Herbert Knaup privat: So rechnet er mit seiner Ex-Freundin Natalia Wörner ab

Für die Kluftinger-Krimis steht Herbert Knaup regelmäßig vor der Kamera. Die Dreharbeiten im Allgäu haben bei Knaup auch Kindheitserinnerungen geweckt. So lebt der Schauspieler privat!

Schauspieler Herbert Knaup. Bild: dpa

Herbert Knaup (60) bekommt es regelmäßig in geballter Form mit Verbrechen zu tun. Neben den "Kluftinger"-Krimis, steht er auch regelmäßig bei "Die Kanzlei" vor der Kamera. Im Interview spricht Knaup über den Unterschied der beiden Figuren, über seine Heimat und schräge Wortkreationen.

Kluftinger-Kommissar Herbert Knaup im Interview

Fünf Kluftinger-Krimis mit Ihnen in der Hauptrolle wurden bisher im Allgäu gedreht. Haben Sie durch die Dreharbeiten Ihre Liebe zur Heimat wiederentdeckt?

Herbert Knaup: Die Heimatliebe ist eigentlich immer da, die trägt man im Herzen. Aber leider komme ich nicht mehr oft hin. Es hat mich umgehauen, wie schön es im Allgäu ist. Als Kind habe ich das nicht so wahrgenommen. Im Gegenteil: Die Bergwelt war für mich wie eine steinerne Gebärmutter. Ich habe mich immer gefragt, wie kommst du da jemals raus? Jetzt empfinde ich das Allgäu als etwas Friedliches und Beruhigendes.

Könnten Sie sich vorstellen, irgendwann wieder im Allgäu zu leben?

Knaup: Möglich ist alles, auch wenn ich die nächsten Jahre sicher noch mit meiner Familie in Berlin bleibe. Aber im Alter wird man naturaffiner, das merke ich. Und vielleicht zieht es mich irgendwann auf eine Allgäuer Alpe, um dort Käse zu machen. Eines würde mich aber tatsächlich einmal reizen: Ein Jahr lang auf einer Berghütte ganz bewusst alle Jahreszeiten zu erleben und die Verwandlung der Natur mitzubekommen - das muss gigantisch sein. In der Stadt bekommt man die Jahreszeiten nicht so mit.

Dass Sie ein waschechter Allgäuer sind, ist in den Filmen nicht zu überhören. Dabei leben Sie schon lange nicht mehr in der Region. Ist es schwierig, in die heimische Mundart zu wechseln?

Knaup: Nein, das geht sehr schnell - wie auf Knopfdruck. Es ist ja meine Muttersprache. Aber in den Filmen geht es noch recht harmlos zu. Wenn wir richtig loslegen würden, könnte niemand etwas verstehen. Für mich ist es immer eine wahre Freude, mit den Einheimischen zu reden. Es gibt im Allgäuer Dialekt ganz eigenwillige und zum Teil sehr schräge Wortkreationen - "Du Lefas" zum Beispiel oder "s' Bugrad". Leider geht diese Ursprache irgendwann verloren, weil sie kaum noch jemand spricht.

Fünfmal haben Sie nun den Klufti gespielt. Lernen Sie den Kommissar im Trachtenjanker mit jedem Mal besser kennen?

Knaup: Ja, das kann man nach acht Jahren Lebenserfahrung als Kluftinger durchaus sagen. Es ist ein Reifungsprozess, der sich mehr und mehr vollzieht. Es macht unglaublich viel Spaß, den Charakter zu erfassen, seine ganzen Eigenheiten auszuloten und in die Tiefe einzutauchen.

Herbert Knaup privat: Das sind die Gemeinsamkeiten mit Kluftinger

Erkennen Sie eigene Charakterzüge in der Figur Kluftinger?

Knaup: Am Anfang dachte ich, er ist völlig anders als ich. Ich gehe auf die Menschen zu, bin kommunikativ, er ist eher zurückhaltend und skeptisch. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten, die Sehnsucht nach der Wahrheitsfindung zum Beispiel, nach Geborgenheit in der Familie, nach einem Zuhause.

Ein ganz anderer Typ ist Markus Gellert, den Sie in der Anwaltsserie "Die Kanzlei" spielen. Gellert ist elegant und etwas schnöselig - Eigenschaften, die man von dem Allgäuer Kommissar nicht kennt. Wen mögen Sie persönlich lieber, wer ist Ihnen näher?

Knaup: Das ist schwer zu sagen, weil sie so verschieden sind. Beide zeichnen sich durch ihre Eigenarten aus, die sie liebenswert machen. Gellert ist kein Kind von Traurigkeit, er hat mehrere Beziehungen, uneheliche Kinder, Schulden, ist aber ein brillanter Anwalt. Kluftinger ist bodenständig, prescht gerne nach vorne, hat aber die Absicherung über die Gesetze. Ich, Herbert Knaup, bin nochmal ganz anders, ich bin eher ein musischer Typ. Aber ich finde es toll, dass man mir die Unterschiedlichkeit der Figuren zutraut.

Auch die Drehorte könnten unterschiedlicher nicht sein. Hier der Hamburger Kiez, dort das grüne Allgäu mit grasenden Kühen. Fühlen Sie sich an beiden Orten wohl?

Knaup: Ja, auf jeden Fall. Ich bin nicht der typische Allgäuer, der sagt, daheim ist es am besten. Ich bewege mich gerne - und die Welt bewegt sich mit. In Hamburg habe ich lange gelebt, es ist eine der schönsten Städte der Welt. Das Allgäu ist ganz anders. Da kommt die Kindheit wieder auf, da spüre ich die Kraft und Energie der Bergwelt. Aber es stimmt schon: Nach Hause kommen ist wunderschön.

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