#MeToo: Dieter Wedel: Die Mutter seines Sohnes glaubt den Opfern

Zwölf Jahre hat Dominique Voland an der Seite von Dieter Wedel verbracht. Eine Zeit, durch die ihr die aktuellen Anschuldigungen gegen den Filmemacher zumindest realistisch erscheinen.

Dominique Voland lernte Dieter Wedel 1997 bei einem Filmdreh kennen Bild: imago/eventfoto54/spot on news

Was ist Dieter Wedel (75) für ein Mensch? Stimmen die Geschichten über seine Schreckensherrschaft am Set, die zuletzt immer mehr Personen als Allgemeinwissen im deutschen Showbusiness bezeichnet haben? Wer wüsste das besser als eine Frau, die zwölf Jahre lang mit Wedel liiert war, die mit ihm einen 18-jährigen Sohn hat, die hautnah das Wesen des Regisseurs zunächst ergründen wollte, dann ergründen musste. Im Interview mit der Zeitschrift "Gala" hat Dominique Voland (40) von ihrem Leben an der Seite - und dennoch im Schatten - jenes Mannes berichtet, dem zahlreiche Frauen sexuellen Missbrauch bis ihn zu Vergewaltigung vorwerfen.

"Er ist ein Despot, ein Choleriker, ein Narzisst"

Während Wedels Ehefrau Uschi Wolters (70) den Filmemacher unlängst in einem Interview mit "Bunte" in Schutz nahm, die Anschuldigungen gegen ihn "keine Sekunde" glauben könne, stimmt Voland nun gänzlich andere Töne gegenüber "Gala" an. "Ich glaube diesen Frauen. Auch ich hatte in der Beziehung zu ihm viele leidvolle Erfahrungen ertragen müssen." Der Grund, wieso sie sich zwölf Jahre lang von Wedel "in einem goldenen Käfig" halten ließ, war demnach der gemeinsame Sohn. Ihm wollte sie "ein stabiles soziales und wirtschaftliches Umfeld" bieten.

Doch sozial war das Umfeld an der Seite von Wedel eigentlich nicht, wie Voland feststellen musste - was ihr letztendlich den Mut gab, ihn zu verlassen. "Er ist ein Despot, ein Choleriker, ein Narzisst. Die Angst ergibt sich aus der Unberechenbarkeit und aus der ewig lodernden Wut und dem Prinzip der ständigen Regeländerung - was gestern war, gilt heute nicht mehr, aber vielleicht wieder übermorgen."

Macht machte sexy

So schonungslos sie über Dieter Wedel berichtet, so ehrlich ist sie auch über ihre Beweggründe, als 20 Jahre junge Frau mit dem damals 55-Jährigen anzubandeln. "Sexuelle Anziehungskraft" sei es nicht gewesen, vielmehr hatte es ihr der "Glamour seiner Lebensweise" angetan, die "Neugierde auf die Welt der Schönen und Reichen." Von der Aussicht darauf sei sie dem "Frauenfänger" Wedel ins Netz gegangen - in dem sie sich zwölf Jahre verheddern sollte.

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