«Swatting» in Hollywood Promis fürchten sich vor Elitepolizei

Ein hinterhältiger Trick hält Hollywoods Prominenz seit Monaten in Atem. Mit fingierten Notrufen lotsen die Täter Sondereinsatzkommandos zu den Promi-Villen von Los Angeles - und bringen die Bewohner dabei durchaus auch in Lebensgefahr. «Swatting» heißt der Trend.

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Wer will schon, dass ein schwerbewaffnetes Einsatzteam der Polizei vor der Haustür steht. Im Promiviertel von Los Angeles ist das aber zur Gewohntheit geworden. «Swatting» heißt der gefährliche Trend, um Promis eines auszuwischen. 

Und so funktioniert «Swatting»: Ein anonymer Anruf geht in der Polizeizentrale ein. Der Anrufer meldet einen Einbruch, der zum Zeitpunkt des Anrufs noch anhält. Somit wird der Fall automatisch an das «SWAT»-Team der Polizei weitergeleitet. Die Sondereinheit rückt sodann mit gepanzerten Fahrzeugen und schwerer Bewaffnung zum vermeintlichen Tatort, in der Annahme, auf Einbrecher zu stoßen.

In der Vergangenheit waren diverse solcher vermeintlicher Notrufe in der Polizeizentrale von Los Angeles eingegangen, die das SWAT-Kommando zu den Häusern von Schauspieler Ashton Kutcher, Miley Cyrus oder auch X-Faktor-Erfinder Simon Cowell, Justin Bieber und jüngst Charlie Sheen ausrücken ließ. Vor Ort stellten die vermummten Beamten in ihren schusssicheren Westen fest, dass weder der geleimte Promi noch der angebliche Einbrecher anwesend waren.

Polizei schnappte zumindest einen Verdächtigen

Zumindest einen Verdächtigen zogen die Ermittler nun aus dem Verkehr. «Wir können die Identität des Jugendlichen im Moment noch nicht preisgeben. Aber es gibt klare Indizien, dass er an den 'Swatting'-Vorfällen beteiligt gewesen war», bestätigte Sprecher Marc Reina die Festnahme. Der Teenager soll demnach auch an weiteren «Swatting»-Vorfällen bei einer Bank in Downtown Los Angeles mitgewirkt haben.

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Der verdächtigte Junge sei «sehr clever, wenn es um den Umgang mit Computern gehe», sagte Reina. Der 13-Jährige habe mit spezieller Technologie die Gehörlosenleitung der Polizei in Los Angeles benutzt - und so einen Notruf über einen angeblichen Einbruch bei Teenyidol Justin Bieber abgesetzt. Ein bewaffneter Einbrecher befinde sich im Haus, hieß es. Wenige Minuten später brach das SWAT-Team die verschlossene Wohnungstür auf, die Spezialeinheit durchkämmte mit gezogenen Waffen das Haus nach Eindringlingen. Eine aufgeschreckte Haushälterin klärte die Beamten schließlich auf, dass Bieber auf Tour sei und vom Haus kein Anruf ausgegangen war.

Einige Tage zuvor war ein ähnlicher Anruf - wieder via Gehörlosenleitung - bei der Polizei eingegangen. Diesmal war es im Haus von Ashton Kutcher, in dem ein Verbrecher sein Unwesen treiben sollte. Auch in diesem Fall handelte es sich um einen bösen Streich.

Polizei fürchtet sich vor «echter Tragödie»

Die Polizei erhofft sich durch die Festnahme, dass die «Swatting»-Vorfälle jetzt zumindest weniger werden. «Wir nehmen diese Notrufe sehr ernst», sagt Polizeisprecher Andrew Smith. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer echten Tragödie kommt.»

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sca/news.de/dapd

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