Philip Seymour Hoffman: Mimi O'Donnell sah seinen Tod kommen

Im Jahr 2014 starb Philip Seymour Hoffman. In einem bewegenden Essay seiner einstigen Lebensgefährtin Mimi O'Donnell wird deutlich, wie sehr der Schauspieler mit seinen Suchtproblemen zu kämpfen hatte.

Im Jahr 2009 besuchten Mimi O'Donnell und Philip Seymour Hoffman gemeinsam die Oscar-Verleihung Bild: David Longendyke-Globe Photos/ImageCollect/spot on news

Im Februar 2014 verstarb Oscar-Preisträger Philip Seymour Hoffman (1967-2014, "Capote") im Alter von 46 Jahren an einer tödlichen Mischung aus Drogen und Medikamenten. In einem Essay für die "Vogue" legt seine Ex-Lebensgefährtin Mimi O'Donnell nun die Suchtprobleme des Schauspielers offen. Ausführlich schildert sie auch seine Rückfälle, die schließlich zu seinem Tod geführt haben. Außerdem führt sie aus, wie sie und die drei gemeinsamen Kinder mit dem Verlust umgehen.

"Ich sagte ihm: 'Du wirst sterben'"

Mimi O'Donnell beginnt ihren Essay damit, zu erzählen, wie sie Philip Seymour Hoffman einst kennenlernte, wie sie sich ineinander verliebten und schließlich damit begannen, ihr gemeinsames Leben aufzubauen und eine Familie zu gründen. Aus ihrer Beziehung stammen drei Kinder, Cooper (*2003), Tallulah (*2006) und Willa (*2008). Sie zeichnet ein liebevolles Bild des verstorbenen Schauspielers, der zu seinen Lebzeiten als einer der besten Charakterdarsteller Hollywoods galt. "Wenn ich zurückblicke und darüber nachdenke, wie nah wir alle uns standen, frage ich mich, ob Phil irgendwie wusste, dass er jung sterben würde", schreibt Mimi O'Donnell.

Er habe diese Worte zwar nie laut ausgesprochen, doch er habe sein Leben so gelebt, "als sei Zeit kostbar". Über ein Jahrzehnt konnte Philip Seymour Hoffman die Dämonen seiner Sucht in Schach halten. Sein Widerstand bröckelte, als sein langjähriger Therapeut an Krebs starb und einige seiner Freunde von den Anonymen Alkoholikern Rückfälle erlitten. Mimi O'Donnells Alarmglocken schrillten, als er ihr eines Tages sagte, dass er darüber nachdenke, wieder mit dem Trinken zu beginnen. Es folgten verschreibungspflichtige Opioide und andere Präparate, später Heroin.

"Ich sagte ihm: 'Du wirst sterben. Das passiert mit Heroin.' Jeden Tag war ich besorgt. Jede Nacht, wenn er ausging, fragte ich mich: Werde ich ihn wiedersehen?", so Mimi O'Donnell. Hoffman habe versucht, gegen die Sucht anzukämpfen, auch in einer Entzugsklinik, doch kurz nach der Entlassung sei er wieder rückfällig geworden. Ab November 2013 wollte er clean bleiben, im Januar 2014 isolierte er sich jedoch erneut während der Dreharbeiten zu den letzten Teilen von "Die Tribute von Panem". Als er von den Dreharbeiten zurückkam, ging alles ganz schnell. Er fing wieder mit den Drogen an. Drei Tage später war er tot.

"Wir reden ständig von ihm"

"Ich hatte erwartet, dass er sterben würde, seit dem Tag, an dem er wieder mit den Drogen angefangen hatte, aber als es schließlich passierte, traf es mich mit brutaler Gewalt. Ich war nicht darauf vorbereitet", gesteht Mimi O'Donnell. Heute, fast vier Jahre danach, sei diese Tatsache, sein Tod, jeden Tag allgegenwärtig. Sie und ihre Kinder würden ständig von ihm sprechen. Nur würden sie nun nicht mehr sofort zu weinen beginnen. Ein kleiner Fortschritt, den sie erreicht haben. Sie sprechen über seine guten wie schlechten Seiten. "Wir öffnen uns, und es bringt uns zusammen und hält seinen Geist am Leben."

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