Whitney Houston Abschied von der Königin des Pop

Whitney Houston ist tot (Foto)
Whitney Houston ist mit nur 48 Jahren gestorben. Bild: dpa

Von Bernd Fischaleck
Mit Hits wie Saving All My Love for You und I Will Always Love You wurde Whitney Houston zur Pop-Ikone und zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen ihrer Zeit. Abseits der Bühne verlief ihr Leben weniger romantisch. Immer wieder kämpfte sie mit Drogenproblemen.

Auch wenn in den vergangenen Jahren der künstlerische Erfolg ausblieb sollte Whitney Houston bei den Grammy-Verleihungen am Sonntagabend mit einer musikalischen Ehrung bedacht werden. Houston, die laut ihrer Website mehr als 170 Millionen Alben, Singles und Videos verkaufte, gewann während ihrer Karriere schon sechs Grammys. 1985 wurde sie als beste Sängerin ausgezeichnet, zuletzt wurde sie mit dem wichtigsten US-Musikpreis 1999 geehrt.

Nun ist die hoch dekorierte Sängerin und Schauspielerin im Alter von 48 Jahren gestorben. Nach Polizeiangaben wurde Houston am Samstagnachmittag tot in einem Hotelzimmer in Beverly Hills gefunden. Die Todesursache blieb zunächst unbekannt. Laut einem Promiportal soll Whitney Houston möglicherweise in ihrer Badewanne ertrunken sein.

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Musikalisches Talent wurde früh entdeckt

Geboren wurde Whitney Houston am 9. August 1963 im US-Bundesstaat New Jersey. Das musikalische Talent wurde ihr buchstäblich in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Emily Drinkard, später Cissy Houston, war eine leidenschaftliche Gospelsängerin. Unter anderen unterstützte sie Superstars wie Elvis Presley oder Aretha Franklin als Backgroundsängerin.

Whitneys musikalisches Talent wurde früh entdeckt und gefördert. Mit elf Jahren war sie Mitglied im «New Hope Baptist Junior Choir». Beeinflusst wurde sich auch von ihrer Cousine, der Sängerin Dionne Warwick. Zudem unterstützte Whitney ihre Mutter bei Nachtclub-Konzerten. Daneben startete Houston eine Model-Karriere und übernahm Fernsehrollen in populären amerikanischen Comedy-Serien.

Als 20-Jährige nahm sie der Präsident der Plattenfirma Arista, Clive Davis, unter Vertrag. Damit wurde der Grundstein gelegt für eines der bestverkauften Debüt-Alben mit dem Titel Whitney Houston, das 1985 erschien und zahlreiche Hits enthielt. Das zweite Album Whitney folgte 1987 und stieg von Null auf Platz eins der amerikanischen Verkaufscharts ein. Houston war die erste Frau, die einen derartigen Blitzstart hinlegte. Insgesamt hatte sie sieben Nummer-Eins-Hits in Folge. Die Sängerin übertraf damit den bisherigen Rekord der Beatles und der Bee Gees.

Ausflug in die Schauspielerei

Für Furore sorgte auch ihr Ausflug in die Schauspielerei. Im Januar 1993 lief in den deutschen Kinos ihr erster Film Bodyguard an, in dem sie an der Seite von Hollywood-Star Kevin Costner eine Sängerin spielte. Zu dem Blockbuster gab es einen Soundtrack, der Houstons Ballade I Will Always Love You enthielt. Die Single eroberte erneut die Charts. Zudem brachte das Soundtrackalbum der Sängerin drei Grammys und sieben Oscars ein.

Dann nahm sich der Megastar eine Auszeit. Erst 1998 veröffentlichte Houston ihr neues Album My Love Is Your Love. Sie schlug damit neue Töne an, setzte weniger auf die Kraft ihrer Balladen, sondern ließ modernen Rhythm und Blues und erstmals auch Hip-Hop-Elemente einfließen.

Der Erfolgsdruck blieb nicht ohne Folgen für die begnadete Künstlerin. Berichte über Alkohol- und Drogenexzesse machten die Runde in den Boulevardblättern. Es folgten Entzugstherapien und erneut Rückfälle, begleitet von Krisen in ihrer Ehe mit dem Rapstar Bobby Brown. Die Scheidung folgte 2007.

Comeback-Tournee von Negativschlagzeilen geprägt

Auch ihre Drogenprobleme bekam Houston offenbar nicht in den Griff. «Ich bin entweder mein bester Freund oder mein schlimmster Feind», sagte sie 2002 in einem ABC-Interview. 2010 erklärte sie sich für drogenfrei, Berichte über einen angeblichen Rückfall wies sie nach einem Ausfall bei ihrer Europa-Tournee zurück. Ein Jahr später unterzog sie sich erneut einer Entziehungskur, die nach Angaben einer Sprecherin jedoch lediglich Teil des langjährigen Genesungsprozesses war.

Die goldene Stimme hatte Houston bis dahin eingebüßt. Sie klang rau und versagte. Ihre Tournee vor zwei Jahren war von Negativschlagzeilen geprägt. Houston musste etliche Konzerte wegen Krankheit absagen und erhielt negative Kritiken von Fans, die von Gesang und Auftritten enttäuscht waren. Die Sängerin betonte indes, es gehe ihr gut.

wam/news.de/dapd

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • HPK
  • Kommentar 1
  • 12.02.2012 14:54

Wie im Film "Bodyguard". Über Tote soll man nichts Böses sagen. Also lasst sie in ruhe mit all den vergangenen Skandalgeschichten. Eine mehr, die leider mit dem Ruhm schliesslich nicht zu Rande gekommen ist. Schade, aber das scheint immer wieder der Preis zu sein.

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