Göttliche Funken: Anna Maria Mühe: "Barfuß am Strand heiraten, finde ich romantisch"

Seit Ende 2012 ist Anna Maria Mühe Mutter einer Tochter. Von Karriereknick kann allerdings nicht die Rede sein. Das Gegenteil ist eher der Fall, wie die Schauspielerin im Interview erklärt.

Matthias (Devid Striesow) und Diana (Anna Maria Mühe) werden von Lily (Jeanette Hain) getraut

Bild: ARD Degeto/BR/Kerstin Stelter/spot on news

Anna Maria Mühe (29, "Was nützt die Liebe in Gedanken") hat ein ungewöhnliches Leben. Aufgewachsen ist die Schauspielerin "in alles andere als einer Moralapostelfamilie", wie sie im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt. Eine schillernde und das Leben in allen Facetten auskostende Theaterfamilie trifft es vielleicht eher. Und auch die im November 2012 geborene Tochter von Anna Maria Mühe und Regisseur Timon Modersohn (35) wächst hinter den Kulissen auf.

Vor die Kamera kommt die Kleine aber so schnell nicht, wie Mama Anna sagt. Macht nichts, dann sehen wir eben derweil der auffallend bodenständigen und charismatischen Blondine mit den großen blauen Augen, die sie zweifelsohne von Papa Ulrich Mühe (1953-2007) geerbt hat, beim Spiel zu: In "Göttliche Funken" (30. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste) gibt sie einen wahren Sonnenschein, den das Leben mit einer dramatischen Gewitterwolke konfrontiert...

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Frau Mühe, wie romantisch müsste Ihre Hochzeit sein?

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Video: spot on news

Anna Maria Mühe: So pompös wie im Film "Göttliche Funken" müsste es für mich nicht sein.

Lieber rote Rosen und weiße Kerzen oder vollkommen frei von Konventionen?

Mühe: Schon möglichst frei, kunterbunte Kerzen müssen es aber trotzdem nicht sein.

Was ist eine Hochzeit tendenziell eher für Sie: ein schönes Ritual oder eine Vernunftentscheidung?

Mühe: Wenn ich mal heiraten sollte, wäre es definitiv ein schönes Ritual und keine Vernunftentscheidung.

Wie ernst nehmen Sie Versprechen?

Mühe: Versprechen nehme ich sehr ernst, weil sie ernst gemeint sein und von Herzen kommen sollten. Wenn so ein Versprechen dann gebrochen wird, ist es natürlich umso härter.

Wie schnell können Sie dann verzeihen?

Mühe: Es kommt darauf an, wer das Versprechen gebrochen hat. Wenn mich eine Person hintergeht, die ich toll finde und der ich mein Vertrauen geschenkt habe, ist das enttäuschend und hart. Verzeihen kann ich trotzdem, weil mich mit diesem Menschen eine ganz andere Basis verbindet. Wenn Bekannte ein Versprechen brechen, tut es auch weh. Da fällt es mir dann aber auch wesentlich leichter, zu sagen: "Alles klar, dann lass ich denjenigen eben nicht mehr so nah an mich ran."

Wie reizvoll ist eine unausgelebte Liebe?

Mühe: Eine unausgelebte Liebe ist immer spannend. Die Frage ist natürlich: Wie viel lasse ich dann zu? Wenn man in einer Beziehung ist, sollte man nicht anfangen, sich öfter mit diesem anderen faszinierenden Menschen zu treffen. In dieser frühen Phase kann man die wachsende Anziehungskraft noch unterbinden.

Rostet alte Liebe wirklich nicht?

Mühe: Es kommt ein bisschen auf das Ende an. Wie groß die Verletzungen und die Enttäuschungen waren.

Welche Rolle spielt die Moral in Beziehungen?

Mühe: Ich bin alles andere als in einer Moralapostel-Welt aufgewachsen. Insofern bin ich da vielleicht auch vom Denken her ein bisschen freier.

Keine weiteren klassischen Grundwerte neben dem Versprechen halten?

Mühe: Doch, absolut. Ich mag es nur nicht, wenn man mit dem Zeigefinger auf andere zeigt. Von den Grundwerten her bin ich schon fast konservativ.

Manche Menschen finden es gerade verlockend, wenn der andere in einer anderen Beziehung ist. Könnten Sie mit so einem Kirschen-in-Nachbars-Garten-Menschen befreundet sein?

Mühe: Es kommt immer darauf an, ob er oder sie sich ernsthaft verliebt und danach auch ernsthaft mit dem anderen zusammen ist. In dem Fall wäre ich die Letzte, die das verurteilen würde. Wenn es nur um die Körperlichkeit geht, würde ich schon sagen, dass er oder sie sich einfach mal zusammenreißen soll.

Sollte man die Liebe und die daraus resultierenden Dramen wirklich so wichtig nehmen?

Mühe: In der Situation selbst kann man das wahrscheinlich nicht anders. Von außen betrachtet ist es aber natürlich schon so, dass das Leben nun mal die schrägsten Geschichten schreibt.

Wie viel von der durchweg positiven Frau, die sie in "Göttliche Funken" spielen, steckt in Ihnen?

Mühe: Ich bin selbst auch ein sehr optimistischer Mensch. Unterbewusst steckt immer etwas von mir in meinen Rollen.

Diese Diana kommt aus einer intakten Familie, war schon immer bezaubernd und wahrscheinlich von größeren Schicksalsschlägen verschont. Einerseits faszinierend, andererseits vielleicht auch ein bisschen reizlos?

Mühe: Wenn ich nur solche Figuren spielen würde, würde ich das bejahen. Da es aber eher selten ist, dass ich so positiv gestimmte Menschen verkörpern darf, war das durchaus mal sehr schön.

Seit Ende 2012 sind Sie Mama. Wie bringen Sie Kind und Karriere unter einen Hut?

Mühe: Ich drehe sogar noch deutlich mehr als vorher. Ich nehme meine kleine Tochter dann immer mit. Bisher hat es sehr gut funktioniert.

Würden Sie sie auch mit vor die Kamera nehmen?

Mühe: Nein. Das würde ich auch in den nächsten paar Jahren nicht wollen. Das soll sie selbst entscheiden - und auch dann guckt die Mama das Angebot erst nochmal genau an.

Abraten würden Sie Ihr von dem Job aber nicht?

Mühe: Es wäre absurd, wenn ich ihr von dem Beruf abraten würde, der mir zu viel Glück gebracht hat.

Sie haben sehr viele Preise. Wo stehen die?

Mühe: Eine Zeit lang standen alle auf dem Gäste-WC (lacht).

Und mit welchem verbinden Sie besonders viel?

Mühe: Ganz besonders war für mich der Nachwuchspreis bei der Goldenen Kamera 2006, weil es so eine große Überraschung war. Die wurde mir von Horst Schlemmer (Hape Kerkeling) überreicht. Erst ist er durch die Reihen gegangen und hat verschiedene Schauspieler angesprochen. Irgendwann war er dann auch bei mir und hat gesagt: "Na, du bist ja auch ein lecker Häschen." Dann musste ich auf die Bühne und wusste gar nicht mehr, wie mir geschah.

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