweist er mit seiner anstehenden Mammut-Tour, die ihm in den kommenden eineinhalb Monaten 33 Auftritte bescheren wird, darunter auch in Deutschland und Österreich. Immerhin hört besagte Tournee auf den Namen "Last Time to See Me Before I Die" (Deutsch: "Die letzte Gelegenheit, mich vor meinem Tod zu sehen".

Dass er sehr wohl hofft, noch etwas länger unter den Lebenden zu weilen und warum er mit 78 überhaupt noch so fleißig sein muss, verriet der Comedian im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung."

John Cleese über den Tod: "Habe gute Gene"

Tatsächlich stehen die Chancen auf viele weitere Abschiedstouren nicht schlecht. Seine Mutter wurde 101 Jahre alt, sein Vater zwar nur 78, "aber er hat vierzig Zigaretten am Tag geraucht und ist an Bronchitis und einem Lungenemphysem gestorben. Andernfalls hätte er es auch in seine Neunziger geschafft", ist sich Cleese im "FAS"-Interview sicher. "Ich habe also gute Gene, hoffe ich. Denn ich finde das Leben gerade viel interessanter und spaßiger als je zuvor."

"Monty Python"-Legende fühlt sich nicht mehr unter Druck

Das liege vor allem daran, dass zusehends der Druck abfalle, jedem gefallen zu wollen. "Du beginnst zu erkennen, dass manche Leute dich ohnehin nie mögen werden. Es hat also keinen Sinn, zu hart daran zu arbeiten, von allen geliebt zu werden." Diesen Druck habe er sich selbst noch gemacht, als er jünger war. Jetzt habe er aber gemerkt, "dass es völlig unrealistisch ist, das zu erreichen." Und auch der Jubel der Zuschauer ist im Alter wesentlich einfacher zu bekommen: "Ich habe den Punkt erreicht, wo sie mir schon dafür applaudieren, dass ich noch atmen kann."

Das soll auf dem Grabstein von John Cleese stehen

Apropos gute Gene: zumindest eine gewisse Comedy-Veranlagung scheint Cleese auch seiner Tochter Camilla vererbt zu haben. Die ist als Stand-up-Komikerin erfolgreich und pflegt ein besonderes Verhältnis zu ihrem Vater: "Wir haben viel Spaß miteinander, denn sie ist ziemlich rüde", so Cleese. Und auch die Inschrift für den Grabstein ihres Herrn Papas hat die 34-Jährige wohl schon auserkoren: "Meine Tochter meinte, Sie fände die Worte passend: 'Wartet nicht mehr auf Frauen.'"

John Cleese kämpft mit finanziellen Problemen

Die liebe Liebe war für Cleese zuletzt vor allem recht kostspielig. 20 Millionen Dollar musste er eigenen Aussagen nach für seine dritte Ex-Frau berappen - der Hauptgrund, warum er auch mit 78 noch so häufig auf Tour geht. "Ich weiß nicht, ob Sie einmal jemandem 20 Millionen Dollar gezahlt haben - es führt dazu, dass Sie ein wenig knapp bei Kasse sind. Besonders dann, wenn Sie Ihr Leben nicht darauf ausgerichtet haben, Vermögen anzuhäufen."

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