Nach Roger Ciceros Tod: Niels Ruf: Wer ist der Mann hinter dem geschmacklosen Tweet?

Mit 140 Zeichen hat sich Niels Ruf nach dem Tod des Sängers Roger Cicero zur Persona non grata gemacht. Dabei ist großes Erstaunen gar nicht angebracht: Für einen Witz schonte Ruf schon in den 90ern weder andere noch sich selbst.

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Das vielzitierte "Neuland" mag das Internet im Jahr 2016 nicht mehr sein. Und doch erlebt Deutschland immer noch neue Facetten der virtuellen Medienwelt - "Fifty Shades of Shitstorm", quasi. Jetzt gerade: Wie ein fast vergessener Experte der heftigen Pointe mit einem uralten Tabubruch eine ganz neue Empörungswelle entfacht. Niels Ruf (42) hat im Netz einen Witz auf Kosten eines tragisch verstorbenen Stars gerissen. Und steht nun - verblassende Prominenz hin oder her - auf einmal im Auge des Sturms aus Empörung, Beschimpfungen und Schlagzeilen.

Niels Ruf postete geschmacklosen Tweet über Roger Ciceros Tod

Überraschend ist dabei weniger, dass sich durch 140 Zeichen heftige Reaktionen hervorrufen lassen. Oder dass pietätlose Sprüche im Erschrecken über den Tod des erst 45 Jahre alten Roger Cicero (1970-2016) für besondere Empörung sorgen. Sondern eher, dass just Niels Ruf noch schockieren kann. Die Jagd nach der Pointe jenseits des guten Geschmacks war schließlich immer schon Mission und Handwerk des kamera-affinen Burschen. Ohne Rücksicht auf andere und sich selbst ist Ruf bekannt geworden. Und meist genau deswegen auch in Ungnade gefallen, aber eben auch geliebt worden.

Auch bei "Let's Dance" kam Niels Rufs Art nicht gut an - wie Juror Joachim Llambi Ruf die Meinung geigt, können Sie bei Clipfish noch einmal sehen

Niels Ruf: Zu überdreht, um ernst genommen zu werden

Wer Ende der 90er Sinn für alternative Musik hatte und Musikfernsehen mochte, dem ist Ruf schon lange ein Begriff. Der Sender Viva Zwei verband damals beides - und castete den Mittzwanziger als Moderator für die Show mit dem sprechenden Titel "Kamikaze". Ruf griff sich erst im Nachmittagsprogramm, dann - sicherheitshalber - spätabends am Moderatorenschreibtisch das Steuerruder und riss jeden Witz, der gerade gar nicht ging: Tiefschläge gegen Stars der Szene, Homosexuellenwitze und Fäkalhumor. Und im Hintergrund räkelte sich das "Kamikätzchen". Eine junge Frau als optisch ausgebeutete Fleischeinlage à la "'Bild'-Girl-des-Tages".

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