10.06.2016, 16.59 Uhr

Michaela May im Interview: Mit ihren Töchtern: So lebt sie wirklich

Michaela May gehört zu Deutschlands Schauspielerinnen, die auch im Alter noch erfolgreich Rollen spielen. Privat ist die zweifache Mutter glücklich mit Regisseur Bernd Schadewald verheiratet. Im Interview verrät sie Details aus ihrem Leben.

Die Schauspielerin Michaela May und ihr Mann, der Regisseur Bernd Schadewald. Bild: dpa

Michaela May privat: So heißt die Schauspielerin eigentlich

Schauspiel-Star Michaela May wurde am 18.03.1952 eigentlich als Gertraud Elisabeth Berta Franziska Mittermayr geboren. Im Alter von 11 Jahren spielte sie bereits erste Rollen. Ihren Künstlernamen Michaela May suchte sie sich 1965 auf Anraten ihrer Agentur aus. Der Vorname habe ihr einfach so gefallen, der Nachname ist immerhin Teil ihres wahren Names. Seit 2006 ist May in zweiter Ehe mit Regisseur Bernd Schadewald verheiratet.

Michaela May im Interview über ihre Töchter

In "Unterwegs mit Elsa" (am Freitag, 10.06.2016 um 20.15 Uhr im Ersten) spielt Michaela May (61) eine Witwe, der nach dem Tod ihres Mannes nichts als haufenweise Schulden und eine baufällige Villa in Kroatien bleibt. Kurzerhand macht sie sich zusammen mit ihrer Tochter und ihrer jungen Enkelin auf den Weg ins ehemalige Jugoslawien... Was May von ihren eigenen Töchtern unterscheidet, erzählt sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Elsa ist nach dem Tod ihres Mannes plötzlich pleite. Wie wichtig ist es Ihnen, sich Ihre Selbstständigkeit zu bewahren und eigenes Geld zu haben?

Michaela May: Sehr. Ich finde es wichtig, sich finanzielle Unabhängigkeit und einen eigenen Beruf zu bewahren. Ansonsten kann es passieren, dass man eines Tages vor dem Nichts steht und in ein tiefes Loch fällt. Nach meiner Trennung habe ich sehr viel Post von Frauen bekommen, die gesagt haben: "Ich würde es auch gerne so machen, aber ich kann das nicht. Ich habe alles für meinen Mann aufgegeben und die Kinder erzogen." Ich glaube, dass es trotz Kindererziehung und Familie ganz wichtig ist, dass man seinen eigenen Interessen nachgeht und seine Berufsausbildung oder das Studium auch zu Ende bringt und nicht alles aufgibt. In meiner Generation haben das leider viele gemacht. Die heutige Generation ist da schon viel weiter.

Im Film unterscheiden sich Mütter und Töchter enorm voneinander. Geht es Ihnen mit Ihren Töchtern ähnlich?

May: Es ist ja oft so, dass so etwas bei der nächsten Generation umkippt. Da treten dann wieder der Ehrgeiz, das Verantwortungsbewusstsein und der berufliche Fortschritt in den Vordergrund. Der Freiheitsgedanke tritt in den Hintergrund. Ich stelle das auch bei meinen Kindern fest. Nach dem Abitur musste ich sie fast dazu überreden, dass sie nicht gleich studieren und erstmal ein Gapyear einlegen. Die machten sich gleich Sorgen um den Studienplatz und den Arbeitsplatz und all das. Diese Zukunftsangst ist in der Generation meiner Kinder viel stärker als sie bei uns war. Uns ging es darum, mit alten Traditionen und Strukturen zu brechen. Es ging um neue Musik und die sexuelle Freiheit. Dieses Extrem gegenüber allem, was vorher war, hat unserer Generation eine gewisse Freiheit gegeben.

Ist diese Einstellung nicht auch interessant für die jüngere Generation?

May: Meinen Töchtern ist das eher peinlich. Ich bin ihnen peinlich in der Art, wie ich manchmal vorpresche. Bei meinen Eltern war mir eher die Spießigkeit peinlich. Interessant wäre es zu sehen, wie es ist, wenn ich mal Enkel habe. Noch habe ich ja keine.

Im Film hat die Jüngste oft den klaren Blick auf die Dinge. Kann man von der Jugend lernen?

May: Auf jeden Fall. Ich glaube, dass es immer wichtig ist, auf die Jugend zu hören, in jeder Altersstufe. Ich sehe das an meiner 92-jährigen Mutter. Die ist noch absolut fit im Kopf und immer offen für Neues. Ihre Freunde von früher sind zwar schon gestorben, aber sie sucht sich immer wieder neue und auch jüngere Freunde. Ich glaube, neugierig zu bleiben ist eines der wichtigsten Dinge beim Älterwerden. Sich nicht im Vergangenen zu vergraben, sondern nach vorne zu schauen.

Könnten Sie sich eine Familienreise wie im Film mit ihren Kindern vorstellen?

May: Das sind drei Menschen auf engem Raum und mit demselben Ziel, das sie aneinander bindet. Das zwingt einen, sich miteinander zu beschäftigen, man kann sich nicht aus dem Weg gehen. Ich versuche auch mit meinen Kindern, einmal im Jahr für drei oder vier Tage in ein Hotel zu gehen und es uns gut gehen lassen. Mein Traum wäre es, mit den beiden mal in die Wüste zu fahren, das hat bisher noch nicht geklappt. Aber für ein paar Tage mit ihnen zusammenzusein, um zu sehen, wo sie gerade stehen, das nehme ich mir schon raus. Sie leben ja beide in London. Klar telefoniert man miteinander, aber das ist einfach etwas anderes.

Und wo stehen Ihre Töchter?

May: Eine arbeitet in einem Auktionshaus, die andere hat Management und Public Relations studiert und hat daran noch ein Schauspielstudium angeschlossen. Ich konnte es nicht verhindern. (lacht) Sie spielt in London Theater und möchte auch gerne in Deutschland arbeiten.

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