06.07.2017, 15.16 Uhr

Xaver Hutter ganz privat: Zu eitel für den Beruf? Darum arbeitet Hutter als Fahrradkurier

Xaver Hutter kann heute gut von der Schauspielerei leben. Aber das war nicht immer so. Lange Zeit musste er als Fahrradkurier jobben und sammelte Zigarettenstummel von der Straße auf. Denn für gewisse Rollen war er sich einfach zu fein...

Xaver Hutter an der Seite von Chiara Schoras in "Der Bozen-Krimi". Bild: ARD Degeto/Marco Nagel

Xavier Hutter hat definitiv keinen typischen Schauspiel-Lebenslauf. Ganz im Gegenteil. Bei den meisten Kollegen bahnt sich die Karriere langsam an. Schritt für Schritt kamen größere Rollen bis sie schließlich ganz davon leben konnten. Bei Hutter war das anders.

Biografie von Xaver Hutter - Rasanter Start und tiefer Fall

In Stefan Ruzowitzkys erstem Spielfilm "Tempo" spielte Hutter passenderweise einen Fahrradkurier. Danach wurde dem Sohn der Kostümbildnerin Birgit Hutter und des Künstlers Wolfgang Hutter eine glänzende Karriere vorausgesagt. Doch die erhielt erst einmal einen ordentlichen Dämpfer. Mittlerweile läuft es wieder wie am Schnürchen für Hutter. Heute ist der 40-Jährige allerdings sowohl aus deutschen als auch aus österreichischen Produktionen nicht mehr wegzudenken. Aber wie kam es überhaupt zu dem Karriereknick?

2007 war ein dunkles Jahr für den Darsteller. Die Angebote blieben aus - oder er lehnte sie ab. Das brachte ihn in einen finanziellen Notstand. Um nicht auf der Straße zu landen, entschied er sich, als Fahrradkurier zu arbeiten. "Das hab ich ja schon einmal als 18-Jähriger gemacht. Da hab ich versucht, nicht darüber nachzudenken, dass ich eigentlich auch Schauspieler bin. Und der einfache Job des Fahrradkuriers hat mich gerettet", verrät er im Interview mit "diepresse.com".

Xaver Hutter lehnte zu viele Rollen ab - aus Arroganz?

Grund für die Tieflage soll vor allem seine Arroganz gewesen sein, denn Drehbücher, die er nicht mochte, lehnte er sofort ab: "Mir wurde 'Schloßhotel Orth' und all das angeboten, da hab ich Nein gesagt. Aber das merken sich Caster. Der Schauspieler ist ein Gesicht, das man verkaufen möchte; was der zum Drehbuch sagt, spielt für niemanden eine Rolle", gibt er zu.

Doch heute hat er aus seinen Fehlern gelernt: "Ich gehe besser mit meinen Finanzen um. Wenn ein Schauspieler für einen Drehtag 2000 Euro bekommt, ist das immens viel Geld. Für 2000 Euro hätte ich zwei Monate radeln müssen. Ich war sehr verschwenderisch." In seinen schlimmsten Zeiten sammelte er sogar Zigarettenkippen von der Straße und wusste nicht mehr, wovon er sich etwas zu Essen kaufen sollte.

Xaver Hutter macht mehr Filme für mehr Geld

Heute nimmt er mehr Rollen an, auch solche, die er eigentlich nicht mag. "Ich versuche jetzt, diplomatischer zu sein. Vielleicht nicht mehr gleich mit der Faust aufs Aug zum Produzenten: Dieses Buch ist scheiße, und das biete mir bitte nie wieder an. Sondern: Ja, das lässt sich spielen. Und: Es ist gutes Geld!" Dieser Einstellung haben es seine Fans auch zu verdanken, dass er neben den "Bozen-Krimis" auch in Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen und in der Serie "Vorstadtweiber" zu sehen war.

Über sein Privatleben hüllt sich der Österreicher übrigens in Schweigen.

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mag/kad/news.de

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