Ottfried Fischer: Die Beichte des Ottfried Fischer: "Ich war unmäßig!"

30 Jahre lang war Ottfried Fischer eine feste Institution im deutschen Fernsehen. Seit März ist allerdings Schluss, der an Parkinson erkrankte Fischer konzentriert sich auf seine Bühnenkarriere.

Ottfried Fischer konzentriert sich künftig auf seine Bühnenkarriere

Bild: imago/Lumma Foto/spot on news

Ottfried Fischer (60) steht für alles, was Bayern ausmacht: Humor, Sonne und Kalorien! 30 Jahre lang erfreute der Schauspieler das TV-Publikum mit Formaten wie "Ein Bayer auf Rügen", "Der Bulle von Tölz", "Ottis Schlachthof" oder "Pfarrer Braun". Damit ist jetzt Schluss. Der an Parkinson erkrankte Schauspieler widmet sich zukünftig vor allem seiner Bühnenkarriere als Kabarettist. Aktuelles Programm: "Jetzt noch langsamer". Gemünzt auf seine Parkinson-Erkrankung, mit der Fischer sehr gelassen umgeht, wie er im Gespräch mit spot on news beweist.

Wehmütig, dass Schluss ist mit TV?

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Ottfried Fischer: Was soll ich sagen? Das Fernsehen zieht sich von mir zurück. Eigentlich hatte ich das so nicht vor, aber ich will nicht jammern. Denn unterm Strich gilt, was ich schon bei meinem Abschied vom "Schlachthof" gesagt habe: Nicht Trauer weil's vorbei ist, sondern Freude weil's so schön war. Als Ex-Ministrant und Klosterschüler war mir der Pfarrer Braun besonders nah.

Beten Sie?

Fischer: Nein. Ich hatte immer gedacht, dass das kommen würde, weil die Not doch angeblich das Beten lehrt, ist aber bisher nicht passiert. Das gilt wohl nur für schlimmere Notfälle. Ich kann mich mit meiner Parkinson nicht beklagen, denn ich habe ja nicht mal Schmerzen.

Und wie geht's der Psyche?

Fischer: Ich bin im Laufe der letzten zehn Jahre noch fröhlicher geworden. Das ist mir gerade während einer zweiwöchigen Parkinson-Kur im Max Planck Institut wieder besonders aufgefallen. Da waren einige sehr depressive Leidensgenossen, denen ich mit meiner positiven Einstellung weiterhelfen konnte. Ich hadere nicht mit meinem Schicksal, denn es geht vergleichsweise sorgsam mit mir um.

Hat Sie die Krankheit zu einem besseren Menschen gemacht?

Fischer: War in meinem Fall kaum möglich, da ich immer schon so ein liebenswertes Kerlchen war. Vielleicht bin ich heute etwas empathischer und geduldiger als früher. Ich kann meine Umgebung zwar stundenlang mit meinem Wunsch nach Liebe und Aufmerksamkeit nerven, aber ich bin zugleich auch offener für deren Belange.

Klingt als wären Sie ein Traumpartner. Was macht die Liebe?

Fischer: Ich liebe die Menschheit, und es gibt ein paar Menschen, die ich mehr liebe.

Wen?

Fischer: Zum Beispiel meine neue Entourage, die mich seit einem Jahr begleitet: Bestehend aus einer Agentin und einer Zofe, dem ehemaligen Aufnahmeleiter vom "Bullen von Tölz", die mir nicht nur mit Rat und Tat zu Seite stehen, sondern mir auch mal die Schuhe binden oder mir die emotionalen Streicheleinheiten zukommen lassen, die ich brauche.

Wie ist der Kontakt zu Ihrer Familie?

Fischer: Renate kommt gerne zu meinen Premieren und ist friedlich. Es ist eine Koexistenz, aber keine Liebe. Ich persönlich stehe da total drüber. Mit meinen Töchtern läuft auch alles entspannt. Wie alle Kinder kommen sie vor allem dann zum Papa, wenn sie was von ihm wollen.

Geht der ehemalige Pfarrer-Braun-Darsteller zur Beichte?

Fischer: Schon seit meiner Klosterschulzeit nicht mehr. Und damals habe ich das auch nur wahrgenommen, um den Unterricht zu schwänzen. Ich finde die Beichte und die Absolution zwar eine gute Sache, aber ich habe nicht das Bedürfnis zu beichten.

Ihre größte Sünde?

Fischer: Ich war unmäßig.

Wann entsagen Sie der Völlerei?

Fischer: Ich habe in diesem Jahr schon 16 Kilo abgenommen, auch wenn man mir das nicht ansieht. Aber generell halte ich nicht viel von Diät-Kuren. Denn wenn man nur nach Kuren gut aussieht, dann wird das ganz schön teuer. Weswegen ich beschlossen habe, auch ohne Kur gut auszusehen. Zumal mein Internist der Meinung ist, dass ich keine Figur- sondern Knieprobleme hätte. Der Herrgott hat nämlich vergessen, meine Knie für mein Gewicht auszulegen.

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