Monica Lierhaus über ihre Wünsche: Trotz Handicap! Diese Dinge will sie noch tun

Es gehe ihr wieder gut und sie komme zurecht, erzählt Monica Lierhaus. Sieben Jahre ist es jetzt her, dass sie nach einer Hirn-OP mit Komplikationen schwer erkrankte. "Ich baue mir ein neues, zweites Leben auf", sagt sie heute.

Monica Lierhaus beschreibt in ihrem Buch "Immer noch ich", wie die schwere Krankheit ihr Leben verändert hat. Bild: dpa

Der 8. Januar 2009 hat das Leben von Monica Lierhaus in ein "Davor" und "Danach" geteilt. Bei einer Hirn-OP kommt es zu Komplikationen - die Prognosen für die Hamburgerin sind verheerend. Wie ein Kleinkind muss die TV-Moderatorin, die zum Team der ARD-"Sportschau" gehörte, alles neu erlernen. In ihrem am Freitag (15.01.2016) erscheinenden Buch "Immer noch ich" beschreibt die 45-Jährige ihren Weg zurück ins Leben. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sprach Lierhaus über Themen wie Therapie, Tabubruch und Trennung.

In Ihrem Buch schreiben Sie, dass Sie über Jahre Buchanfragen von Verlagen abgelehnt haben. Was hat zum Sinneswandel geführt?

Monica Lierhaus: Zum einen habe ich so unglaublich viele Zuschriften bekommen von Menschen, die auch betroffen waren und die mich gebeten haben, meine Geschichte niederzuschreiben, weil es ihnen helfen würde zu sehen, wie ich mich wieder in das Leben zurück kämpfe. Zum anderen war inzwischen der Zeitpunkt gekommen, die Verarbeitung all dessen anzugehen, auch um mich davon zu befreien. Ob mir das jetzt schon wirklich gelungen ist, weiß ich nicht. Aber das Buch hat mir ein Stück dabei geholfen. Es soll aber auch anderen Menschen helfen: Ich möchte vermitteln, dass man viel mehr schaffen kann, als man selbst für möglich hält - und auch viel mehr vielleicht, als Ärzte annehmen.

Welche Therapien stehen für Sie noch auf dem Programm??

Monica Lierhaus: Ich mache viele Therapien, auch wenn das insgesamt weniger geworden ist, denn mein Genesungsprozess ist zum Glück immer noch dynamisch: Logopädie, Neuropsychologie, Osteopathie, Physiotherapie und - was besonders angenehm ist - Massagen gegen die schmerzhaften Muskelverspannungen. Vor allem aber auch: Hippotherapie. Von diesem therapeutischen Reiten bin ich so begeistert, dass ich es schon gar nicht mehr als Therapie betrachte, sondern als pure Lebensfreude.

Was bereitet Ihnen noch die größten Probleme?

Monica Lierhaus: Eindeutig die ganze Feinmotorik. Alleine das Öffnen einer Milchtüte kann so schwierig sein. Oder Zöpfe zu flechten - das bekomme ich immer noch nicht hin und werde es vielleicht auch nie wieder. Ich bin aber schon froh, dass ich wieder Schnürsenkel binden kann. Alles was fummelig ist, dazu gehört unendlich viel Geduld - und die habe ich überhaupt nicht. Früher gingen die Fortschritte rasant schnell, jetzt viel langsamer. Aber früher konnte ich auch gar nichts, jetzt arbeite ich an Feinheiten. Doch es bleibt ein täglicher Kampf.

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