Twitter: So spottet das Netz über Sepp Blatters Rücktritt

FIFA-Boss Sepp Blatter hat das Unvorstellbare getan: Er ist zurückgetreten. Wenige Tage nach seiner überraschenden Wiederwahl als Weltverbandspräsident. Auf Twitter kam kaum ein Post ohne Spott und den Hashtag "#Blatter" aus.

Da war die FIFA-Welt noch in Ordnung: Sepp Blatter im Januar bei der Kür des Weltfußballers Bild: ddp images/spot on news

Festnahmen beim Weltfußballverband, trotzdem Wiederwahl des Präsidenten - noch lange nicht der Gipfel der Skurrilitäten in Sepp Blatters (79) langer Fußball-Funktionärskarriere. Auch den Anfang des Endes seiner Ägide hat der Schweizer nun auf die eigenwilligst mögliche Art eingeleitet: Mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen freiwilligen Rückzug bei einer Pressekonferenz am Dienstagabend. Klar, dass diese Volte schlagfertigen Twitter-Nutzern reichlich Futter für Spott lieferte.

Großen Raum nahmen natürlich zunächst ungläubige Äußerungen ein: "Ich dachte ja immer aus der Mafia darf man nicht aussteigen. #Blatter", wunderte sich User Der Prolephet in wenig subtiler Anspielung auf den allgemeinen Zustand der FIFA. Ein Kollege namens Mathias sah hingegen bereits größere weltpolitische Probleme heraufdämmern: "Ich fürchte, das ist ein Ablenkungsmanöver. Irgendjemand muss gerade ein Land überfallen haben oder so", unkte er.

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Weltfußball als RTL-Show

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So einige Beobachter fühlten sich der Blatter-Posse auch an Fernsehshows des Senders RTL erinnert. Einer von ihnen war Dschungelcamp-Gagschreiber Micky Beisenherz. Ihn erinnerte der FIFA-Sumpf allerdings an zwei andere Formate: "#Blatter tritt zurück. Der gemeinnützige Verein #FIFA sucht einen neuen Präsidenten - oder kurz: Wer wird Millionär?" Emshapro hingegen zog Parallelen zu einer anderen tragischen Gestalt der (RTL-)Zeitgeschichte: "#Blatter macht den Wendler: Erst freiwillig drinnen, dann nach 4 Tagen draußen."

Wie nah Freund und Leid beieinander liegen, verdeutlichten unterdessen die Online-Redaktion der "taz" und der Poetry-Slammer Friedemann Weise. Während Weise einen Schritt in die richtige Richtung ausmachte - "seinem größten Ziel ist #Blatter damit ein gutes Stück nähergekommen: Die #FIFA von korrupten Mitgliedern zu befreien", schrieb er - klagten die wackeren Autoren der "taz" über mieses Timing: "Klar. Kurz vor Feierabend. #Blatter." Manche Menschen können eben nicht einmal richtig abtreten.

Für ein wenig Respekt gegenüber dem scheidenden FIFA-Präsidenten Blatter plädierte übrigens der britische "Buzzfeed"-Redakteur Jamie Ross. "Bitte retweetet nicht dieses Foto, Mr. Blatter würde das hassen", schrieb er unter einen unvorteilhaften Schnappschuss des Schweizer Funktionärs. Und die User taten, was Ross von ihnen erwartete - sie teilten das Foto zu hunderten.

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