05.10.2014, 20.19 Uhr

Sebastian Bezzel: Kommissar Matteo Lüthi: So tickt Schauspieler Roland Koch privat

Roland Koch aka "Tatort"-Kommissar Matteo Lüthi wuchs mit vier Schwestern auf und hat vier Töchter - macht ihn das zum Frauenversteher oder eher zum Gegenteil? Das und vieles mehr verrät der Schweizer Schauspieler im Interview.

Kommissar Matteo Lüthi (Roland Koch) hofft, dass seine deutsche Kollegin Klara Blum (Eva Mattes) ihm glaubt

Bild: SWR/Martin Furch/spot on news

Nach "Tatort: Nachtkrapp" (2012) und "Tatort: Letzte Tage" (2013) ergänzt Roland Koch (55, "Der Fürst und das Mädchen") als cooler und attraktiver Schweizer Kommissar Matteo Lüthi in "Tatort: Winternebel" zum dritten Mal das Ermittler-Duo Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) in der Bodensee-Ausgabe des Sonntagskrimis (im Ersten). Sein Gesicht kennt der Krimi-Fan inzwischen, doch wie tickt der Filmemacher und Theatermann privat?

Himbeeren aus dem eigenen Garten zum Frühstück anbieten zu können, macht ihn glücklich. Seine Töchter sind strenger zu ihm, als er zu ihnen. Er lebt seit vielen Jahren in Wien und trotzdem erkennt man den Schweizer sofort - woran und vieles mehr hat der Schauspieler und Regisseur im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news verraten.

"Geld.Macht.Liebe." ist eine der Serien, die Roland Koch als Schauspieler in Deutschland bekannt gemacht haben - hier können Sie die erste Staffel auf DVD bestellen

Sind Sie privat Fan der Krimireihe "Tatort"?

Roland Koch: Ich bin schon Fan, aber am Sonntagabend habe ich meistens eine Theatervorstellung. Manchmal schaue ich in den Auftrittspausen in der Kantine kurz rein. Meistens verpasse ich aber sogar meinen eigenen "Tatort".

Sie leben schon lange in Wien, sind aber Schweizer. Was ist noch typisch Schweizerisch an Ihnen?

Koch: Wenn ich durch Wien laufe, falle ich schon auf, weil ich immer mit sehr gutem Schuhwerk unterwegs bin. Man könnte denken, ich komme direkt vom Berg oder habe bestimmt gerade vor, auf den Berg zu gehen. Das ist der Schweizer in mir. Und als ich jetzt ein paar Monate lang in St. Gallen inszeniert habe, ist mir schon auch wieder bewusst geworden, dass hier meine Wurzeln sind.

Länger gelebt haben Sie bisher in Wien, Zürich, München, Frankfurt, Hannover, Tübingen und Berlin. Woran hängt Ihr Herz?

Koch: An Wien hänge ich tatsächlich, weil ich in dieser Stadt schon seit 15 Jahren lebe. Hier bin ich auch sozialisiert, was ich in den anderen Städten nicht war. Kaum hatte ich dort Wurzeln geschlagen, war ich auch schon wieder weg. Inzwischen kommt es vor, dass ich nach einem Urlaub sage "Jetzt fahre ich nach Hause" und dann Wien damit meine.

Wien nennt sich "Stadt der Langsamkeit". Würden Sie das unterschreiben?

Koch: Ich würde es eher "Stadt der Entschleunigung" nennen. Es gibt schon sehr viele Inseln, auf denen man dem Alltagsstress vollkommen entfliehen kann.

Das Aussehen ist in Ihrem Beruf sehr wichtig. Was machen Sie denn generell dafür?

Koch: Ich dusche mich jeden Tag. Ansonsten mache ich Sport. Früher bin ich viel gejoggt, heute fahre ich lieber viel Rad. Richtig begeistert bin ich aber auch vom Schwimmen. Was durchaus etwas Besonderes ist, denn ich habe es erst sehr spät, mit 14 Jahren, gelernt. Großartig von der Stelle komme ich zwar immer noch nicht, ich tauche eher tief ein und komme sehr hoch wieder raus, wie eine Nähmaschine. Aber es macht mir großen Spaß!

Was halten Sie von Schönheitsoperationen?

Koch: Das Schlimme an Schönheits-OPs ist, dass sie alle gleichmachen. Es leuchtet mir eigentlich nicht so ganz ein, warum man viel Geld zahlen soll, um dann so eine Art Nivellierung herzustellen. Ich verstehe diesen Wahn nicht, wenngleich mir schon klar ist, dass man als Mann in dieser Branche nicht so stark mit diesen Entwicklungen konfrontiert ist. Bei einigen Kolleginnen spüre ich allerdings schon, dass sie unter Druck stehen, weil sie viel stärker nach dem Äußeren beurteilt werden.

Was macht eine Frau für Sie attraktiv?

Koch: Humor finde ich sehr attraktiv bei einer Frau. Wenn ich nach ein, zwei Sätzen merke, wir werden nichts zu lachen haben, dann gehe ich meistens einen Tisch weiter.

Auf welche Kalorienbombe können Sie nicht verzichten?

Koch: Heute heißt es Schoko- oder Schaumkuss. In der Schweiz steht tatsächlich immer noch Mohrenkopf auf der Packung, was natürlich absolut unkorrekt ist. Ich bin allerdings in der Nähe einer Kleinfabrik aufgewachsen, die diese Süßigkeiten herstellt und auch berühmt dafür ist. Als Kinder haben wir sie tonnenweise verschlungen. Und wenn ein Lokal etwas auf sich hält, stehen sie auch heute noch in Goldfolie gewickelt am Tresen. Ebenfalls nicht nein sagen kann ich zu Linzer Torte.

Wo gibt es die beste Linzer Torte?

Koch: Ich kenne die Linzer Torten zwischen Triest und Schleswig. Die beste macht meine Nachbarin in der Schweiz, in Linz selber sind sie gar nicht so gut, aber in Wien gibt es etliche Kaffeehäuser, die das wunderbar hinbekommen.

Wilde Party oder gemütliches Essen mit Freunden, was ist Ihnen lieber?

Koch: Am liebsten ist es mir, wenn die Bude voll ist und viele Leute hier bei mir um den großen Tisch sitzen und ich koche. Manchmal lade ich auch ein paar Leute zu einem kleinen Salon ein, um sie zusammenzubringen.

Sie sind Vater von vier Töchtern. Hat Sie das zum Frauenversteher gemacht oder eher zum Gegenteil?

Koch: Ich glaube schon, dass ich ein Frauenversteher bin. Das hat aber nicht nur mit meinen vier Töchtern zu tun, ich bin auch schon mit vier Schwestern mehr oder weniger in einem Matriarchat aufgewachsen. Ich kenne also nichts anderes.

Wie streng sind Sie?

Koch: Meine drei älteren Töchter sind 24, 22 und 17 und sehr strukturiert, konfliktstark und strenger mit mir als ich mit ihnen. Das finde ich bewundernswert. Die Kleine ist zweieinhalb, da wird sich das noch herausstellen.

Sie haben einen schönen Garten. Wer kümmert sich darum?

Koch: Das muss ich schon selbst machen, ich bin der Bauer. Wir haben Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Salat, Wein, Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Aprikosen, Johannisbeeren, Stachelbeeren - und Blumen. Natürlich sind das alles nur niedliche Versuche, aber es ist einfach ein wahnsinnig schönes Gefühl, morgens hinauszugehen, frische Beeren zu holen und diese dann zum Frühstück anzubieten. Käme eine Not, würden wir auf die Blumen verzichten, nur noch Ackerbau betreiben, zwei Ziegen und einen Kuh anschaffen und versuchen, autark zu leben.

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