Alice Schwarzer feiert 75. Geburtstag: Die Skandale der Frauenrechtlerin - und ihre Pläne

Alice Schwarzer hat ihr Leben dem Aktivismus und der Frauenbewegung gewidmet. Dadurch machte sie sich auch streitbar. Vor allem in den letzten Jahren machten ihr auch immer wieder Skandale zu schaffen. Einschüchtern ließ sie sich davon allerdings nicht.

Alice Schwarzer wird am 3.12.2017 75 Jahre alt. Bild: dpa

Von vielen wurde sie als streitbare Feministin belächelt. Doch Alice Schwarzer kämpft seit Jahrzehnten für die Rechte der Frauen. Ihr ganzes Leben widmete sie dieser Aufgabe. Am 3. Dezember wird die bekannteste Frauenrechtlerin Deutschlands 75 Jahre alt. Wir werfen einen Blick zurück - einen voraus.

Alice Schwarzer will "unverkrampftes Miteinander" der Geschlechter

"Das Motiv meines ganzen Handelns ist die Gerechtigkeit. Alles andere wäre für mich ein verpasstes Leben." Im ereignisreichen Jahr 1968 schrieb Alice Schwarzer diesen Satz an ihren Lebensgefährten. Sie wünscht sich ein "unverkrampftes Miteinander" zwischen Mann und Frau und sieht dies, trotz moderner Zeiten, noch lange nicht erreicht. Die neuerliche Hashtag-Aktion #Metoo, bei der Frauen davon berichten, ob sie bereits vergewaltigt oder belästigt wurden, überraschte Schwarzer daher wenig.

Alice Schwarzer am 3.12.1975. Bild: dpa

Die dunklen Seiten der Alice Schwarzer: Anzeige wegen Steuerhinterziehung

Eine Frau mit Durchblick? Wahrscheinlich. So weiß doch jeder, dass man manchmal auch auf harte Kante fahren muss, wenn man sich so leidenschaftlich für eine Sache einsetzt, wie Schwarzer. Dabei hat die Frau aus Wuppertal auch ihre dunklen Seiten. 2016 etwa wurde gegen die Feministin ein Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung erlassen. Eigentlich hatte sie zuvor Selbstanzeige erstattet, die von der Staatsanwaltschaft allerdings als nicht korrekt. Sie selbst hatte zugegeben, seit den 1980er Jahren ein Schweizer Bankkonto zu haben. Doch erst 2013 gab sie dieses beim deutschen Fiskus an. So habe sie fast vier Millionen Euro abzweigen können. Laut einem Bericht der "BamS" musste Schwarzer eine sechsstellige Strafzahlung verbüßen.

"Tango mit Alice" - Schwarzer hatte Affäre mit Frau - und verschwieg dies lieber

Doch ein Jahr zuvor, im September 2015, sorgte eine ganz andere Geschichte für Wirbel. Damals veröffentlichte die Autorin Waltraud Schade ihr aufsehenerregendes Buch "Tango mit Alice". Darin schildert sie ihre geheime Liaison mit der Frauenrechtlerin in den 1970er Jahren. Geheim, weil Schwarzer zu der Zeit eigentlich in einer festen Beziehung mit einem Mann namens Bruno in Paris lebte. Schade beschreibt ihre damalige Liebe als "spannungsgeladen" und "dramatisch". Schade sagte damals in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur: "Ich denke, dass sich das Bild von Alice Schwarzer verändert, wenn man sie an ihren eigenen Ansprüchen misst."

Schwarzer selbst hatte in ihrer Autobiografie "Lebenslauf" aus dem Jahr 2011 zwar zugegeben bisexuell zu sein und in einer Partnerschaft mit einer Frau zu leben, ihre Beziehung zu Schade erwähnte sie jedoch mit keinem Wort.

75, und noch kein bisschen müde - Alice Schwarzer veröffentlicht neues Buch

Und was hat Alice Schwarzer noch vor? Trotz ihrer 75 Jahre ist für sie noch nicht an Rente zu denken. Nach wie vor ist sie die Herausgeberin der feministischen Zeitschrift "Emma" und arbeitet derzeit an einem Buch, das den Titel "Meine algerische Familie" haben soll. Am 15. Februar 2018 soll es erscheinen.

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gea/kad/news.de

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