Die Linke: Wolf Biermann sorgt für Eklat im Bundestag

Ein Aufreger mit Ansage: Liedermacher Wolf Biermann nutzte seinen Auftritt im Bundestag zum Mauerfall-Gedenken für einen Angriff auf die Linkspartei. Die Abgeordneten seien der "elende Rest dessen, was zum Glück überwunden ist."

Griff bereits des Öfteren die Linkspartei öffentlich an: Wolf Biermann

Bild: ddp images/spot on news

Denkwürdiger Auftritt des Liedermachers Wolf Biermann (77, "Aah-Ja!"): Auf Einladung des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (65, CDU) durfte der aus der DDR ausgebürgerte Künstler ein Ständchen zum Mauerfall-Gedenken im Bundestag halten. Doch Biermann nutzte seinen Auftritt auch für eine Attacke gegen die Partei "Die Linke".

Zunächst wollte Lammert mit einem Hinweis auf die Geschäftsordnung des Bundestages den Musiker noch von einer Rede abhalten. Er dürfe reden, wenn er gewählt sei, heute sei er aber nur zum Singen eingeladen. Doch Biermann konterte gewohnt schlagfertig: "Ich habe mir das Reden in der DDR nicht abgewöhnt - und das werde ich hier schon gar nicht tun."

Hier gibt es die CD "Liebeslieder" von Wolf Biermann

Linkspartei sei "elender Rest"

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Anschließend widmete er sich der Fraktion der Linken und sprach vom "elenden Rest dessen, was zum Glück überwunden ist". "Ihr seid dazu verurteilt, das hier zu ertragen", sagte Biermann weiter. Er gönne das den Abgeordneten der Linkspartei. Anschließend spielte er sein Lied "Ermutigung", welches vor allem in den Reihen der Oppositionellen in der ehemaligen DDR sehr beliebt war.

Der gebürtige Hamburger siedelte zunächst 1953 in die DDR über, wurde allerdings 1976 wieder ausgebürgert. Während einer Konzertreise durch die BRD kritisierte er die damalige SED-Führung während seines Auftritts in Köln. Dies nahm das Regime zum Vorwand, den unliebsamen Biermann die Rückkehr in die DDR zu verwehren und ihn auszubürgern. Seitdem wohnt Biermann wieder in seiner Heimatstadt Hamburg.

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