Kai Schumann «Rebellion ist wichtig»

Der Schauspieler Kai Schumann aus der RTL-Serie Doctor's Diary ist zurück im TV. Er ist morgen in der Sat.1-Komödie Flaschendrehen zu sehen. Im Interview mit news.de erzählt der charmante 35-Jährige, wieso er als Student von Pfandflaschen gelebt hat und warum die Welt rebellierende Jugendliche braucht.

Kai Schumann (Foto)
Kai Schumann ist am 6. September in der Sat.1-Komödie Flaschendrehen zu sehen. Bild: ddp images

Haben Sie schon einmal Flaschendrehen gespielt?

Kai Schumann: Ich kenne das nur aus Geschichten oder Erzählungen. Ich habe das selbst noch nie zuvor gespielt. Ich habe eher andere Sachen gemacht, wie zum Beispiel Gläserrücken.

Sie haben Gläserrücken gespielt?

Schumann: Ja. Davon war ich als 16-jähriger Jugendlicher total begeistert. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie - aber es hat geklappt, die Gläser haben sich wirklich von selbst bewegt.

Ihre Figur ist im Film zunächst mit einer Frau befreundet. Glauben Sie, dass die Freundschaft zwischen Mann und Frau funktionieren kann?

Schumann: Ja, das geht auf jeden Fall. Mein bester Freund ist genau genommen eine beste Freundin. Und obwohl sie eine wunderschöne Frau ist, ging es bei unserer Freundschaft nie um Sexualität.

Kai Schumann: Ein Sunnyboy im Arztkittel
zurück Weiter Doctor's Diary (Foto) Zur Fotostrecke Foto: dpa/Karlheinz Schindler

Im Film gibt es eine Figur, der die eigene Finanzsituation über den Kopf gewachsen ist. Kennen Sie so etwas auch?

Schumann: Klar. In der Studentenzeit hat man auch jeden Pfennig umdrehen müssen und vielleicht auch mal etwas verkauft, eine Weile vom Flaschenpfand gelebt oder sich aus Kippenresten neue Zigaretten gedreht. Das kennen wir doch alle aus der Studienzeit. (lacht)

Haben Sie in Ihrer Jugend gegen Ihre Eltern rebelliert?

Schumann: Das macht ja irgendwie jeder Jugendlicher und das ist auch ganz wichtig. Die letzte Teenie-Generation hat sich sehr wenig an ihren Eltern gerieben. Stattdessen scheint es, als wohnen immer mehr junge Menschen immer länger bei ihren Eltern und lassen sich von denen ernähren. Das wäre in meiner Jugendzeit undenkbar gewesen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass es lange keine so starke politische Jugendbewegung wie zu meiner Zeit gegeben hat. Der Jugend in den letzten Jahren ging es häufig eher ums Feiern. Die Reality-Shows tragen dazu sicher auch ihren Teil bei. Jeder will mittlerweile ein Star, also Schauspieler, Model oder Musiker werden. Dabei wird vergessen, dass man dafür auch hart arbeiten muss.

Was ist denn so hart an der Arbeit des Schauspielers?

Schumann: Der Beruf hat auch viel mit Angst zu tun hat. Man muss um sein Überleben kämpfen und hat kein gesichertes Einkommen. Die Angst ist dein ständiger Begleiter. Das Gefühl der Unsicherheit, nicht zu wissen, ob demnächst ein gutes Projekt kommt, ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema in diesem Beruf.

Um noch einmal auf die Rebellion zu sprechen zu kommen: Wie haben Sie rebelliert?

Schumann: Ich habe grundsätzlich alles verweigert. Schule, Ausbildung - das wollte ich damals alles nicht. Ich wollte frei sein und war der Meinung, dass ich das alles nicht brauche. Letzten Endes konnte mir meine Mutter sehr deutlich machen, dass das einen Nachteil für mich hätte.

Also hat die Rebellion nicht wirklich lange gedauert?

Schumann: Naja, die Konflikte mit den Eltern dauern an, bis man endlich auf eigenen Füßen steht. Bei mir war das relativ früh. Ich bin mit 17 von zu Hause ausgezogen.

Sie haben selbst einen Sohn. Wie werden Sie reagieren, wenn er in einigen Jahren anfängt zu rebellieren?

Schumann: Ich werde ihn laufen lassen, aber natürlich auch beschützen. Und ich hoffe, dass er rebelliert - nicht zuletzt um seinen eigenen Weg zu finden.

Glauben Sie, dass Sie in ein paar Jahren auch noch so entspannt mit dem Thema umgehen werden?

Schumann: Was mich am Vatersein irritiert ist, dass man Grenzen setzten muss, die dann von den Kindern während ihrer Entwicklung immer wieder durchbrochen werden. Aber das ist auch gut so, denn das gehört eben für die Kinder zum Erwachsenwerden einfach dazu. 

Kai Schumann ist am 6. September 2011 um 20.15 Uhr in der Sat.1-Komödie Flaschendrehen zu sehen. Er wurde 1976 in Dresden geboren. Der Sohn eines Syrers und einer Deutschen wuchs im Vogtland auf und studierte an der renommierten Schauspielschule Ernst Busch in Berlin. Nach Engagements am Staatstheater Stuttgart und am Deutschen Schauspielhaus gelang ihm 2008 der große Durchbruch mit der Rolle des Dr. Kaan in der RTL-Serie Doctor's Diary.

zij/news.de

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