Quentin Tarantino: Boykott angedroht! Tarantino hat Angst vor der Polizei

Quentin Tarantino hat sich mit seinen unüberlegten Äußerungen bei der Polizei nicht gerade Freunde gemacht. Warum er sich jetzt regelrecht vor den Gesetzeshütern fürchtet, lesen Sie hier.

Ärger mit der Polizei: Quentin Tarantino. Bild: John Shearer/Invision/AP/spot on news

Der Hollywood-Regisseur Quentin Tarantino (52, "Pulp Fiction"), der seit seiner Teilnahme an Protesten und Kundgebungen Ärger mit der US-amerikanischen Polizei hat, wird offenbar langsam nervös. Zum ersten Mal seit seiner Jugend fürchte er sich wieder vor den Gesetzeshütern, wie er in der Polit-Talkshow "Real Time with Bill Maher" sagte. "Es ist interessant, ich schaue plötzlich wieder in den Rückspiegel und sehe die Polizeiautos auf eine Art, wie ich sie seit etwa 20 Jahren nicht mehr gesehen habe", erzählte er.

Polizisten wollen Quentin Tarantinos Film boykottieren

Polizeiverbände in den USA hatten nach Aussagen des Regisseurs, in denen er im Zusammenhang mit Polizisten das Wort "Mörder" verwendet hatte, mit dem Boykott seines kommenden Films "The Hateful Eight" gedroht. Jim Pasco von dem Berufsverband Fraternal Order of Police ging vor Kurzem einen Schritt weiter und drohte an, man habe eine "Überraschung" für Tarantino geplant.

Was war eigentlich genau passiert?

In den USA hatten in jüngster Zeit mehrere Fälle, bei denen Schwarze von weißen Polizisten erschossen wurden, weltweites Aufsehen erregt. Bei Demonstrationen in New York protestierten zahlreiche Angehörige von Opfern gegen die Staatsgewalt. Aber auch Quentin Tarantino mischte mit. Er hielt ein Transparent mit den Namen Getöteter in der Hand.

Und er sprach knallharte Sätze: "Ich bin ein Mensch mit einem Gewissen. Und wenn man davon überzeugt ist, dass da Mord stattfindet, dann muss man sich erheben. Ich bin hier um zu zeigen, dass ich auf der Seite der Ermordeten stehe."

Quentin Tarantino als "Cophasser" bezeichnet

Das kam nicht gut an bei den Ordnungshütern. New Yorks oberster Polizist, Bill Bratton, sagte, Tarantino solle sich schämen. Erst wenige Tage zuvor sei ein Beamter von einem mutmaßlichen Fahrraddieb getötet worden. "Es gibt keine Worte, die meine Verachtung für Tarantino ausdrücken könnten", schimpfte Bratton.

Für Patrick Lynch, den Boss der Gewerkschaft "Patrolmen's Benevolent Association", ist es "keine Überraschung", dass jemand, der in seinen Filmen Verbrechen verherrliche, ein "Cophasser" sei. Dann sagt Lynch: "Es ist Zeit für einen Boykott von Quentin Tarantinos Filmen."

Tarantino: "Nicht alle Cops sind Mörder"

In einem Interview mit der "Los Angeles Times" schoss Tarantino zurück. Er wirft der Polizei vor, sie wollte nur von dem eigentlichen Problem ablenken. "Ihre Botschaft ist klar: Sie heißt, mich abzustellen. Mich in Verruf zu bringen. Mich einzuschüchtern." Er solle seinen Mund halten, auch um andere Kritiker abzuschrecken. Dabei sei er überhaupt kein eingefleischter Gegner der Staatsmacht, erklärte Tarantino. "Nicht alle Cops sind Mörder. Das habe ich nie gesagt. Das habe ich nicht mal impliziert."

Dennoch wirft der Polizeichef von Los Angeles dem Regisseur "Ignoranz" vor: "Herr Tarantino lebt in einer Fantasiewelt. Seine Filme sind extrem brutal, aber er versteht Gewalt nicht."

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Video: spot on news

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sam/bua/news.de/spot on news

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