Brexit-Abstimmung 2016: Welche Promis sind für den Brexit und welche dagegen?

An diesem Donnerstag stimmt Großbritannien über den Verbleib in der EU ab. Viele Promis beziehen dabei klar Stellung. Wer ist dafür und wer dagegen?

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Dafür - oder dagegen. Diese Frage spaltet ein Land, das politisch, wirtschaftlich, militärisch und kulturell zu den mächtigsten Staaten der Welt zu zählen ist. Großbritannien will sich kommenden Donnerstag entscheiden, ob es künftig mit oder ohne Europa leben will. Dafür bedeutet: für den Brexit, den Austritt aus der europäischen Staatengemeinschaft; dagegen: der Entscheid für Europa.

Brexit-Abstimmung 2016 sorgt für hitzige Diskussion

Mittlerweile sind beide Lager derart verfeindet, dass man versucht ist, vom "unvereinigten Königreich" zu sprechen. Die hitzige Diskussion wird von Hassausbrüchen vor allem von Brexit-Befürwortern befeuert - bis es letzte Woche zu einer spektakulären Gewalttat kommt, die ganz England schockiert: Die pro-europäische Labour-Abgeordnete Jo Cox (41) wird von einem vermutlich psychisch kranken Attentäter ermordet. Bei seiner Festnahme ruft der Mann: "Britain first."

Mit einer Knutsch-Kette durch Europa werben Brexit-Gegener für den Verbleib in der EU. Mehr dazu sehen Sie auf Clipfish.

Alison Louise Kennedy schimpft auf reiche Briten

Die schottische Schriftstellerin Alison Louise Kennedy (51) sieht in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung" in der Londoner Elite ("immer mehr Oligarchen, Drogenbosse, Scheichs und Scheichinnen") die eigentlichen Initiatoren des Brexits: "Unser oberstes Prozent befürchtet, in die grässliche Bedeutungslosigkeit der reichsten fünf Prozent Großbritanniens abzurutschen. Und derweil sind sie gezwungen, neuen Menschen zu begegnen, mit Veränderungen klarzukommen, mit einem Verdrängungswettbewerb um die besten Restauranttische und die neuesten Louis-Vuitton-Taschen. Unsere Reichen mögen keine Veränderung, keinen Wettbewerb, keine Verdrängung..."

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282 Stars unterzeichnen offenen Brief

Inzwischen haben sich 282 Stars aus der britischen Film-, Kunst- und Musikszene für den Verbleib ihres Landes in der EU starkgemacht. In einem offenen Brief, den der "Daily Telegraph" veröffentlichte, schrieben die Promis, die Insel sei nicht nur stärker in Europa, sie bleibe auch einfallsreicher und kreativer, wenn der Brexit abgewendet werde.

Das Schreiben wurde u.a. von Kinostar Benedict Cumberbatch (39, "Sherlock"), Regisseur und Oscar-Preisträger Danny Boyle (59, "Steve Jobs"), Modeschöpferin Vivienne Westwood und den Schriftstellern Carol Ann Duffy (60), John le Carré (84) und Ian McEwan (68) unterzeichnet. Wörtlich heißt es: "Unser weltweiter kreativer Erfolg würde erheblich geschwächt, wenn wir weglaufen... Von der kleinsten Galerie bis zum größten Blockbuster haben viele von uns an Projekten gearbeitet, die ohne EU-Förderung oder internationale Zusammenarbeit nie stattgefunden hätten."

Auch die Musiker Bono (56, U2) und Nick Mason (72, Pink Floyd) sowie die Punk-Ikonen und Sex-Pistols-Mitbegründer John Lydon (60) und Paul Cook (59) bekennen sich zu Europa. Cook: "Ich fühle mich in Städten wie Paris, Berlin und Barcelona zu Hause, weil ich mich als Europäer fühle..." Und Lydon, der in Los Angeles lebt, bezeichnet den Brexit als "selbstmörderisch".

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