Erdogan: Böhmermann-Schmähgedicht im Bundestag vorgelesen

So viel zum "parlamentarischen Vokabular": CDU-Politiker Detlef Seif hat das Schmähgedicht von Jan Böhmermann in voller Länge im Bundestag vorgelesen. Für Böhmermann selbst natürlich ein gefundenes Satire-Fressen.

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Das vieldiskutierte Schmähgedicht von Satiriker Jan Böhmermann (35) über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (62) kann künftig in den Bundestagsprotokollen nachgelesen werden. Denn der CDU-Politiker Detlef Seif (53) verlas den kontroversen Text in voller Länge im Bundestag und sorgte damit unter seinen Politiker-Kollegen für helle Aufregung. Allen voran Grünen-Politikerin Renate Künast (60) ereiferte sich über die Aktion und meinte, sie sei "sehr peinlich berührt für dieses Haus, dass Sie den Text verlesen haben".

Nach eigener Aussage wollte Seif damit die diskussionswürdige Qualität des Schmähgedichtes vorführen, heimste sich damit aber vielmehr die Aufforderung ein, doch bitte auf das "parlamentarische Vokabular" zu achten.

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Böhmermanns Reaktion folgt auf dem Fuße

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Und der Zitierte selbst? Böhmermann ließ sich diese Steilvornahme natürlich nicht nehmen und twitterte munter drauflos: "Detlef Seif hat das Schmähgedicht aus dem Kontext gehoben und im Deutschen Bundestag vorgetragen. Beschämend, würde- und geschmacklos!" Nur kurze Zeit später legte er nach: "Ich weiß nicht, was ich als Wähler schlimmer finde: wenn ein MdB Crystal Meth nimmt oder das Schandgedicht öffentlich im Parlament vorträgt!" Gegenüber der "Bild"-Zeitung konterte Seif bereits, nannte die Reaktion "von Jan Böhmermann ein bisschen zu dünnhäutig".

Wegen des derben Gedichts, in dem Böhmermann in seiner ZDF-Show "Neo Magazin Royale" den türkischen Staatschef im (seiner Meinung nach) Sinne der Satire aufs Übelste beleidigte, ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft aus Mainz. Er habe damit gegen den "Majestätsbeleidigungs-Paragraf 103" verstoßen, so der Vorwurf.

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