Cosby: Zweiter Missbrauchs-Prozess gegen Bill Cosby: Das hat sich geändert

Wird es im zweiten Prozess gegen TV-Star Bill Cosby endlich ein Urteil geben? Einige der neuen Gegebenheiten deuten jedenfalls darauf hin.

Bill Cosby wird ab dem 9. April 2018 erneut der Prozess gemacht Bild: Globe Photos/ImageCollect/spot on news

Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen die TV-Größe Bill Cosby (80) wiegen noch genau so schwer wie beim ersten Prozess, der im vergangenen Jahr nach unzähligen Stunden im Gericht letztendlich ohne Urteil blieb. Die Gefahr, dass dies auch beim zweiten Verfahren gegen den 80-Jährigen passieren könnte, das am heutigen Montag (9.4) beginnt, ist aber wohl nicht gegeben. Diese neuen Aspekte sprechen dafür, dass die Entscheidungsfindung dieses Mal leichter fallen könnte.

Das spricht jetzt für Bill Cosby

Nach dem ergebnislosen ersten Prozess hat sich Cosby im Wissen einer Neuansetzung die Unterstützung eines berühmt-berüchtigten Promi-Anwalts gesichert. Unter anderem wird ihn der 67-jährige Tom Mesereau verteidigen, der im Jahr 2005 bereits Michael Jackson vertreten hatte, als sich dieser gegen den Vorwurf des Kindesmissbrauchs erwehren musste. Mesereau gelang es damals erfolgreich, Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugen darzulegen und erwirkte so einen Freispruch in allen Anklagepunkten. Unterstützt wird er im Fall Cosby von den ebenfalls neu ins Verteidiger-Boot geholten Anwälten Kathleen Bliss, Lane Vines und Becky James.

Laut der Klatschseite "Page Six" der "New York Post" habe der erneut zuständige Richter Steven O'Neill für den zweiten Prozess zudem die Aussage einer neuen Zeugin zugunsten von Cosby genehmigt, die er im ersten Verfahren noch nicht in den Zeugenstand ließ. Dabei soll es sich um die Ex-Kollegin von Andrea Constand (44) namens Marguerite Jackson handeln. Constand hatte mit ihren Anschuldigungen gegen Cosby, er habe sie zunächst mit Drogen betäubt und anschließend missbraucht, den Prozess gegen den TV-Star überhaupt erst ins Rollen gebracht.

Jackson behauptet laut "Page Six", dass ihr Constand in einem Hotel in Rhode Island gesagt habe, "sie könne behaupten, dass es passiert ist, Klage erheben und Geld einsacken", um sich damit ein neues Leben zu ermöglichen. Dementsprechend plane Anwalt Mesereau, Constand als habgierig darzustellen, heißt es weiter.

Das spricht inzwischen für die Gegenseite

Doch auch die vermeintlichen Opfer von Cosby dürfen Hoffnung schöpfen, dass das zweite Verfahren zu ihren Gunsten ausgeht. Im ersten Anlauf hatte lediglich eine Frau namens Kelley Johnson als Zeugin gegen Cosby fungiert, im zweiten Prozess sollen insgesamt fünf Frauen zu Wort kommen: Janice Dickinson, Janice Baker-Kinney, Heidi Thomas, Chelan Lasha und Lise-Lotte Lublin würden demnach allesamt Constands Schilderungen stützen und ihrerseits aussagen, dass sie von Cosby zunächst betäubt und schließlich missbraucht wurden.

Zudem hat die "Me Too"-Debatte in den vergangenen Monaten natürlich den Blick deutlich sensibilisiert, mit dem auf derartige Vorwürfe reagiert wird. Hierbei bieten sich aber für beide Seiten Argumentationspunkte, wurden im Zuge der "Me Too"-Debatte doch auch viele Vorwürfe geäußert, die bislang nicht bewiesen werden konnten. Schwer vorstellbar, dass Cosbys Anwälte das nicht irgendwie für ihren Mandanten ins Feld führen.

Neue Entscheidungsträger

Und selbstredend wurden auch alle zwölf Geschworenen ausgetauscht, die sich im vergangenen Jahr nicht einstimmig auf ein Urteil festlegen konnten. Wie die "New York Times" berichtet, handelt es sich dieses Mal um sieben Männer und fünf Frauen. Zehn von ihnen sind weiß, zwei afro-amerikanisch. "Lang und beschwerlich" sei die Suche nach ihnen laut Richter Steven O'Neill gewesen. Hoffentlich aber dieses Mal nicht umsonst.

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