Sexuelle Belästigung: Vorwürfe gegen Dustin Hoffman: Hollywood-Star weiter unter Beschuss

John Oliver sprach Dustin Hoffman vor Publikum auf die Vorwürfe gegen ihn an. Dafür bedankten sich nun die Frauen, die die Anschuldigungen öffentlich gemacht hatten.

Dustin Hoffman in Cannes Bild: Jaguar PS / Shutterstock.com/spot on news

Sieben Frauen, die Dustin Hoffman (80) sexuelle Belästigung vorwerfen, haben einen Brief geschrieben, in dem sie sich bei John Oliver (40) bedanken. Bei einer Veranstaltung zum 20-jährigen Jubiläum von "Wag the Dog", die Oliver vor kurzem moderierte, gerieten der "Last Week Tonight"-Star und Hoffman aneinander - Oliver hatte den Oscar-Preisträger vor Publikum mit den Anschuldigungen konfrontiert.

Die Autorin Anna Graham Hunter hatte im November einen Gastbeitrag für "The Hollywood Reporter" geschrieben, in dem sie behauptete, Hoffman habe sie sexuell belästigt, als sie 17 Jahre alt war. Sie arbeitete zu dieser Zeit als Produktionsassistentin für den Film "Tod eines Handlungsreisenden" mit Dustin Hoffman in einer der Hauptrollen.

"Faule Ausrede"

Obwohl er in der Auseinandersetzung mit John Oliver erklärte, dass er sich nicht an Hunter erinnern könne, gibt es ein Statement von Hoffman zu Hunters Artikel, in dem er sich zu entschuldigen scheint: "Ich habe den allergrößten Respekt vor Frauen und fühle mich schrecklich damit, dass irgendwas, das ich vielleicht getan habe, sie in diese Situation gebracht haben könnte. Es tut mir leid. Das spiegelt nicht wider, wer ich bin." Gerade diese letzten Worte verärgerten John Oliver, erklärte dieser bei der Diskussion:

"Es spiegelt wider, wer Sie waren. Wenn Sie keinen Beweis dafür erbringen, dass es nicht passiert ist, dann gab es eine Zeit, in der Sie um Frauen herumgekrochen sind. Es fühlt sich an wie eine faule Ausrede zu sagen: 'Ich war es nicht.'" Hoffman versicherte Oliver daraufhin, dass er nicht glaubte, dass er etwas falsch gemacht habe.

"Gescheitertes" Gespräch

Oliver hatte vor einigen Tagen über den Streit mit Hoffman gesprochen, laut "The Hollywood Reporter" sehe er die Diskussion als "gescheitert" an, weil nichts wirklich erreicht wurde. "Die Fragen waren nicht besonders bemerkenswert, aber seine Antworten waren - nicht großartig. Das ist der Punkt. Aber es ging nicht wirklich konstruktiv zu, so dass die ganze Sache mich nur traurig machte", sagte er.

Immerhin, die angeblich betroffenen Frauen zeigten sich dankbar. Anna Graham Hunter postete einen Brief auf Twitter und lobte den Moderator dafür, dass er sich des heiklen Themas angenommen habe. Neben Hunter wurde der Brief auch von Wendy Riss Gatsiounis, Kathryn Rossetter, Melissa Kester und Cori Thomas unterschrieben. Zwei weitere Frauen trugen ebenfalls dazu bei, wollten aber anonym bleiben.

"Wir möchten Ihnen danken, dass Sie Dustin Hoffman gegenübertraten. Auch wenn die Fragen, die Sie gestellt haben, vielleicht nicht zu dem konstruktiven Gespräch geführt haben, das Sie erhofft hatten, ist die Tatsache, dass Sie sie überhaupt gestellt haben, das Wichtigste", schrieben die Frauen. Viele Männer hörten zu und glaubten Frauen, wenn sie über ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen und Belästigungen berichteten, heißt es in dem Brief, wenige Männer brächten sich aber selbst so in Gefahr wie Oliver, um eine Veränderung zu erwirken.

"Wenige Männer gehen ein Risiko ein - sozial oder beruflich -, um unangenehme Gespräche mit anderen Männern zu führen", schreiben sie weiter. "Frauen können weiterhin unsere Geschichten erzählen, aber letztendlich hängt der Wandel davon ab, dass Männer über ihr eigenes Verhalten nachdenken und andere Männer dazu bringen, dasselbe zu tun."

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