Bettina Zimmermann «Ich brauche keinen Privathelikopter»

Bettina Zimmermann (Foto)
Bettina Zimmermann wäre gerne Archäologin geworden. Bild: dapd

Von news.de-Mitarbeiterin Julia Zahnweh
Im TV spielt Bettina Zimmermann eine Detektivin, im wahren Leben wäre sie gerne Archäologin geworden. Im Interview mit news.de verrät die Schauspielerin außerdem, dass sie im Leben anderer nicht gerne herumschnüffelt.

Sie spielen in dem TV-Film Familie macht glücklich (Donnerstag, 22. September 2011, 20.15 Uhr, ZDF) eine Detektivin. Wenn Sie nicht Schauspielerin geworden wären, wäre das ein Job für sie gewesen?

Bettina Zimmermann: Nein, dann wäre ich lieber Archäologin geworden. Da findet man ja auch Sachen. (lacht) Als Detektivin im Leben anderer Leute herumzuschnüffeln, das ist eigentlich so gar nicht mein Ding. Mit Klatsch und Tratsch ist man bei mir an der falschen Adresse.

Sie spielen in dem Film nicht nur eine Detektivin, sondern auch eine Mutter von zwei Kindern, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt. Auf den ersten Blick haben Sie mit ihrer Filmfigur nichts gemein. Inwieweit konnten Sie sich trotzdem mit ihr identifizieren?

Bettina Zimmermann
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Zimmermann: Julie und ich sind uns schon sehr ähnlich. Ich bin wie sie eine sehr temperamentvolle Frau. Ich habe Energie für zwanzig, bin zu neunzig Prozent immer gut gelaunt. Und wie Julie habe ich auch keine Angst vor neuen Dingen. Wenn es eine lebensverändernde Situation gibt, dann lass ich nicht den Kopf hängen. Ich bin da wie Julie, die - nachdem ihr drittes Geschäft pleite gegangen ist - nicht resigniert, sondern einfach neu durchstartet.

Nur Julies Kinder leiden unter den ständigen Selbstfindungstrips ihrer Mutter...

Zimmermann: Das stimmt, trotzdem ist Julie eine liebevolle Mama. Sie ist zwar sehr chaotisch, aber wenn es darauf ankommt, ist sie für ihre Kinder da. Sie ist eine junge frische Figur, in der jeder etwas von sich wiederfindet. Julie ist die Familie wahnsinnig wichtig. Die Familie hat und liebt einander, ist in schweren Zeiten füreinander da. Julie ist eine Frau, die trotz Familie, Beruf und Kinder, noch ihre Träume hat. Sie möchte sich selber nicht verlieren.

Aber Julie ist scheinbar nie mit dem zufrieden ist, was sie gerade hat. Ein Problem unserer modernen schnelllebigen Welt?

Zimmermann: Ja, wenn man gewisse Dinge hat, dann gewöhnt man sich sehr schnell an sie und will noch mehr. Auch ich will in meinem Leben immer eine Steigerung haben. Ich bin aber froh, dass ich nicht in eine Familie hineingeboren wurde, in der einem als Kind schon ein Privathelikopter zur Verfügung stand. Es ist schön, wenn man sich im Leben etwas erarbeiten muss. Es ist wichtig, dass man immer auf dem Boden bleibt. Und nicht wie Leute, die nur weil sie im Lotto gewonnen haben, aufhören zu arbeiten. Nur weil sie meinen, sie haben nun genug Geld und das macht glücklich. Was ja gar nicht stimmt. Wir brauchen im Leben Herausforderungen, um glücklich zu sein. Und wenn es wie bei Julie nicht klappt, stellt man sich halt der nächsten Herausforderung.

Ihre Figur hat einen Schuhtick, im Film tragen Sie nur rote Schuhe. Sie selbst waren früher Model, hatten eine Modeboutique. Sind sie privat auch einen Modetick?

Zimmermann: Einen Modetick habe ich nicht. Ich bin sicherlich eine modebewusste Frau, die aber nicht 20 Stunden am Tag vor dem Spiegel verbringt. Es hat einige Jahre gedauert, bis ich meinen eigenen Stil gefunden haben. Ich gehe jetzt viel gezielter einkaufen als früher. Ich habe sicherlich auch mehr Schuhe wie der Durchschnitt. Aber das liegt aber eher an den Veranstaltungen, zu denen ich gehe. Ich sortiere aber auch regelmäßig meinen Kleiderschrank aus und gebe die Dinge zu Basaren.

Wenn sie einen Neuanfang wagen müssten, dann vielleicht als Modedesignerin?

Zimmermann: Ich hatte mal einen Modeladen in München. Vor drei Jahren hat meine Freundin ihn komplett übernommen, weil ich das zeitlich leider nicht mehr geschafft habe. Mode ist schon etwas, was mich interessiert. Wenn ich nochmal komplett neu anfangen müsste, dann würde mich auf jeden Fall etwas Kreatives reizen. Architektur fände ich sehr spannend.

Was für Projekte stehen als nächstes bei Ihnen an?

Zimmermann: Gerade habe ich den Film Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer abgedreht. Im Oktober fange ich ein neues Projekt an. In dem Film werde ich eine Blinde spielen. Das wird sicherlich eine große Herausforderung.

Bettina Zimmermann spielt morgen, Donnerstag, 22. September 2011, 20.15 UHr, die Hauptrolle in dem ZDF-Film Familie macht glücklich.

car/news.de

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