Katrin Sass privat: DARUM hat die "Good Bye, Lenin"-Schauspielerin keine Kinder

Die Theater-, Fernseh- und Filmschauspielerin Katrin Sass ist ein Star, geehrt mit vielen Preisen und bekannt aus etlichen Rollen. Doch privat hatte die 61-Jährige gegen so manchen Dämon zu kämpfen.

Katrin Sass 2014. Bild: Britta Pedersen/dpa

Frauchen-Rollen, ohne Ecken und Kanten, würde der Schauspielerin Katrin Sass ("Good Bye, Lenin!", "Weissensee") niemand abnehmen. Sie wirkt bodenständig, aber auch zerbrechlich, oft lebenslustig, wenig später kommt große Traurigkeit zutage. Und sie zeigt sich immer emotional. Katrin Sass wünscht man sich als beste Freundin, mit der nächtelang die Probleme des Lebens diskutiert werden. Keine Frage: Die in Schwerin geborene Schauspielerin, die im Oktober 2018 62 Jahre alt wird, ist ein Publikumsliebling.

Katrin Sass' Karriere hatte Höhen und Tiefen

In Katrin Sass' Biografie gibt es viele Höhen, aber auch Tiefen - nicht alles lief glatt im Leben der 61-Jährigen. Aufgewachsen in ihrer Geburtsstadt Schwerin wollte Katrin Sass wie ihre Mutter Schauspielerin werden. Doch zunächst wurde sie Facharbeiterin für Fernsprechtechnik. Erfolglos bewarb sie sich an der Ost-Berliner Schauspielschule, ein zweiter Anlauf klappte dann an der Rostocker Schule.

Ihr Bühnendebüt gab Katrin Sass am Staatstheater Schwerin und wurde dort von Regisseur Heiner Carow entdeckt. Er gab der 21-jährigen Anfängerin die Hauptrolle in dem DDR-Film "Bis dass der Tod euch scheidet" (1978). 1982 folgte der Streifen "Bürgschaft für ein Jahr". Er bescherte der damals 26-Jährigen bei der Berlinale einen "Silbernen Bären" als beste Schauspielerin.

Doch in den Folgejahren wurden in der DDR die Filmrollen für Katrin Sass rar. Auch nach der Wende blieben die Angebote aus. 1993 dann ein Lichtblick: Katrin Sass bekam die Rolle der Kommissarin Tanja Voigt im "Polizeiruf 110". Doch als ihre Alkoholsucht immer offensichtlicher wurde, wollten Regisseure nicht mehr mit Katrin Sass arbeiten. "Aus dem Freund Alkohol wurde der Feind", sagte die Schauspielerin später.

Katrin Sass kämpfte privat lange gegen die Alkohol-Sucht

Der Tag ihrer zweiten Geburt sollte der 22. Juli 1998 werden: Eine Zäsur im Leben der Schauspielerin. Katrin Sass entschied sich an diesem Tag für ein Leben ohne Alkohol: "Der Arzt fragte mich: Wollen Sie weiter trinken oder weiter leben?", schreibt Katrin Sass in ihrer Autobiografie "Das Glück wird niemals alt". Zu ihrer Entscheidung sagt sie heute: "Ich habe mich für das Leben entschieden". Es sei aber ein harter Weg gewesen, dem Teufel Alkohol abzuschwören.

So erging es Schauspielerin Katrin Sass nach dem Alkohol-Abschied

Nach dem tapferen Kampf gegen die Alkoholsucht sollte es für Katrin Sass auch beruflich wieder aufwärts gehen. 2001 bot ihr Regisseur Michael Klier die Hauptrolle in "Heidi M." an. Für diese Rolle erhielt sie den Deutschen Filmpreis. Die große Chance - und dann auch die internationale Bekanntheit - kam schließlich 2003 mit "Good Bye, Lenin" von Wolfgang Becker: "Das war das Glück meines Lebens", sagte Katrin Sass einmal in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

Es schien, als sei damit der Knoten geplatzt, bei Katrin Sass trudelten wieder Rollenangebote ein. In dem vom Publikum und der Kritik hochgelobten Mehrteiler "Weissensee" (seit 2010) spielte Katrin Sass die kritische Liedermacherin Dunja Hausmann. In ihrer Rolle zeigt sie eine Frau, die, um ihre Tochter zu schützen, gegen ihre Überzeugung mit der Stasi zusammenarbeitet. Im wirklichen Leben wurde Sass von ihrer besten Freundin bespitzelt - dieses Thema bringt sie auch heute noch immer wieder in Wut.

Katrin Sass widmet sich aktuell wieder eigenen Projekten

Trotz des riesigen Erfolges der Serie "Weissensee" ist Katrin Sass aus ihrer Rolle des Stasi-Opfers Dunja Hausmann ausgestiegen. Beruhigenderweise gab es keine Querelen zwischen der Schauspielerin und dem Filmteam. Lediglich Termingründe von Katrin Sass hinderten sie am Dreh. Statt der Schauspielerei widmet sich Katrin Sass derzeit wieder verstärkt eigenen Projekten. Das bereits 2013 erschienene Album "Königskinder" präsentiert Katrin Sass aktuell auf einer umfangreichen Tour. Sie singt darauf Lieder, die sie auch in "Weissensee" gesungen hatte.

Gerade fiel in Kanada die letzte Klappe zur ARD-Komödie "Harrys Insel" unter der Regie von Anna Justice. Sie spielt in dem Film Susan, die Harry (Wolfgang Stumph) von ihrer Insel vertreiben will. Als Kollegin sei sie unwahrscheinlich diszipliniert, sagte Stumph über seine Filmpartnerin in der Dokumentation "Deutschland, deine Künstler - Katrin Sass" des MDR. "Sie spielt sowohl aus dem Bauch, als auch aus dem Intellekt heraus. Und ihrer Lebenserfahrung", beschreibt der Publikumsliebling seine nicht minder bekannte Kollegin.

Scheidung von Siegfried Kühn: Katrin Sass ist privat kein Familienmensch

Katrin Sass ist ehrlich, ohne sich zu verbiegen. Sie sagt, was sie denkt - ohne Angst. Legendär ihr Auftritt in der Talkshow "Markus Lanz": Sehr emotional kritisierte sie das RTL-Dschungelcamp und persönlich den "Dschungel-König" 2011, Peer Kusmagk. Katrin Sass lebt heute in Berlin. Wie die Schauspielerin der "Frau im Spiegel" vor ein paar Jahren verriet, sei sie kein Familienmensch und hat eine Scheidung von ihrem Ex-Ehemann, dem Regisseur Siegfried Kühn, hinter sich. Nachwuchs zu bekommen sei aus "gesundheitlichen Gründen" für Katrin Sass nie infrage gekommen.

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lid/jat/news.de/dpa

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