Michael Jacksons Arzt Höchststrafe für Conrad Murray

Conrad Murray (Foto)
Michael Jacksons Leibarzt Dr. Conrad Murray muss ins Gefängnis. Bild: dpa

Zur Höchststrafe von vier Jahren verurteilte ein kalifornisches Gericht Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray. Der Richter sprach in seinem Urteil von einem «schweren Vertrauensmissbrauch» bei der Behandlung seines Patienten.

Der Arzt des King of Pop muss ins Gefängnis: Michael Jacksons früherer Leibarzt Conrad Murray ist am Dienstag in Los Angeles zu der möglichen Höchststrafe von vier Jahren verurteilt worden. Die Geschworenen hatten ihn bereits Anfang November wegen fahrlässiger Tötung für schuldig befunden. Jackson war am 25. Juni 2009 an einer Überdosis von Narkose- und Schlafmitteln gestorben. Richter Michael Pastor setzte nun das Strafmaß fest. Er hätte den 58 Jahre alten Herzspezialisten auch auf Bewährung frei lassen können.

Pastor fand harte Worte für Murray. Er habe seine ärztlichen Pflichten andauernd verletzt, gelogen und betrogen. Er habe keinerlei Reue gezeigt und sogar dem gestorbenen Patienten eine Mitschuld gegeben. Die Mutter des Sängers und mehrere Geschwister waren zugegen, als der Richter seine Entscheidung verkündete.

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Staatsanwalt David Walgren hatte in der Anhörung vor Gericht die Höchststrafe gefordert, weil Murray nach seinen Worten «grob fahrlässig» viele Fehler gemacht und seinen Patienten vernachlässigt habe sowie außerdem seine Taten nach dem Tod des Popstars zu vertuschen versucht habe. Walgren zufolge spielte Murray mit Jacksons Leben «russisches Roulette», indem er ihm täglich das starke Narkosemittel Propofol spritzte.

Vorzeitige Entlassung möglich

Murray selbst ergriff nicht das Wort, um den Richter um eine milde Strafe zu bitten. Auch während des Prozesses hatte er geschwiegen. Sein Anwalt Ed Chernoff stellte Jackson am Dienstag als reichen und mächtigen Patienten dar, der den Arzt ständig um Medikamente angebettelt habe.

Während des Prozesses argumentierte die Verteidigung, dass Jackson selbst zu der tödlichen Dosis gegriffen habe, als sein Arzt nicht im Raum war. Nach dem Schuldspruch Anfang November hatten Murrays Anwälte angekündigt, in Berufung gehen zu wollen.

Rechtsexperten gehen davon aus, dass der Mediziner nur einen Teil der Zeit hinter Gittern verbringen muss. Weil die Haftanstalten in Kalifornien überfüllt sind, werden viele Insassen, die keine Vorstrafen haben, vorzeitig entlassen. Murray, der als Arzt zuvor nie straffällig wurde, könnte später auch unter Hausarrest kommen.

cvd/news.de/dapd/dpa

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