10.03.2016, 09.09 Uhr

Caroline Kesselaar: Tochter von Rudi Carrell spricht Klartext: "Er war ein Tyrann und Egoist!"

Rudi Carrell war einer der bedeutendsten Showmaster Deutschlands. 2006 verstarb der große Entertainer an Lungenkrebs, jetzt gewährt seine Tochter Caroline Kesselaar mit ihrem Buch "Die van Carrell" tiefe Einblicke in das Familienleben der Carrells und zeigt die andere, die private Seite der TV-Legende.

Er war einer der bedeutendsten Showmaster Deutschlands: Rudi Carrell. Seine private Seite kannte kaum jemand. Diese beschreibt seine Tochter in ihrem Buch "Die van Carrell". Bild: dpa

Es sind wohl die berühmten zwei Seiten einer Medaille, von der wir nur eine zu sehen bekamen. Über 30 Jahre war Rudi Carrell († 71, "Wann wird's mal wieder richtig Sommer") einer der größten Showmaster Deutschlands, doch seine private Seite kannten nur wenige. Carrells jüngste Tochter Caroline Kesselaar (53) hat jetzt in den Niederlanden ein Buch veröffentlicht ("Die van Carrell"), in dem sie den privaten Rudi beschreibt und dass ihre Kindheit von der ständigen Sehnsucht nach dem Vater geprägt war, der ausschließlich für seinen Job lebte.

Rudi-Carrell-Tochter veröffentlicht Buch "Die van Carrell"

Mein Vater konnte sehr liebevoll sein, aber er lebte in erster Linie für seine Shows. Meine Bedürfnisse als Tochter haben darunter gelitten. Bei der Arbeit war er oft ein Tyrann und Egoist", so Caroline Kesselaar gegenüber "Bild". Auch in seinen letzten Tagen, wollte Rudi Carrell alles bestimmen. 2006 starb der Entertainer an Lungenkrebs, Caroline über ihren letzten Besuch bei ihrem Vater: "Er sagte zu mir: 'Ich will dich nicht mehr sehen. Gib mir einen Kuss, und dann geh!' Er hat mich einfach so weggeschickt. Ich habe das schweren Herzens respektiert. Mein Vater wollte keine Schwäche zeigen und bis zum Schluss in seinem Leben Regie führen."

Caroline Kesselaar: "Kein Platz für Illusionen"

Doch Abweisungen seitens ihres Vaters, war Caroline gewöhnt. Als sich 1973 ihre Eltern scheiden ließen und sie nicht zu ihrer Mutter ziehen wollte, sagte Rudi Carrell knallhart: "Das kannst du vergessen! In meinem Leben gibt es keinen Platz für dich!" Heute kann Kesselaar die Zurückweisung besser einordnen als damals. "Ich war meinem Vater damals sehr böse. Heute denke ich, dass er nur offen und ehrlich war und mir keinen Platz für Illusionen lassen wollte", so die 53-Jährige zu "Bild".

Rudi Carrell: Gags gegen Bares

Doch auch Geschichten aus dem Nähkästchen lassen sich im Buch "Die van Carrell" finden. So soll Rudi gerne durch die Straßen spaziert sein, nur um "Hände zu schütteln" und "Autogramme zu geben": "Das gab ihm Energie", so Kesselaar. Und an seinen Shows arbeitete die ganze Familie mit. "Wenn meine Tochter etwas Lustiges in einer Zeitung fand, faxte sie das ihrem Opa nach Hause. Benutzte er einen Gag in seiner Show, bekam sie von ihm dafür später ein kleines Honorar", zitiert sie die "Bild".

Mit dem Abstand der Jahre ist Caroline Kesselaar ihrem Vater dennoch dankbar: "Im Nachhinein war mein Leben durch ihn erfüllter, als ich es zu seinen Lebzeiten manchmal wahrhaben wollte."

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ruc/ife/news.de

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